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Praxis in der Missionsschule

Dankbar Jesus dienen zu dürfen

Da stehen wir in dieser scheinbar endlos langen Warteschlange und hoffen ohne Schwierigkeiten durch die Passkontrolle zu kommen. Wir, dass sind Benjamin, Sascha und Björn. Es ist unser Einsatz zum Abschluss der Missionsschule in Marseille.

Die Hürden überwinden

Ein Team ist im Nordwesten Madagaskars, auf den Komoren. Wir drei haben uns entschieden nach Algerien zu reisen. Nach einigen Schwierigkeiten, um die Visa zu erlangen, hat es doch endlich geklappt. Jetzt noch die letzte Hürde der Passkontrolle und wir können durchatmen. Wie wohl alle Zollbeamten es tun, werden wir recht ernst von Kopf bis Fuß eingeschätzt und weiter geht’s. Mourad und Said warten schon auf uns, um uns in die Kabylei zu bringen. In den nächsten Tagen werden wir Seminare in zwei verschiedenen Gemeinden und einer Bibelschule halten.

Erste Erfahrungen

Es ist für Benjamin und Sascha ihre erste Erfahrung im Dienst in Algerien. Und das ist auch das Ziel dieser Missionsschule. Nicht etwa ein Diplom zu erlangen oder theologisch versierter zu werden, sondern sich ein Jahr Zeit zu geben, Gottes Plan auf dem Missionsfeld zu entdecken und zum Teil zu entwickeln. Einsteigen in die Gemeindegründungsarbeit in der Provinz, Missionsreisen nach Tunesien oder Algerien, Teamarbeit in Marseille und von erfahrenen Missionaren zu lernen, das steht im Zentrum dieser Schule vom „Equipes Mobiles“ (Mobile Teams). So können wir im Jahr fünf bis acht Missionsanwärter begleiten. Aber zurück nach Algerien. Dieses Mal konnten wir im Land reisen ohne irgendwelche Detonationen von Bomben zu hören. Die Seminare waren gut besucht und wir konnten auf zwei Ebenen dienen.

 
Fürbittegebet


Straßenbild

Unter dem Olivenbaum

Der Hunger nach Gottes Wort scheint nicht nachzulassen in Algerien. Nach der Euphorie der vielen Bekehrungen kann man jetzt auch feststellen, dass Gemeinden wieder schrumpfen. Häufig mangelt es an Lehre und die Saat, die aufzugehen schien, fiel auf den Weg und erstarb. Es ist umso dringender, Mitarbeiter in den Gemeinden auszubilden. Viele Gläubige leben in den Bergdörfern und es ist weit in die Stadt zur Gemeinde. Also ist es an der Zeit Hauskreise zu gründen, doch dafür braucht man Leiter. Selbst wenn es an Räumen mangelt, können sich die Geschwister in der Natur treffen. Pastor M. nahm uns mit zu einem solchen Treffen. Jeden Tag fährt er in eins der Dörfer, um Gebetstreffen zu organisieren. Wir parkten das Auto und machten uns auf den Weg außerhalb des Dorfes den Hügel hochzugehen. An einem Hang gelegen fanden wir uns unter sehr alten Olivenbäumen wieder. Ich musste unweigerlich an den Herrn denken, wie er den Ölberg liebte. Nach und nach kamen die Brüder, zum Teil mit ihren Kindern und setzen sich zu uns. Die Frauen mussten zu Hause bleiben, da sie nicht in der Öffentlichkeit an den Treffen teilnehmen können. Als alle anwesend waren, setzte sich Pastor M. auf einen erhöhten Ast und predigte das Wort. Nachdem ich auch anschließend einige Gedanken mitteilen konnte, beteten wir alle gemeinsam und jeder ging zurück in sein Haus. Das ganze Treffen dauerte vielleicht 50 Minuten, aber Jesus war da.

„Geist der Schüchternheit?“ oder „Geist der Kraft, Liebe und Zucht?“

Auch dieses Mal konnten wir wieder mit vielen Menschen beten. Für Benjamin und Sascha war es eine tolle Erfahrung zu erleben, wie der Heilige Geist durch sie wirken konnte. Bei einem Aufruf kam Rachid zu mir. Mit traurigen Augen schaute er mich an und sagte: „Pastor, befreie mich, denn ich habe einen Geist der Schüchternheit.“ Ich musste etwas schmunzeln und fragte Rachid, ob er denn gläubig sei. Als er dies bestätigte, teilte ich ihm mit, dass der Geist, der in ihm wohne, kein Geist der Schüchternheit (Furcht) sei, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht (2. Tim 1,7). Anschließend segnete ich ihn und er verließ den Saal. Wenige Stunden später traf ich Rachid in der Stadt. Es war keine Trauer auf seinem Gesicht zu sehen, sondern helle Freude. Ich lachte und fragte ihn: „Hast du deine Schüchternheit verloren?“ Aber er strahlte nur und meinte: „Ich weiß nicht was es mit der Schüchternheit auf sich hat, aber was ich weiß, ist, dass ich seit dem Gebet von einem langjährigen Rückenleiden geheilt bin.“ Dies ist eins von vielen Zeugnissen der Güte Gottes, die wir auf dieser Reise erlebt haben. Es ist etwas Herausragendes, Jesus Christus dienen zu dürfen und wir wollen jeden Tag dafür dankbar sein.

Wir danken euch für euer Gebet und für die Unterstützung, mit der ihr uns immer wieder segnet.

Eure Björn & Brita Lütke

PS: Falls DU an dieser Missionsschule interessiert bist, melde dich doch einfach bei uns. Es sind noch zwei Plätze für dieses Jahr frei. Start ist am 10. September. Weitere Infos unter www.lutke.org

Verwendungszweck-Angabe für Spenden

Lütke 230

(Missionsnachrichten 09/2005)

 
 
   
 
     

 

 

 

 

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