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Am 11. August 2005 erreichte uns folgender Bericht unseres Mitarbeiters
aus der Provinz Aceh in Indonesien:

Auch sieben Monate nach dem Erbeben und dem darauf folgenden Tsunami in Aceh, Nord-Sumatra, haben die Hilfsbemühungen noch nicht aufgehört.


Die Kinder in Aceh schauen uns begeistert zu, wie wir ein Schulgebäude bauen.

Die Grundschule einer Stadt in Westjava darf nicht mehr benützt werden, aber Lehrer und Schüler wollen nicht mehr in Zelten dem Wind und Regen ausgesetzt sein und daher findet der Unterricht dennoch in diesem zerstörten Gebäude statt.

In dieser Stadt in Westaceh blieb außer der Moschee kein Gebäude stehen

Dieser Comic wurde bisher in fast allen Tsunami betroffenen Ländern ausgeteilt, außer Aceh. wir haben ihn nun auf Bahasa Indonesia übersetzt und Namen und Orte kontextualisiert.

... er erzählt die Geschichte eines Jungen, der seine kleine Schwester vor der Flutwelle rettet.

die Lehrer weinen beim Lesen des Comics, sie selber haben noch ihr eigenes Trauma zu bewältigen

dies ist der erste Comic und vielleicht auch das erste Buch, das die Menschen in Aceh seit der Katastrophe in ihren Händen halten

Lange gab es keine Hilfe

In dem Ort T., West-Aceh, dort, wo die Städte direkt an der Küste liegen, konnten die Tod bringenden Wellen ungehindert Häuser und Menschen überrollen. Wenn man sieht, wie viele der Betroffenen hier noch in Zelten wohnen, dem starken Wind und heftigen Regenfällen ausgesetzt, dann könnte man sich fragen, ob denn Hilfe überhaupt schon bis hierher vorgedrungen ist. Da jedoch auch Straßen und Brücken fortgerissen wurden, war ein Zugang schwer möglich. Die Überlebenden mussten wochenlang auf Hilfe warten.

Gesunde Geburt – trotz Tsunami

Eine Lehrerin erzählte: „Ich war hochschwanger, als die Welle mich kilometerweit fortspühlte. Meine beiden Kinder wurden mir aus den Armen gerissen, ich habe sie nie wieder gesehen. Wir flüchteten dann in die Berge, wo ich mit meinem Mann wieder vereint wurde. Noch tagelang floss braunes Wasser aus meiner Nase und meinen Ohren. Am Tag nach dem Tsunami habe ich mein Kind zur Welt gebracht. Alhamdulillah, es ist gesund, obwohl es bei der Geburt kein sauberes Wasser gab und mein Mann die Nabelschnur mit seinem Schlüssel abtrennen musste.“

Solche Berichte sind keine Seltenheit.

Bis der erste US Hubschrauber mit Reis und Wasser eintraf, ernährten sich die Flüchtlinge wochenlang nur von Bananen. Und bis heute war es nur wenigen NGO´s gelungen, bis nach T. vorzustoßen.

Beschwerliche Reise ins Katastrophengebiet

Mit zwei LKWs und zwei 4-Wheel-Pickups machten wir uns am 16.07.05 auf den Weg, diese Stadt zu segnen. Schon auf halber Strecke blieben wir inmitten einer überfluteten Straße stecken. Der Wasserstand war so hoch, dass der Motor eines der beiden Ford Pickups ersoff. Maschinenschaden. Wir waren gezwungen, auf freier Flur zu übernachten und den Pickup am nächsten Tag zurückzulassen. So brauchten wir für die Strecke von 200 km geschlagene 36 Stunden! Sobald wir am nächsten Tag in T.angekommen waren, fingen unsere amerikanischen Freunde der AoG gleich mit dem Bau eines semi-permanenten Schulgebäudes an, das erste Stahlgebäude überhaupt in diesem Ort.

