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Lebe fröhlich
in
deiner Berufung
Als Single leben: Klar, das ist das Beste
überhaupt!
So könnte man die Aussage von Apostel
Paulus aus dem 1. Korintherbrief 7,7 auffassen.
Wie geht es mir mit der Frage: „Single in der
Mission?“ Ich muss an die Worte meines früheren
Pastors Hugh Smith in Hamm denken: „Solange du
Single bist, lebe fröhlich in deiner Berufung
als Single! Und wenn der Herr dir eine Frau
schenkt, dann freu dich über deine neue
Berufung!“ |
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Das klingt logisch! Ich muss aber auch zugeben,
dass die Umsetzung im Alltag nicht immer glatt und
ohne Turbulenzen abläuft. So gab es
auch gerade in meiner Anfangszeit in
Bulgarien einige „Abklärungsprozesse“
diesbezüglich. Es ist Gnade vom Herrn,
in seinem Stand glücklich zu sein.
Single sein in Bulgarien: Wie werde
ich als lediger Missionar in Bulgarien
wahrgenommen? Nach meiner Erfahrung
ist Ledigsein in Bulgarien lange
nicht so typisch wie in Deutschland.
Etwaige Verkupplungsversuche haben
jedoch bislang bei mir als Bayer fehlgeschlagen.
Eine völlig andere Lebensweise und
Mentalität erlebe ich als „Deutscher“
in einer Zigeunergemeinde, in der ich mitarbeite. Der
Pastor dort heißt Mechmed und ist 52 Jahre alt. Er hat
mit 14 Jahren geheiratet und ist mittlerweile Urgroßvater.
Das ist nicht untypisch in seiner Kultur. In seinen
Augen muss ich als Single wirklich ein „Exot“ sein. Vor
kurzem fragte mich der kleine 9-jährige Julian, der Sohn vom Lobpreisleiter aus derselben Gemeinde:
„Hast du keine Frau? Lebst du ganz alleine?“
Als ich bejahte, konnte ich an seinem Gesichtsausdruck
merken, dass das für ihn gar
nicht nachvollziehbar ist. Die kinderreichen Zigeunerfamilien leben allein schon platzmäßig oft eng
zusammen. Individualität und Privatsphäre sind zwei
unbekannte Worte.
Am letzten Sonntag war Taufe in der Gemeinde in
Veliko Ternovo und einer der Täuflinge fragte mich anschließend: „Wie kam das
eigentlich, dass du jetzt als Missionar in
Bulgarien bist?“ Das habe ich
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Verwendungszweck-Angabe für Spenden
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dann
versucht, ihm in Bulgarisch zu erklären. Als ich über
diese Frage noch weiter nachdachte, wurde mir wieder
neu bewusst, dass der Herr mich nach Bulgarien
geführt hat und ich gerne für ihn hier bin. Es war für
mich eine Freude, dass wir z.B. den Alpha-Kurs im
Gefängnis in Ternovo in Absprache mit der Gefängnisdirektorin
durchführen konnten. Zwei Studenten aus
der Gemeinde und eine Übersetzerin waren bereit, ein
Team zu bilden und diese
Herausforderung in Angriff
zu nehmen.
Es war für mich auch ermutigend zu sehen, wie alles
zueinander gepasst hat und wir im Februar dieses Jahres
mit zwei Pfadfindergruppen an den Orten Radanovo
und Vinograd starten konnten.
Freud und Leid liegen manchmal auch nahe beieinander.
Es gibt Zeiten, wo ich an meinem Single-Dasein
zu knapsen habe. Wenn ich zurückschaue, kann ich
aber eins immer wieder dankbar feststellen: In Zeiten,
wo es mir als „Single“ nicht gut ging, hat der Herr
mir immer wieder in besonderer Weise Geschwister,
Freunde und/oder Familie zur Seite gestellt, um mich zu
ermutigen und aufzubauen. Die Gemeinde, die Familie
Gottes, ist mir dadurch sehr wertvoll geworden.
Horst Kappl |