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Auf der Suche nach dem Weg zum Leben

Hassan lebte in einem abgelegenen Dorf eines überwiegend islamischen Landes. Sein Stamm und seine Familie waren überzeugt, dass die Lehre Mohammeds und des Koran der einzig richtige Weg sei.
   Auch für Hassan war das klar, liebte er doch sein Volk und seine Familie. Seine Welt war in Ordnung, auch wenn er mit den Kamelen für mehrere Wochen losziehen musste. Er mochte das Leben in der wilden ungezähmten Landschaft, wo der Kampf mit Löwen und Hyänen dazugehört, die versuchen, sich an den kleineren Tieren der Herde zu bedienen. Er war ein glücklicher Junge, obwohl seine Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, als ein LKW ungebremst in eine Gruppe von Marktfrauen raste.
   Aber aus islamischer Sicht war klar, Allah hat das so zugelassen, so muss es der Wille Allahs gewesen sein, dass seine Mutter auf diese Weise die Erde verlies. Die Trauerzeit war nicht lang und es war klar, dass seine Tante die Verantwortung wie für einen eigenen Sohn übernahm.

   Sein Vater hatte noch zwei weitere Frauen und nicht viel Zeit für den Jungen, da er noch lokaler Leiter des Clans und Sheikh seines Gebietes war. Der Vater starb auch vor einigen Jahren und nun war Hassan Waisenkind.
   Das Leben verlief für Hassan ruhig. Nur, dass ihm die Schulausbildung verwehrt wurde, machte ihm zu schaffen. Die Koranschule musste er allerdings besuchen. Für einen muslimischen Jungen ist es eine Pflicht, den ganzen Koran mit seinen 114 Suras (Kapitel) auf arabisch auswendig zu lernen, so dass das Werk in einer Singsprache rezitiert werden kann.
   Ein Kind, dessen Muttersprache nicht arabisch ist, versteht kaum etwas von dem, was es rezitiert. Aber Hassan hat in dieser Disziplin

geglänzt und Hoffnungen wurden in ihm bestärkt, dass er danach zur Schule gehen darf.
   Aber er wurde wieder enttäuscht und man gab ihm ein Fahrrad, in der Hoffnung, dass er die Sache vergisst.
   Säkulare Ausbildung wurde als antiislamisch gesehen und nicht erstrebenswert für den Sohn eines Sheikhs. Er sollte wie sein Vater werden, ein versierter und respektierter religiöser Mann in seiner Gesellschaft.

Neugier und die Konsequenzen

Die in ihm steckende Neugier trieb ihn an, seine Umgebung kennen zu lernen.
   In der Nachbarschaft wohnten Angehörige eines anderen Volkes, die fröhliche Gottesdienste feierten. Es schien, als hätten sie Grund zur Freude und zum Singen, zum Beten und zum Predigen. Er wurde angewiesen, sich nicht für diese Menschen zu interessieren, da sie anders seien und Islam ohnehin die beste und letzte Offenbarung sei. Aber er konnte es dennoch nicht lassen, Fragen zu stellen, warum sie so fröhlich singen und beteten. Die einzige Antwort die er bekam, war, sich von ihnen fernzuhalten, sie wären unrein und sie seien Ungläubige. Das half nur für kurze Zeit, denn seine Neugier war nun wirklich angestachelt.
   Immer wieder, auf dem Markt oder am Tor, suchte er Gelegenheit mit diesen Menschen Kontakt aufzunehmen, und merkte, dass sie nicht bedrohlich waren, sondern sogar liebenswert und normal.
   Hassan fragte weiter, bis zu dem Punkt, wo die Familie einschreiten musste. Was macht man mit einem Jungen, der zu neugierig ist? Man verprügelt ihn und sperrt ihn für drei Tage ein, gibt ihm wenig zu Essen, und hofft, dass das Interesse

in falsche Dinge aufhört und der Kopf wieder klar wird.
   Denn was würde man mit einem Jungen tun, wenn er Christ würde. Man müsste ihn ohnehin umbringen, deswegen reagiert man lieber frühzeitig und versucht das Schlimmste zu verhindern, um ihn vor der Hölle zu bewahren.

