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Rückblick und Vorschau

Vor einigen Wochen hatte ich eine Evangelisation in einer Nachbarstadt. Nachdem ich ähnliche Dinge aus meinem Leben als Zeugnis weitergegeben hatte, erfuhr ich vom dortigen Pastor, dass er genau so ein schüchterner Mensch war. Gott ist ein Gott, der Menschen zum positiven verändert.

Pastorennachwuchs

Für mich ist es immer wieder eine Freude, junge Mitarbeiter in ihrem geistlichen Wachstum zu begleiten, und zu sehen, was Gott aus ihrem Leben macht. Der junge Mitarbeiter Jadir Gund in der Gemeinde Pederneiras, den wir die letzten Jahre begleiten durften, ist jetzt soweit in den Dienst hineingewachsen, dass er von unserem Gemeindebund am 13. Juni zum Pastor eingesegnet wurde. Somit konnte ich die Verantwortung der Gemeinde Pederneiras mit den drei Zweigstellen an Jadir und seine Frau Eliani abgeben. Dazu gehört auch die Leitung der Sonntagsschule in Pederneiras, die Eliani im Mai von Ruth übernommen hat. Möge Gott Jadir und Eliani in ihrem Dienst reichlich gebrauchen.

Jugendfreizeit und Musikkurs

Ende dieses Monats wird nach langem mal wieder eine Jugendwochenendfreizeit auf unserm Missionsgelände stattfinden. Dafür muss noch einiges organisiert und 5geplant werden. Wir hoffen, dass die Jugendlichen dadurch motiviert werden, ihren Glauben an Jesus ernst zu nehmen und zu praktizieren. Ruth hat vor zwei Monaten mit einem gemeindeinternen Kurs in Musikgrundlagen und Chorleitung angefangen, der helfen soll, in Zukunft den Gemeinden im musikalischen Bereich zu dienen.

Ruf nach Mosambik

Unsere Zeit in Brasilien geht dem Ende zu. Von der Missionsleitung erhielten wir Anfang dieses Jahres einen Ruf nach Mosambik, um dort die Arbeit im Kinderdorf weiterzuführen. Im April hatten wir dann Gelegenheit, nach Afrika zu reisen und uns das Werk persönlich anzusehen. Nachdem wir lange nachgedacht und gebetet haben, wurde uns klar, dass dort unser Platz von Gott ist. Wir werden also, so Gott will, Anfang nächsten Jahres in Mosambik einreisen. Aus diesem Grunde befinden wir uns gerade in einem nicht einfachen Ablösungs- und Neuorientierungsprozess. Es gilt nämlich, innerhalb weniger Monate alle Aufgaben, die wir bisher hatten, zu delegieren oder auslaufen zu lassen. Also bin ich dabei, die Administration der Sozialarbeit (Kindertagesstätten und Ausbildungsprojekt) auf verschiedene Schultern zu verteilen. Dafür brauche ich viel Gnade, Geduld und Weisheit von Gott.

Royal Rangers

In den Jahren 2002 und 2003 habe ich mich sehr stark für die Arbeit der Royal Rangers (Exploradores do Rei) eingesetzt, sodass zu dem ersten Stamm in der Landeshauptstadt ein zweiter in unserer Gegend dazukam. Dieser besteht inzwischen seit einem Jahr, was wir letzten Sonntag in einem offiziellen Gottesdienst gebührlich gefeiert haben. Ich durfte feststellen, dass der Stamm sich stabilisiert hat, und ich bin sehr dankbar für die Mitarbeiter, die bis heute treu dabeigeblieben sind. Dennoch brauchen sie geistliche Ermutigung und weitere Orientierungshilfen, damit die Arbeit effektiv fortgeführt werden kann. Bitte betet dafür, dass auch nach unserem Weggang Leute aus den anderen südamerikanischen Ländern kommen, die das Anliegen der RR-Arbeit auf dem Herzen haben und fähig sind, die Fackel in das riesige Land zu tragen.

Wie ein Baum mit neuen Aufgaben

Wenn wir Ende des Jahres Brasilien verlassen, liegen sechs Jahre Missionsdienst hinter uns. Das ist eine lange Zeit, wenn wir zurückblicken und erkennen, wie viel wir in diesem uns vorher fremdem Land gelernt haben und wie vertraut uns bereits vieles geworden ist. Es ist aber eine kurze Zeit, wenn wir darüber nachdenken, was an Träumen und Plänen offen geblieben ist. Gott hat nun einen neuen Weg mit neuen Aufgaben für uns, und Er wird sein Werk hier in Brasilien mit anderen Leuten weiterführen. Das „Wie“ und „Warum“ ist seine Sache. Es geht uns ein bisschen so wie einem Baum, der entwurzelt wird, um zu Holz weiterverarbeitet zu werden. Die Aufgabe des Baumes war vorher, Schutz, Schatten und vielleicht Früchte zu spenden. Nun steht ihm eine neue Aufgabe bevor. Das Entwurzeln tut ihm weh, aber er fragt nicht, warum. Es hat alles seinen Sinn, und er wird vielleicht mal als solide gebauter Schrank ein Wohnzimmer schmücken oder als Bettchen einem Kind Geborgenheit schenken. Mit diesem Gedanken verabschieden wir uns für heute, mit dem Wunsch, dass auch Ihr einen Sinn in dem sehen könnt, was Gott mit Eurem Leben tut. Er ist voller Liebe und voller Weisheit. Es lohnt sich, Ihm zu vertrauen.

Eure Thomas, Ruth, Benjamin und Annika Halstenberg

(Bericht entnommen aus Missionsnachrichen 09/2004)

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