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Das „Einzige“, was wir tun konnten

Das Jahr 2006 war das ereignisreichste in unserer Missionskarriere. Mit diesem Bericht möchten wir Euch ein wenig an diesen Ereignissen teilhaben lassen. Im September 2005 kamen wir von unserem Heimataufenthalt wieder zurück in unser Arbeitsgebiet, den Nordosten Kenias in eine Kleinstadt mit etwa 98% islamischer Bevölkerung. Wir haben schon sechs Jahre hier gelebt und uns seit einiger Zeit gefragt, ob der Herr uns an einem anderen Platz haben möchte. Wir fragten, wann es Zeit sei einen Wechsel, um der Kinder willen, vorzunehmen. Sollten wir dort weiterarbeiten und die Kinder ins Internat bringen? Oder sollten wir besser gemeinsam umziehen?

Die Antwort kam ganz anders, als wir sie erwartet hatten. Wir sahen, dass sich unsere Arbeit durchaus positiv entwickelte, denn im Januar dieses Jahres sammelte sich eine ganze Gruppe junger Männer und Frauen um uns. Es war, als tauchten sie aus dem Nichts auf. Sie wurden total entzündet für Jesus. Wir haben den Herrn gepriesen, dass nach vielen Jahren harter und mühsamer Arbeit die Ernte eingefahren werden konnte.

Die Reaktion der religiösen Leiter, Sheikhs und Imams, ließ nicht lange auf sich warten. Als diese von einer Taufe Wind bekamen, die wir in einer benachbarten Stadt durchführten, brach bald der Sturm los. Einer der Neubekehrten war der Halbbruder eines sehr einflussreichen muslimischen Leiters.

Es begann mit Drohbriefen gegen uns Missionare und die Kirche: „Wir werden eure Köpfe abschlagen und die Kirche bombardieren, alles ist bereit!“ „Takbir Allahu Akbar“ ist der Aufruf zum heiligen Krieg.

Bei uns war natürlich Krisenstimmung.
Jeden Morgen trafen wir uns mit unseren Kollegen und den leitenden Brüdern. Wir beteten um Weisheit und Schutz. Die Steinigung eines Neubekehrten und die geplante Tötung eines kenianischen Bruders wegen der Beteiligung an unserer Arbeit, waren der Höhepunkt der Gewalt.



Gott hat massiv eingegriffen und die Polizei zur rechten Zeit losgeschickt. Die Menge wurde durch Gewehrsalven auseinandergetrieben und so das Leben von unseren Freunden verschont.
Jede Nacht wurden wir von Polizisten bewacht, und dennoch weiß man nicht, ob man am nächsten Morgen wieder aufwacht. Gibt es eine Attacke in der Nacht? Sind die Beamten draußen Freunde oder Feinde?

Gebet um Bewahrung war sehr real und genauso die Antwort am nächsten Morgen. Es gab einige Versammlungen mit vielen Anschuldigungen, u. a. hätten wir den Menschen Liebe gezeigt, oder es wurden von uns 32 Kinder entführt. Man drängte uns, die Stadt innerhalb von zehn Tagen zu verlassen, andernfalls würde Gewalt angewandt werden. Die Regierung konnte uns keine weitere Sicherheit mehr gewähren. Es gab zwar noch einige Verhandlungen und Gespräche, aber am Ende der Frist stand fest, wir müssen gehen. Ein einheimischer Freund sagte noch zu uns: „Seid froh, dass Ihr lebend raus gekommen seid, vor ein paar Jahren noch hätte man direkt geschossen.

Gebet und Gebetserhörungen haben viele Dimensionen. In dem ganzen Trubel haben wir den Schutz Gottes durch Gebet erlebt, haben gesehen wie Menschen durch Gebet in die Gegenwart Gottes kamen, und die Freude des Heiligen Geistes erlebten. Unsere Ausgangsfrage, wann wir uns verändern sollten, war somit auch geklärt.

Die nächste Frage an den Herrn war dann, wie es nun weitergehen soll. Die erste Zuflucht war Nairobi, wo es zunächst eine Menge zu verarbeiten gab. Als es so richtig heiß her ging, bekamen wir eine Anfrage aus einem Krankenhaus nicht weit von Nairobi entfernt. Ich wurde angefragt, eine Stelle als Krankenhauspastor zu übernehmen mit einem Schwerpunkt auf unsere Zielgruppe. Denn das Krankenhaus (250 Betten), wo wir inzwischen tätig sind, hat fast 50% muslimische Patienten.

Dieser neue Wirkungsort öffnet eine Fülle von Möglichkeiten, mit unserer Zielgruppe zu arbeiten. Die Offenheit über Glaubensdinge zu sprechen, ist hier weit größer, als es vorher war. Vor allem kommen die Patienten aus absolut verschlossenen Gegenden, wo kein Missionar hinkommen kann. Gott hat da unser Territorium ganz wesentlich erweitert. Mit den Sprachkenntnissen, die wir uns in den Jahren unseres Dienstes erwerben konnten, haben wir jetzt die Möglichkeit, viele Menschen aus diesem Gebiet erreichen zu können. Wir preisen den Herrn für seine Gnade, dass wir mit heiler Haut aus der Gefahr herausgekommen sind und in einen neuen Dienst hinein geführt wurden.

Thomas und Dörte Renner
 

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(Missionsnachrichten 05/2006)

 
 
   
 
     

 

 

 

 

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