Seminare und Comics zur Hilfe für verwundete Seelen

Ich dagegen hatte zwei Psychologinnen aus Java mitgebracht, um die Lehrer dieses Bezirks in Trauma-Counselling zu schulen. Lehrer sind Schlüsselpersonen, daher sollen sie das Erlernte und Erlebte später an die Schüler weitergeben. Es war uns ein großes Anliegen, diesen Menschen auch Hilfe für ihre Seelen zu geben. Natürlich spürt auch ein traumatisierte Mensch zuallererst, wenn seine Grundbedürfnisse (Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf) nicht gedeckt sind. So fragten uns die Lehrer zuerst einmal, ob wir auch Schuhe mitgebracht hätten. Aber als Esther und Lenny, die beiden Psychologinnen dann darüber zu sprechen anfingen, wie man erkennen kann, ob eine Person unter Trauma, Depression oder Stress leidet, da waren alle Teilnehmer höchst aufmerksam. Wir gaben den Lehrern auch ein Werkzeug in die Hand, wie sie mit ihren Schülern über das Erlebte reden könnten. Ein Comic Heft, extra für "Tsunami-Kinder" produziert, erzählt die Geschichte von zwei Geschwistern, welche vor der Welle davonlaufen können und sich später auf die Suche nach ihren Eltern machen. Das Ende ist offen, denn jeder Leser ist gefragt, die Geschichte nach eigenen Vorstellungen zu beenden. Die Resonanz war überwältigend. Die Lehrer weinten beim Lesen der Geschichte. „Uns muss auch geholfen werden, sonst können wir den Kindern auch nicht helfen!“ sagten sie. So hatten sie viele Fragen und nahmen alle Informationen begierig auf.

Zum Abschluss des Seminars überreichten wir jedem Lehrer und jeder Lehrerin eine schöne Tasche und Stoff für eine Lehreruniform. Wir hatten im März schon mit VM-Spendengeldern 20 Nähmaschinen an lokale Schneider verteilen können. Somit sind sie jetzt auch mit Aufträgen versorgt.

So konnten wir in zwei Tagen 180 Lehrern und Lehrerinnen Anleitung geben, wie man traumatisieren Menschen hilft, ihnen zuhört und Verständnis zeigt. Auch besuchten wir 15 Schulen und verteilten über 3000 Comic Hefte.

Unterstützung bei Existenzsicherung und Wiederaufbau

In der Stadt M. konnte Frau Ria durch die Unterstützung der VM ihren Frisörladen wieder eröffnen. Voller Stolz erzählte sie uns dann auch von ihren ersten Kunden. Der Frau des Bürgermeisters gaben wir einen Gutschein für Kopfmassage und Gesichtsmaske im Salon Ria.

Auch sind wir gerade dabei, in der Stadt M. zehn Motorradwerkstätten mit gutem Werkzeug auszustatten. Die Werkzeugsets sind schon bestellt und angeliefert worden.

Die Notfallphase für Aceh, wo es nur darum ging, Lebensmittel, Notunterkünfte und medizinische Hilfe zu den Menschen zu bringen, ist jetzt schon abgeschlossen. Die zweite Phase, nämlich der Wiederaufbau Acehs wird noch bis zu fünf Jahren dauern. Wir arbeiten dagegen nun schon an der dritten Phase, die wir hier nicht weiter erläutern können.

Bitte betet für das Volk der Acehnesen!

Euer Rick

 

 



Lehrerzimmer... 7 Monate nach dem Tsunami war noch nicht einmal ein Schulgebäude errichtet

mit großer Anteilnahme wurde das Trauma-Seminar aufgenommen

Der Seminarraum quoll über, aber da der Tsunami die hintere Wand des Klassenzimmers mitgenommen hatte, konnten an einem Tag 150 Lehrer teilnehmen.


Viele Kinder finden ihre eigene Geschichte in der Erzählung wieder

Die meisten Christen in Aceh sind Chinesen; in der Stadt M. haben wir deren Kindern geholfen, das Erlebte zu verarbeiten

Frau Ria aus M, West-Aceh konnte mit Spendenhilfe der VM wieder ihren Frisörsalon eröffnen


Verwendungszweck-Angabe für Spenden

Leiner 170


Verwendungszweck-Angabe für Spenden

Korn 175

 
 
   
 
     

 

 

 

 

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