Welche Botschaft lebst du vor?
Viele Menschen in deinem Umfeld
lesen die Bibel nicht, wissen nichts oder nur falsches von Jesus, und haben
nicht die lebendige Hoffnung,
die nur Jesus geben kann. Welche Botschaft lebst du vor, und welchen Jesus kann
dein Nachbar oder Arbeitskollege oder Kinder lesen
aus deinem Leben? Für uns, in unserem islamischen Lebensumfeld, ist das oft die
einzige aber auch die effektivste Verkündigungsform.
Hier ist es die gelebte
Liebe, das offene Haus, das Leben nach den Worten Jesu, das von den Menschen
gelesen wird. Und es ist wirklich ein Leben in einem Glashaus, bzw. auf einem
Präsentierteller.
Jeder sieht voll rein, es gibt keine Geheimnisse, alles ist mehr oder weniger
offenbar vor den Augen der Menschen, z.B. dem Wächter, Nachbarn und eigentlich
der ganzen Stadt. Und das ist keine geringe Herausforderung. Es heißt, man kann
sich eigentlich keinen Schnitzer erlauben.
Der Kampf ums Überleben
Nein, das Leben
wird erbarmungslos
beobachtet. Und unser Volk ist bekannt als Menschen, die einen psychologischen
Röntgenblick
haben. Jede charakterliche
Schwäche wird erkannt und schamlos zum eigenen Vorteil oder zu deinem Nachteil
ausgenutzt. Es ist ein hartes Volk, das den Kampf ums Überleben kennt.
Schwachheit oder Weichheit ist in der harten Realität des Wüstendaseins ein
Übel. Nur der Harte überlebt. Man sieht es an Praktiken wie z.B. bei der Geburt
von Zwillingen. Das Starke bleibt bei der Mutter, das Andere wird in eine
Astgabel gelegt, bis es von einem Raubvogel oder einer Hyäne geholt wird. Aber nicht unbedingt
aus Lieblosigkeit, sondern wegen der Härte der Lebensbedingungen,
die der Mutter nur die Kraft gibt, für ein Kind genug Milch zu
produzieren.
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„Weich“ durch christliche Prägung?
Ich weiß noch sehr gut, als wir
ganz neu in unserem Einsatzland waren, war ich „weich“ durch die christliche
Prägung und ich war nicht vorbereitet auf ein Volk, das nicht im Entferntesten
„christlich“
geprägt ist. Ich traf auf eine unglaubliche Härte und wurde getestet
bis aufs Blut. Bei diesem Test fallen so viele Dinge weg, die ich für christlich
gehalten habe, aber die es in Wahrheit gar nicht sind.
Weichheit wird manchmal
für Liebe
gehalten, und ist dennoch nichts anderes als Inkonsequenz. Mein „Ja“ muss zu
einem „Ja“ werden und mein „Nein“ zu einem ganz klaren „Nein“! Natürlich musste
ich lernen mein „Nein“, kulturell richtig zu verpacken. Ich darf nicht als einer
gefunden werden, dem Lüge nachgesagt werden kann, aus Mangel an Konsequenz.
Was
bewegt mich?
Ich muss lernen, im Kontext großer
Leiden und vieler äußerlicher Mängel, nicht von der Not getrieben zu werden,
sondern von dem, was Jesus von mir in der jeweiligen Situation möchte. Ich darf
aber auch nicht verhärtet
werden und mir eine seelisch
geistliche Hornhaut wachsen
lassen, wo menschliches Leid
nur noch dran abprallt und |
mich nichts mehr berührt. Jesus war immer noch bewegt von
dem einzelnen
Schicksal der Menschen, die zu ihm kamen und um Hilfe baten. Wir haben die
Gefahr gesehen, dass man hart werden kann und nichts mehr an sich heran lässt
und damit emotional unbeteiligt bleibt. Christlich Leben im Team
Nebenbei sind wir gefordert, ein „christliches Leben“ vorzuleben, dort wo wir als Team zusammenleben.
Auf die Gastkultur stellt man sich ein, erlernt sie mit allergrößter Liebe und Hingabe. Das gleiche ist nötig für den Kollegen, der aus dem amerikanischen Kulturraum kommt, oder den Kollegen, der aus einem anderen afrikanischen Land kommt. Das gibt uns die wunderbare
Chance vorzuleben, dass Jesus der ist, der die Nationen herausruft in seine Nachfolge.
Wir lassen uns gerne in unser Glashaus schauen
Wir sind noch bis Juli in Deutschland zu unserem Heimataufenthalt, sind unterwegs und berichten von dem, was Jesus unter unserem Volk tut. Wie er Menschen herausruft und mit Liebe umgibt und bewahrt vor den Angriffen des Bösen, dem es gar nicht gefällt, dass Menschen gerettet
werden. Vielleicht hast du ja Interesse an einem Bericht in deiner
Gemeinde. Wir kommen gerne vorbei und lassen euch teilhaben an dem, was Jesus in einer ganz anderen
Ecke des Reiches Gottes tut. Wir wollen uns gerne reinschauen lassen ins Glashaus.
Mit vielen lieben Grüssen,
eure
Missionare
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