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Stell dir vor: Gott ruft einfache Menschen!
Ich war 15 Jahre alt, als mich die Botschaft des Evangeliums zum ersten Mal berührte. Was mich wirklich
begeisterte, waren die Evangelien und die Apostelgeschichte. Sich vorzustellen, dass Gott einfache Menschen
beruft, ihm zu dienen und dies dann mit Kraft bestätigt, hat
mich zutiefst bewegt. Kurze Zeit später wurde mir gesagt,
dass es diese Art von Leben heute nicht mehr gibt und in
meiner Enttäuschung entfernte ich mich vom Herrn, fi el in
ein Loch, um vier Jahre später von Jesus wieder herausgeholt
zu werden. Diesmal war ich mir allerdings sicher, dass es
diese Art von Christentum noch geben muss und meine
Frau Brita und ich gingen auf die Suche.
Endlich fanden wir solche Christen und wir gaben direkt
unser Herz dem Herrn, unter der Voraussetzung, ihm alles
zu geben. Aber... wollte er mich denn überhaupt? War dieses
Verlangen in meinem Herzen, Jesus vollzeitig zu dienen,
wirklich von Gott? Zweifel kamen immer wieder auf, bis
ich in einem Gottesdienst saß und der Prediger einen
einfachen Satz sagte, der mein Leben verändern sollte:
„Das Verlangen deines Herzens ist die Berufung Gottes in
Deinem Leben.“
Eins wusste ich, dass ich Jesus mein ganzes Leben geben
wollte. Ein Jahr später gingen wir zur Bibelschule, um in
Deutschland die Liebe Jesu zu predigen. Deutschland?
Es war nie die Rede von Frankreich, bis der Herr unser
Herz lenkte.
Der Schlüssel der Berufung ist die Bereitschaft, Gott zu
erlauben, uns seine Liebe für die Menschen zu geben, zu
denen Er uns senden will.
So fand ich mich in einer seltsamen Situation. Während
ich immer noch davon ausging, dem Herrn in Deutsch-
land zu dienen, wuchs in meinem Herzen eine Last für
Frankreich, die mich selber überraschte. Ich fi ng an, für
Frankreich zu beten und war dabei häufig zu Tränen berührt,
wenn ich darüber nachdachte, wie sehr der Herr dieses
Volk liebt. Also gingen wir nach Frankreich, kamen nach
Marseille und wurden mit dieser orientalisch geprägten
Stadt konfrontiert.
Und langsam kam sie, diese Liebe für Nordafrika. Ich
erinnere mich, wie mich jemand als einen Missionar vorstell-
te, den der Herr unter der nordafrikanischen (arabischen)
Bevölkerung gebrauchen möchte. Ich habe mich damals
bei ihm darüber beschwert, denn ich hatte keine „Vision“
für Araber. Einige Jahre später habe ich mich bei diesem
Bruder entschuldigt und ihm für seinen prophetischen
Eindruck gedankt.
Eine Herausforderung auf dem Weg in meine Berufung
waren die Entscheidungen, die getroffen werden mussten,
um in diese Berufung hinein zu kommen.
Es ist eine Sache, die Liebe Gottes in meinem Herzen
wachsen zu sehen, es ist eine andere, die richtige Lebensentscheidung zu treffen, um in das hineinzugehen, was ich
das Projekt Gottes für mein Leben nennen möchte.
Ein Verlangen in den vollzeitigen Dienst hat mich zur
Entscheidung geführt, auf die Bibelschule zu gehen. Die
wachsende Liebe für Frankreich hat uns zu einem Langzeitengagement in Marseille geführt. Das Brennen im Herzen
für Nordafrika hat mich dorthin geführt, häufig in diese
Länder zu reisen und den Preis der Trennung von meiner
Familie zu zahlen.

ABER, was auch immer die Entscheidung war, die ich
getroffen habe, es war eine Freude es zu tun, denn die Liebe
und den Eifer Gottes hatte der Herr selber in mein Herz
gelegt und somit meine Berufung vorbereitet.
Björn und Brita Lütke
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(Missionsnachrichten 03/2006)
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