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Verschlossene Welten - Das 10 / 40 - Fenster

 
 

Kultur – Die Barriere zu den Menschen

Mit einem BA in Missiologie in der Tasche und einigen Seminaren und Büchern im Kopf fühlt man sich gewappnet für die interkulturelle Arbeit. Doch wenn man im Zwiespalt der Kulturen steht, dann fühlen sich die Unterschiede ganz anders an.

Sobald wir vor die Haustür treten oder aus dem Auto steigen, fragen die Nachbarn oder auch wildfremde Menschen: „Dari mana (Woher kommst du gerade)?“ oder „Mau ke mana (Wo willst du hin)?“ Zuerst hat uns das furchtbar aufgeregt, dass jeder alles über uns ausfragt. Dann hat uns aber ein Nachbar erklärt, dass das höflich ist. Man nimmt Anteil am Leben des anderen und ist nicht „Sombong“ (Stolz). Nun stellen wir den Einheimischen munter die gleichen Fragen nach Herkunft, Wohnort, Kinder und Arbeit. Solange man oberflächlich bleibt, kann man alles fragen.

Die schwierigste Sache für uns ist die Oberflächlichkeit in der Kultur. Selten wird man natürlich und ehrlich miteinander. Man spricht nicht offen über Probleme, bereinigt Beziehungen nicht und öffnet sein Herz kaum einem anderen, denn der würde es sowieso weiter erzählen. Unser Nachtwächter wollte mehr Geld für seine Arbeit. Anstatt es uns zu sagen, blieb er einfach weg. Er wollte, dass man ihn kontaktiert und mehr Geld anbietet.

Viele beschweren sich über ihre ökonomische Situation und erwarten „Geldsegen“ von uns.

Doch wenn wir ihnen Tipps geben, wie man sich eine Existenz aufbaut, werden sie nicht befolgt. Für die Dorfbevölkerung in der wir leben, ist es realer, durch Zauberei „Rezeki“ (unerhofftes Glück) zu bekommen als durch Sparen, Fleiß und zielstrebiges Arbeiten. Erlebt jemand einen wirtschaftlichen Aufschwung, wird vermutet er habe zu irgendeiner „Ilmu“ (Geheimwissenschaft oder Zauberei) Zugang gehabt. Geht es mit einer Person wirtschaftlich oder gesundheitlich bergab, ist er vermutlich verflucht oder verzaubert worden. Deshalb ist es wichtig, sich zu schützen. Das kann durch Talismane oder auch durch Verbindung zu Geistern, wie z.B. den Geist der Schlange oder den Geist des Tigers, geschehen.

Wir merken immer deutlicher, dass es nicht das höchste Ziel ist, die fremde Kultur zu übernehmen, sondern göttliche Werte und Macht hineinzubringen. Zwar müssen wir sensibel für Sprache, Hindergrund und Denkweise der Einheimischen sein, doch viel wichtiger ist es zu zeigen und zu lehren was für ein Geschenk Gott uns durch Ehrlichkeit, Vertrauen und Offenheit gibt.

 

Die Kultur wird sehr stark vom Geisterglauben und der Zauberei geprägt. Deshalb haben wir uns entschlossen in unserem Dienst viel mehr die Kraft und Autorität Gottes zum Vorschein kommen zu lassen. Wir nutzen jede Möglichkeit, um mit den Leuten zu beten. Manchmal spüren sie die Kraft Gottes. Ein anderes Mal ist es einfach die Liebe und das Mitgefühl, dass sie erleben was sie berührt. Diese Botschaft geht durch alle kulturellen Mauern hindurch und erreicht das Herz des Menschen.

Boris Korn für das Leiko Team in Südostasien

 

 
 
 

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