|
„Ein unbesätes und ein besätes Feld sehen fast gleich aus – auf den ersten Blick. Beide sind nicht sehr ansehnlich. Sie haben noch mehr gemeinsam: Fürs Erste ist hier nichts Nützliches zu erwarten; falls es eine Ernte gibt, dauert das noch lange. Es könnten einem – um die Worte des Psalmschreibers zu verwenden
– die Tränen kommen, besonders wenn man dann auch noch sieht, wie hungrige Vögel sich über das ausgestreute Saatgut hermachen.
Im Nordosten von Mali sind entlang des Nigerflusses unzählige Reisfelder von Wasser bedeckt. Da sieht man nichts von einer eventuellen Ernte. Schon bald nach der Aussaat kommen einige Vögel und werden satt. Dann, kurz vor der Ernte, bringen sie ihre Freunde mit und knabbern an den Reiskörnen. So ein Feld ist dann wieder in größter Gefahr. Das Knabbern an sich kostet
den Sämann nicht viele Nerven, aber der Abflug zum nächsten Feld. Jetzt wird es spannend. Ist der Reis schon fast reif, reicht der kurze Ruck beim Abheben der Vögel aus, um die Körner ins Wasser fallen zu lassen. Dort lauern auch schon die nächsten hungrigen Empfänger, die Fische, die im Flusswasser, wo ja der Reis wächst, baden. Die bedienen sich dann und machen fette Beute.
Ihr seht, das mit der Aussaat ist keine risikofreie Angelegenheit. Ganz ähnlich ist das mit der Übersetzungsarbeit,
die wir hier in Mali tun. Wir säen, nicht fürs Geflügel oder die Geschuppten, sondern für die Menschen. Auch keinen Reis, sondern Gottes Worte in Herzen, die für sie in Songhai verdaulich werden sollen. Noch sehen wir |
keine Ergebnisse, jedenfalls keine
umwerfenden. Noch ist scheinbar
alles beim Alten. Noch sind die
Songhai größtenteils Anhänger des
Islam, in der Nachbarschaft werden
sogar Steine für eine große Moschee
aufgehäuft. So rein menschlich
könnten einem schon längst die
Tränen gekommen sein, wenn man nicht
an den Jubel dächte, der ja noch
aussteht. Wir werden schon „sehen“,
wie sich das Echo des Wortes Gottes
anhört!
 |
|

|
Verwendungszweck-Angabe für Spenden
|
|
|
(Fokus Mission 06/2007)
|
Erst kürzlich haben wir gesehen, wie offen einige Herzen sind. Zwei unserer Freunde, einer davon unser Vermieter, der andere ein Schmied, kamen mit uns ins Gespräch. Nach Jahren der Freundschaft konnten wir nun mal ganz ungestört über Jesus und das Evangelium
mit ihnen sprechen. Sie hatten einige Fragen und wollten wissen, was denn diesen Jesus von den anderen Propheten unterscheitet. Zu diesen Gesprächen wäre es gar nicht erst gekommen, hätten wir voreilig die Flinte ins Korn geworfen.
Beim Reis steht schon gleich nach der Saat die Ernte auf dem Spiel, bei der Bibelübersetzung ist das Wagnis zwar ebenso groß, aber der Erfolg wird nicht von den Reisessern garantiert, sondern von unserem großen Feldbesitzer, dem Erschaffer des Reises. Und Er hat nicht vor, allein zu jubeln.
Matthias & Tanja Liebrecht 
|