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Als Single an einem neuen Platz

Als ich von der Velberter Mission die Anfrage bekam, einen Artikel über das Leben einer allein stehenden Missionarin zu schreiben, habe ich mich sehr gefreut. Das waren nämlich genau meine Gedanken, nachdem ich den Fokus über die Missionarsfamilien gelesen habe.
Seit März 2006 lebe ich in Chimoio, Mosambik. Das Projekt (eine Grundschule) liegt etwas außerhalb der Stadt und ich wohne auf dem Gelände des Projektes. Das hat seine Vorteile (ich bin immer erreichbar) und es hat seine Nachteile (ich bin eben immer erreichbar). Auf dem Gelände wohnt auch noch eine Missionarsfamilie, die Familie Halstenberg. Mit den Kindern mal einen Film gucken, Mittagessen, zusammen beten... das alles hilft, die Einsamkeit zu vertreiben. Denn gerade die Einsamkeit empfinde ich hier als Alleinstehende sehr stark. In Deutschland hatte ich mehr Möglichkeiten, die einsamen Stunden zu gestalten. Es sind noch andere Alleinstehende da (nichts gegen die Familien, aber ihr versteht), Einkaufsbummel, unterwegs sein... alles Sachen die hier fehlen. Ich bin aber dankbar, dass es hier in Chimoio einige andere Missionare gibt, mit denen ich mal etwas zum Entspannen unternehmen kann. Die Kontakte mit der Bevölkerung sind doch sehr begrenzt, da gibt es noch große „Berührungsängste“, aber ich arbeite daran. Bei meiner Arbeit habe ich vor allem viel Kontakt mit den Kindern im Alter von vier bis zwölf, mit den Lehrern und den Eltern, so lerne ich schon einiges über Land und Kultur.

Meine Position in den Gemeinden als allein stehende Frau empfinde ich hier nicht als schwierig oder viel anders als in Deutschland. Es ist sogar so, dass es hier viel normaler ist, dass


Nicoline Eijpe

Frauen predigen und alle anderen Dienste in der Gemeinde mitgestalten. Wenn wir (die Familie Halstenberg und ich) zusammen in eine Gemeinde gehen, ist es schon so, dass es da eine bestimmte Reihenfolge gibt: Der Missionar, seine Frau, die Kinder...... und ich. Aber das ist in Deutschland auch nicht anders.

Ich werde aber auch durchaus alleine eingeladen zu Frauenkonferenzen und Jugendkonferenzen, Gemeinden, etc.
Alles hat seine Vorteile und Nachteile.
Ich kann mich alleine entscheiden, brauche keinen zu fragen. Ich wünschte mir aber, ich könnte mal jemanden fragen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Der Urlaub ist billiger für eine Person, Urlaub alleine macht aber keinen Spaß. Nach einem vollen Tag der Arbeit ist es schön, mich alleine zurückziehen zu können. Es wäre aber auch schön, Geschehenes zu bereden, Geschehenes zusammen zu verarbeiten, ein großes Stück Geselligkeit fehlt eben.

Das Gefühl der Einsamkeit kommt und geht, es hat mich auf jeden Fall näher zu Gott gebracht. Ich habe erfahren, wie Gott Kraft schenkt, wie Er ermutigt, wenn ich gerade ganz unten bin, wie Er immer Seine liebende Hand ausgestreckt hält, um mich aufzufangen. Trotz alledem fehlt der menschliche Kontakt sehr, er ist eben reduziert auf ein paar Personen, die man erst gerade (vor einem Jahr) kennen gelernt hat. Da bin ich schon sehr dankbar für Email und Telefon, die die Welt ein bisschen kleiner machen. Eine Freundin sagte mal: „du bist nur eine Tagesreise entfernt“.

Nicoline Eijpe

 
 

 

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