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Nichts ist umsonst?

Der Gruß der Christen

Wenn in Kenia sich zwei Christen auf der Strasse treffen, kann man ungefähr folgende Szene beobachten: „Preis dem Herrn“ – „Amen“ – „Ich bin heute noch gerettet, der Herr hat mein Leben und meine Seele bewahrt, er hat mich bis zum jetzigen Punkt gebracht“ – „Amen, Preis den Herrn“.

Dann kommen noch andere Begrüßungsfragen bis man dann auf die Dinge des Alltags zu sprechen kommt. Auch wenn es so klingt, als dresche man nur Phrasen ab, so ist es dennoch eine Proklamation dessen, was den Unterschied im Leben macht: Jesus hat etwas verändert in meinem Leben, durch seine Gnade bin ich, was ich bin. Wegen der Liebe Gottes bin ich dort wo ich jetzt bin. Nun trifft ja eine solche Unterhaltung nur auf Leute zu, die Jesus kennen gelernt haben.

Was beherrscht die Mehrheit der Menschen?

In unserem Lebensumfeld gibt es allerdings eine überwältigende Mehrheit an Menschen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Volksislam stehen. Wir erleben mit, wie Menschen von Flüchen überschattet sind, oder wie sie unter dem Einfluss von bösen Geistern stehen. Oft ist ihre Gedankenwelt ständig damit beschäftigt, sich vor Flüchen zu schützen und Böses abzuwenden. Es gibt tausenderlei Geheimrezepte, um sich zu schützen und z. B. den „bösen Blick“ abzuwenden. Mit der Wahrscheinlichkeit, dass jemand von einem bösen Geist, einem „Jinni“, besessen ist, oder dass eine momentane Krankheit durch einen Fluch ausgelöst ist, wird ständig gerechnet. Da wir uns im islamischen Kontext befinden, ist es nur natürlich, dass der Koran zur Heilung von Krankheiten und zum Exorzismus von „Jinnis“ herhalten muss. Das Paradoxe allerdings ist, dass derselbe Koran auch dazu dient, eine bestimmte Person mit einem Fluch zu belegen.

Nichts ist umsonst

Um eine bestimmte Krankheit zu heilen bzw. eine Person zu befreien, wird Korantext auf ein Stück Papier oder Holz geschrieben, und danach wird die Tinte abgekratzt und in Wasser gerührt. Die Mischung aus Wasser und Korantinte wird nun von dem Patienten getrunken, und die Heilkraft des Korantextes soll dann im Leben des Patienten Kraftwirkung auslösen. Nun kann allerdings der Priester (Sheikh) diesen Dienst am Kranken oder zum Verfluchen nicht umsonst tun, sondern es muss geschlachtet werden, und die Familie des Patienten muss eine ordentliche Summe aufbringen, um „die Religion auf die Person zu legen“ (wörtl. Übersetzt).

Marktlücke: Gebet umsonst

Nicht jeder kann sich so einen Priesterdienst leisten, und da haben wir als Team in unserem Dorf eine Marktlücke gesehen: „GEBET UMSONST“. Wir lassen nicht für uns schlachten, wir müssen nicht erst eine Schüssel mit Reis essen, bevor wir beten können. Nein das Gebet ist umsonst, denn umsonst haben wir empfangen, umsonst geben wir weiter, was wir empfangen haben.

Und die Leute sind äußerst empfänglich dafür, und seitdem wir angefangen haben, dieses Gebet ihrer Muttersprache anzubieten, wächst die Begeisterung. Die Menschen hier haben so viele Nöte und das Leben ist für einen Grossteil der Bevölkerung ein einziges Leiden, ein Überleben von einem Tag auf den nächsten. Und keiner kann zu Gebet nein sagen. Den Mut hätte schon gar keiner. Denn wenn ich sage, dass Gott alle Macht hat und tun kann, was er will, stoße ich auf breite Zustimmung. Und ich sage Euch, ein Gebet über einem Kranken, gesprochen in ihrer Muttersprache, mit einem oder zwei Mitchristen und sonst nur muslimischen Mitbetern, ähnelt vom Temperament her stark einem pfingstlich-charismatischen Gebetstreffen. Hände werden aufgehoben, Gottesnamen werden ausgerufen, immer wieder wird laut Amen gerufen. Und bisher haben wir nur tiefe Dankbarkeit und Respekt als Resonanz erhalten.

Ein Beispiel aus der Frauengruppe, die regelmäßig Bibelgeschichten hört, ist H., eine Frau, die schon lange bei uns arbeitet. Sie erkrankte plötzlich an hohem Blutdruck und klagte ständig über Kopfschmerzen. Nach einer Weile fragte ich (Dörte) sie, wo denn der Stress liege. Sie erzählte mir von ihrem Mann, der nur bei seiner zweiten Frau ist und ihre Kinder nicht unterstützt. Darüber streitet sie oft mit ihrem Mann und der Schwiegermutter und jetzt hätte ihre Schwiegermutter sie verflucht. Sie solle durch den Fluch sterben, damit ihr Mann an ihr Grundstück komme. Nachdem wir mit gebetet hatten, kam sie wieder fit zur Arbeit und erzählte den anderen Frauen begeistert davon, auch wenn sie selber Jesus noch nicht als ihren Herrn anerkannt hat. Wir sind gespannt wie sich dieser Dienst, Gebetsdienst weiter entwickelt und wir beten, dass für viele der Teufelskreis von Verfluchungen und die Angst davor, zu einem endgültigen Ende kommt, wenn sie die Kraft des Namens Jesu in ihrem eigenen Leben erleben. Bitte betet mit uns, dass der herrliche Name Jesu weiter verherrlicht wird, durch kraftvolle Zeichen und Wunder.

Eure Missionare

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Renner 550

(Missionsnachrichten 09/2004)

 

 
 
   
 
     

 

 

 

 

 

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