Der Missionar sprach die Muttersprache

Aber in Hassans Fall ging die Rechnung nicht auf. Als er aus seiner Zelle kam, gab die Tante ihm etwas Geld, damit er zu Verwandten fahren könne, bis die Stimmung abkühlt.
   Den Betrag in Händen haltend, hat er nicht zweimal überlegt und floh ins Nachbarland, wo er auf Religionsfreiheit und Schule hoffte. In einer Stadt angekommen, suchte er zuerst ähnliche Menschen wie die, vor denen er gewarnt wurde. Jeden Sonntagmorgen ging er umher, um einen Ort zu finden, wo diese Lieder gesungen werden und diese Freude zu spüren sei.
   An einem Sonntag kam er an einer Kirche an und traf einen Missionar auf dem Weg zum Gottesdienst. Der Missionar grüßte ihn in den verschiedenen Sprachen und lud ihn ein, mitzukommen. Aber er war noch zu ängstlich und hatte nicht den Mut, über die Schwelle einer Kirche zu treten. Am darauf folgenden Sonntag geschah das Gleiche. Hassan war nur in der Lage, sich in seiner Muttersprache zu verständigen und der einzige Christ, der seine Sprache sprach, war der Missionar.
   Nach dem Hassan realisierte, dass der weiße Mann seine Sprache sprach, fasste er etwas Vertrauen und sagte ihm, dass er Christ werden will und in die Schule gehen möchte. Der Missionar lud den Jungen zu sich ein, um ihm mehr von Jesus und seiner Liebe zu erzählen. Am ersten Tag wurde ihm Jesus

vorgestellt durch den Jesus Film. Die Liebe Jesu und sogar die Bereitschaft, sich für die Sünden anderer zu opfern, hat sein Leben von einem Moment auf den anderen umgedreht. An diesem Abend gab er sein Leben in die Hände von Jesus.

Der Weg des Lebens …

In der gleichen Nacht noch hatte er einen Traum. Er wurde von einer Stimme geweckt, die zu ihm sprach: „Der Weg auf dem Du gehst, ist der Weg zum Leben“.
   Etwas verwirrt legte er sich wieder nieder, weil er nicht verstand, was das zu bedeuten hatte. Jeder um ihn herum war im Tiefschlaf, so schlief auch er wieder ein, nur um kurze Zeit später wieder geweckt zu werden. Die gleiche Stimme kam zu ihm und sagte erneut die gleiche Botschaft, dass der Weg, den er gewählt hatte, der Weg zum Leben sei.
   Immer noch beunruhigt über die Erscheinung, kam er am nächsten Tag zum Haus des Missionars. Dieser erklärte ihm, dass ein Engel des Herrn zu ihm geredet habe, der ihm versicherte, dass die Entscheidung für Jesus ihn auf den richtigen Weg gebracht habe, obwohl sein ganzes Volk einen anderen Weg geht. Er ist mit Jesus auf dem Weg des Lebens.

… ist ein steiniger Weg

Es ist ein steiniger Weg, als Konvertit in einem islamischen Umfeld zu leben. Aber Jesus hat seine Kraft bewiesen und gibt genug Kraft für jeden neuen Tag mit seinen neuen Herausforderungen.
   Die Geschichte geht weiter, sie würde ein Buch füllen, obwohl noch gar nicht sehr viel Zeit vergangen ist, seit der Bekehrung.
   Betet für Konvertiten aus dem islamischen Umfeld, dass sie so wie Hassan die Kraft Gottes und das Reden Jesu selber erleben und sich zu ihm stellen, trotz vieler Anfeindungen.
T. R.

 


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(Missionsnachrichten 09/2005)

 
 
     
 
   
 
     

 

 

 

 

 

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