Ich
werde mit dir sein
„Moses aber antwortete Gott: „Wer bin ich, dass ich
zum Pharao gehen und die Söhne Israel aus Ägypten
herausführen sollte?“ Da sprach er: „Ich werde ja
mit dir sein.“ 2. Mose 3,11-12
Heute Morgen bei meiner stillen Zeit ging mir auf, was
bei der Berufung Moses am Berg Horeb vorgegangen war:
Gott begegnete Moses, indem Er sich in seiner ganzen
Größe und Allmacht zu erkennen gab. Anderthalb Kapitel lang bearbeitete Gott seinen Auserwählten, um ihn
für die besondere Mission bereit zu machen. Er sagte
ihm Begleitschutz zu, gab genaueste Instruktionen und
bekräftigte seine Berufung auf übernatürliche Weise. Und
wie reagierte Moses? „Wer bin ich....was soll ich zu ihnen
sagen....sie werden mir nicht glauben....ach, Herr, ach,
Herr! Sende doch, wen du senden willst!“ Er war voller
Angst und Zweifel. Von wegen Glaubensheld! Seine Zweifel
brachten Gott schließlich auf die Palme. So kam es, dass
Gott die Auftragsbedingungen vereinfachte und Aaron an
Moses Seite stellte. Moses Reaktion kam mir sehr bekannt
vor. Wie oft habe ich schon „Ach, Herr!“ geseufzt und Gott
durch meine Zweifel nicht gerade geehrt. Dabei hat Gott
doch gesagt: „Ich werde ja mit dir sein!“
„Nun aber geh hin ...“ Gott hat uns zu diesem Volk gesandt. Er liebt die Mosambikaner, genauso wie alle anderen
Menschen. Aber es ist nicht leicht, inmitten einer Welt zu
leben, die von Lüge, Misstrauen, Betrug, Krankheit und
Zauberei beherrscht wird.
Auf dem Weg zu einer außerhalb der Stadt liegenden
Gemeinde sprachen Thomas und ich eines Sonntagmorgens darüber, dass wir das nur durch die Liebe Gottes
schaffen können. Als wir dann dort ankamen, wurden
wir mit besonders viel Herzlichkeit empfangen. In einer
strohbedeckten Hütte bekamen wir noch Frühstück mit
Kaffee und selbstgebackene Brötchen, während in der
Kapelle schon aus Leibeskräften gesungen und getanzt
wurde. Da konnten wir ihre Liebe im Gottesdienst doch
nur gleichermaßen erwidern. „Ich werde mit dir sein“ – unterwegs! Ganz praktisch
haben wir das vor ein paar Wochen erlebt. Wir hatten mit
Thomas‘ Eltern, die uns besuchten, eine Tagesfahrt gemacht.
Auf dem Rückweg wurde es schon dunkel, als wir plötzlich
einen Knall und Splitter hinter uns hörten. Jugendliche
am Straßenrand hatten die Seitenscheibe des Kofferraums
mit einem Stein eingeworfen. Instinktiv drückte Thomas
aufs Gaspedal und wir kamen ohne weiteren
Schaden zu Hause an. Die Scheibe war total
kaputt. Wahrscheinlich hatten die Täter darauf
gewartet, dass wir anhalten würden, damit sie
uns dann ausrauben konnten. Solche Dinge
passieren hier nicht selten in der Dunkelheit.
Ja, da hatte sich Gottes Zusage, mit uns zu
sein, wirklich bewahrheitet. 
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„Was hast du da in deiner Hand?“ Gott ist auch ganz
praktisch. Er möchte, dass wir mit dem arbeiten, was wir
mitbringen, und Er macht dann das, was wir nicht können. In
unserm Kinderdorf ergab sich die Notwendigkeit, die Schule
auf das siebte Schuljahr zu erweitern. Nun, was hatten wir
in der Hand? Die Schulgebäude, einige Lehrer. Gebraucht
wurden Schultische mit Stühlen, Schuluniformen, weitere
Lehrfachkräfte, ein erweiterter Schultransport. Inzwischen
haben wir das, was in unsern Kräften und finanziellen
Mitteln steht, vorbereitet:

Ruth Halstenberg beim
Kindergottesdienst Schuluniformen und Schulmöbel
wurden uns zu einem guten Preis angefertigt. Was wir noch
nicht überschauen können, sind die ansteigenden laufenden
Kosten: Schultransport und zusätzliche Lehrergehälter.
Dafür brauchen wir Gottes und Eure Hilfe. Um auch weiterhin viele der praktischen Arbeiten im Kinderdorf, wie
Konstruktionen und Reparaturen, selbst machen zu können,
ist jetzt eine kleine Werkstatt im Bau. Diese wird von zwei
Containern eingefasst, welche als Lagerräume dienen. Auf
diese Weise sparen wir zwei Außenwände.
„Ich will mit deinem Mund sein ...“
Unsere Lehrer in der
Schule sind diejenigen, die tagtäglich zu den 160 Schulkindern in
Moyo Mucuru sprechen. Dass Gott mit ihrem
Mund ist, haben wir auch jetzt gemerkt, als wir uns die
Probe für die Schuljahrsabschlussvorführung angeschaut
haben. Da machen z.B. die Viertklässler ein Anspiel über
Schöpfung contra Evolution, und die sechste Klasse zeigt
eine Gymnastik zum Lied „Die Absicht Gottes ist, eine
große Familie zu haben.“
Beim letzten Schulfest am 12. Oktober 2005 haben
wir auch wieder die Gelegenheit
genutzt, mit Handpuppentheater
und Bibelversrätsel den Kindern
Gottes Wort nahe zu bringen.
Thomas & Ruth Halstenberg
mit Benjamin und Annika |