Hoffnung für Maika
Ein schlechter Start, ein
Mädchen zu sein!
Hierzulande Mädchen zu sein, ist
schon mal ein schlechter Start im
Leben. Das fängt schon lange vor der
Geburt an. „Ich habe das letzte Kind
abtreiben lassen, weil es ein
Mädchen war, aber jetzt brauche ich
noch einen Jungen“, erklärt mir eine
Patientin.
Aber Maika hat noch einen
besonderen Nachteil
Liebreizend sitzt die einjährige
auf dem Arm ihrer Mutter. Sie hat
das schönste Kleidchen an, das sie
besitzt. Niemand, außer den Eltern
weiß, dass unter dem Kleid eine
Plastiktüte an der Bauchwand
angebracht ist. Maika wurde ohne
Darmausgang geboren. Mutig hat der
Chirurg im nächsten Krankenhaus
einen künstlichen Ausgang geschaffen
und diesen Beutel daran befestigt,
der jetzt regelmäßig ausgeleert
werden muss.
„Wir möchten das Kind hier abgeben.
Wir können so nicht weitermachen.
Wir haben ein winziges Land zu
bebauen. Kein Geld und keine Zeit
für Krankenhäuser.“ „Und wenn die
Sache wieder in Ordnung kommt?“
„Dann wollen wir sie nicht
zurückhaben. Behaltet sie – für
immer.“ Sie denken an Maikas
heiratsfähiges Alter. Wer wird ein
Mädchen nehmen, deren Anatomie nicht
makellos ist? Und Heirat ist nun mal
die einzige Zukunft für ein Mädchen.
Sie sehen keine Alternative.
Erster Schritt: Wir haben eine
relativ kleine Uni-Klinik in der
Nähe. Erst mal dort fragen. Aber
keiner der Ärzte konnte für Maika
irgendeinen guten Rat geben.
Gott hat die kleine Maika
besonders lieb
Wenn Gott einem Menschen einen
Platz anweist und er/sie geht dort
hin, dann sorgt Er auch für die
Aufträge.
Es war Gabi, eine junge Deutsche,
die Er vor Jahren rief, Menschen –
Kinder und Erwachsene – in
besonderen Notlagen aufzunehmen und
ihnen zu helfen. Der Platz ist
Delhi.
Gabi ist bereit, Maika aufzunehmen.
Gott wies einigen unserer ehemaligen
Jungen Arbeitsplätze in den großen
Krankenhäusern Delhis an und er wird
sie dazu gebrauchen, Maika mit den
kompetenten Ärzten in Verbindung zu
bringen. Noch wissen wir nicht, ob
überhaupt eine weitere Operation
möglich ist. Das werden die nächsten
Wochen zeigen. Aber wir wissen, dass
Maika und ihre ganze Zukunft in Gott
geborgen ist.
Heute ist Maika abgefahren in Gabis
Heim und – ein Wunder – die Eltern
sind mitgefahren, ihrem Kind
zumindest ihre Zeit zu geben. Wir
freuen uns. Wir denken daran, wie
Gott durch Hosea sagt, dass er aus
steinernen Herzen fleischerne machen
will, aus harten Herzen weiche,
warme, lebendige.
Wenn Jesus im Leben dieses Ehepaares
ganz Raum gewinnt, dann werden sie
auch ihre Tochter mit Seinen Augen
sehen.
Maria und Stefan Winkler
(Missionsnachrichten 07/2005)
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Mädchen
haben es in Indien sehr schwer
Die kleine Maika mit ihren Eltern
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