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Vor einiger Zeit besuchten Dr. Jukka und Raili Harjola aus Finnland unsere Missionare in Malawi. Jukka und Raili haben viele Jahre als Langzeitmissionare
in Kenia und Äthiopien gearbeitet. Jukka hat „Community
Health Evangelism“ im Rahmen seiner Außenmission weltweit ins Leben gerufen. Es ist ein Dienst, der den Menschen
ganzheitlich helfen soll.Hier schildert er seine Eindrücke von Land und Leuten und berichtet
über das Seminar, das er dort leitete. Malawi ist ein kleines, lang gezogenes
Land, südlich von Tansania, im Westen liegt Sambia und im Süden und Osten wird es von Mosambik
eingeschlossen. Das Land hat ca. elf Millionen Einwohner. Malawi befreite sich 1966 von der Kolonialmacht, aber es gibt heute noch etliche Elemente in der Kultur und ihren Bräuchen, die auf den Einfluss der Engländer zurückgehen.
Malawi gehört immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Es gibt weder größere Industrie, noch Bodenschätze oder andere Hilfsmittel,
mit denen die Menschen ihre Lebenslage verbessern könnten. Finnisch-deutsche Kooperation
Die finnisch-deutsche Missionarsfamilie
Kirsi und Ulf Strohbehn hat schon seit einigen Jahren gute Gemeindearbeit durch die Velberter Mission in Malawi geleistet. Die Bewegung vor Ort, mit der unsere
Freunde zusammenarbeiten, heißt
Apostolic Faith Mission (AFM), die
im südlichen Afrika ziemlich weit
verbreitet ist. In Malawi hat die
AFM ungefähr 15.000 Mitglieder. Wir
kamen an einem Donnerstag
in Malawi an. Da unser Seminar erst
am Montag beginnen sollte, war noch
genügend Zeit, um Kirsi und Ulf und
ihren Dienst besser kennen zu
lernen. Am Sonntag waren wir mit Ulf
schon früh unterwegs. Wir fuhren
zweihundert Kilometer nordwestlich
zu einer Gemeinde in den Bergen.
Eine von Ulfs Aufgaben ist es, die
vielen Gemeinden vor Ort zu
besuchen. Ich habe die Reise
genossen.
Ich konnte auf diese Weise das
malawische Leben etwas näher kennen
lernen und vor Seminarbeginn
auch den Leiter der Gemeinden
treffen. Am Montag war es dann etwas
leichter anzufangen, da wir schon
„alte Bekannte“ waren. Diese
Gemeinde, mit ihren hundert
Mitgliedern, hat noch kein eigenes
Gemeindehaus. Sie haben ein
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Klassenzimmer von der Schule
gemietet und versammeln sich dort
jeden Sonntag. Der Raum, bei dem
Wände und Fußboden aus Lehm sind,
füllte sich schnell mit fröhlichen
Leuten. Die Menschen lieben Musik.
Am Anfang des Gottesdienstes
wurde eine ganze Stunde nur gesungen
und gepriesen. Ich konnte Grüße aus
dem fernen Finnland weitergeben,
bevor Ulf predigte. Es war eine
Freude, eine richtig gute Predigt
von einem Ausländer
in einer afrikanischen Lehmkirche
zu hören. Ulf konnte sich 5prächtig in die Situation versetzen, manchmal bewegte er sich so viel, dass er sogar das Gebäude verließ. Aber das passte gut zum Text, und die Predigt über den Gelähmten am schönen Tor war obergut. Gesundheit und Evangelisation
Am Montag fingen wir dann mit unserem Seminar zum Thema Gesundheit und Evangelium an. 23 einheimische Leiter und Gläubige im Gesundheitswesen nahmen daran teil. Das Seminar schien zur richtigen Zeit zu kommen, da die Abhängigkeit vom ausländischen Geld hier sehr problematisch ist und damit natürlich der Beginn jeglicher Eigeninitiative im Keim erstickt wird. Der Gedanke des Seminars war, die Ortsgemeinde dahingehend zu ermutigen, über das Wohl des ganzen Dorfes nachzudenken. Viele unserer Ideen und Fragen waren völlig neu für sie. Gleichzeitig konnten wir feststellen, dass wir bei den Teilnehmern ein Interesse entfachten, einmal etwas Neues auszuprobieren. Die Notwendigkeiten
dafür sind gegeben, einige der Teilnehmer leben und arbeiten auch in moslemischen Gebieten. Gesundheitsevangelisation ist ein Dienst, der besonders in der so genannten Dritten Welt auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht. Grundlegende Fragen werden beantwortet.
Eine kleine Auswahl aus unseren
Lehreinheiten kann dafür ein Beispiel sein. Lektion 1: Wie können wir eine vernünftige Toilette bauen? Lektion 2: Was bedeutet Schuld? Lektion 3: Wie kann ich meinem Kind, welches an Durchfall
leidet, dennoch Nahrung zuführen? Lektion 4: Was sind die besten Düngerarten in unserer Gegend? Lektion 5: Wie empfange ich Gottes Liebe? Unter den Teilnehmern haben zwei Schwestern und ein jüngerer Bruder sich bereit erklärt, einen Gesundheitsevangelisationsdienst in Malawi zu beginnen. Wir möchten
ihre ersten Schritte dabei gerne begleiten. Dr. Jukka Harjola |