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Chimoio, den 18.06.08
Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes
Kinder heißen sollen -
und wir sind es auch! (1.Johannes 3,1)
Liebe Missionsfreunde!
Zu allererst möchten wir uns entschuldigen,
dass Ihr fast vier Monate auf ein Lebenszeichen warten musstet.
Bevor wir Mitte Mai in den langersehnten Urlaub fahren konnten,
mussten wir nämlich im Fernschulunterricht unserer Kinder noch einen
kräftigen Endspurt einlegen, der uns etliche Wochen hindurch fast
ganztags in Schach hielt. Benjamin und Annika hielten tapfer durch,
und nun, nach den Ferien, haben sie mit dem 7. bzw. 5. Schuljahr
angefangen.
Auch dieses Schuljahr wird kein Pappenstiel, denn wir
müssen bis Februar nächsten Jahres fertig werden. Im März werden wir
nämlich, so Gott will, unseren Heimataufenthalt antreten. Da ein/e
neue/r Lernhelfer/in noch nicht in Sicht ist, bleibt Mama weiterhin
die "Hauslehrerin".
Die Aufregung um den Transformator, worüber
wir im letzten Brief berichteten, hat sich gelegt. Unser
"Sorgenkind" konnte schließlich repariert werden, und seitdem gab es
mit ihm keine Probleme mehr. Dafür sind wir Gott und allen, die
dafür gebetet haben, sehr dankbar (Bild: der Transformator wird
zurückgebracht).
Stattdessen geriet Ende Februar unsere Stadt in
Aufruhr. Grund dafür war eine Räuberbande, die seit Monaten in den
Wohnvierteln nachts ihr Unwesen trieben. Nach einem weiteren
Raubmord platzte den Leuten eines samstags der Kragen. Es kam zu
Schießereien mit der Polizei, und ein Teil der Bande wurde gelyncht.
Genau an jenem Morgen wollten wir mit den Pflegekindern auf den
Second-Hand-Kleidermarkt. Als wir losfuhren, sahen wir schon überall
auf der Straße aufgeregt diskutierende Menschengruppen. Die Straße
zur Innenstadt war gesperrt. Als wir vor dem Markt ankamen, riet man
uns, umzukehren. Wenn das Volk nervös wird, kann man nie wissen, was
passiert. Kurzentschlossen wurde der Einkauf verschoben. Die
Unruhen hielten einige Wochen an. Die Verbrecher ließen sich durch
die Selbstjustiz der Bevölkerung nicht abschrecken, und so beteten
wir täglich um Bewahrung für die Häuser unserer Arbeiter.
Schließlich wurden mehr als zehn Verbrecher gelyncht. Doch endlich
ließen die Unruhen nach, und in Chimoio kehrte wieder Friede ein.
Unsere Stadt war nicht die erste und auch nicht die letzte, in der
es Tumulte gab. Schon vorher fing es in Maputo an und wanderte wie
eine Welle nordwärts. Gott sei Dank, kam keine unserer
Arbeiterfamilien zu Schaden.
Im März waren unser Missionsleiter
Siegfried Bongartz mit seiner Frau Monika zu Besuch. Thomas holte
sie zusammen mit unsern Freunden Walter und Laura, die ihrerseits
ihren Missionsdirektor aus Argentinien erwarteten, aus Maputo ab.
Grund des Besuchs waren gemeinsame Besprechungen und Vereinbarungen
bezüglich des geplanten Bibelschulbaus auf unserm Moyo
Mucuru-Gelände (Bild: die beiden Missionsleiter –vorn-
unterschreiben eine Vereinbarung; dahinter Thomas und Walter). Ein
Teil des Grundstückes wird nämlich Walter für sein Bibelschulprojekt
zur Verfügung gestellt, das er ja bereits vor drei Jahren begonnen
hat. Es ist schön zu erleben, dass die deutsche und die
argentinische Mission auf diese Weise zusammen arbeiten, um der
mosambikanischen Gemeindebewegung im Bereich theologischer
Ausbildung zu helfen. Außerdem freuen wir uns über die Aussicht,
unsere südamerikanischen Freunde in Zukunft als unmittelbare
Nachbarn zu haben. Annika durfte dieses Mal ihren Papa auf der
langen Reise begleiten. Es tat ihr sehr gut, und als einmal aus
versehen der Autoschlüssel im Auto eingeschlossen wurde, durfte sie
bei der "Befreiungsaktion" mithelfen, da nur sie durch das kleine
Heckfenster im Kofferraum passte. Die Gemeinschaft mit Bongartz'
war wieder mal ermutigend. Wir konnten über viele Dinge sprechen und
beten und wussten uns verstanden und ernst genommen. Anschließend
an Bongartz' Besuch kamen für eine Woche zwei Bibelschülerinnen,
Stephanie und Isabel, vom Theologischen Seminar Beröa zu uns, um
unsere Arbeit kennen zu lernen. Vorher hatten sie schon Erfahrungen
in der Bibelschularbeit in Malawi gesammelt. Da Isabel Geige spielt,
übten wir gemeinsam ein klassisches Stück für Violine und Klavier
ein und trugen es in der Morgenandacht vor. Da staunten unsere
Mitarbeiter nicht schlecht, denn eine Geige hatten sie noch nie in
"natura" gesehen. Als Isabel dann noch die afrikanischen Lieder
begleitete, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr.
Im April
war ich im Busch auf einem Frauenseminar zum Predigen eingeladen
(Bild: Ruth mit einer afrikanischen Mutter). Als ich gegen zehn Uhr
ankam, fand ich fast nur Jugendliche und Kinder vor, die sich
fröhlich warm tanzten. Als sich mit der Zeit die Kapelle füllte,
schien es eher eine allgemeine Gemeindeveranstaltung zu sein: mit
vielen Kindern und Teenies, Männern und... ein paar Frauen. Was
mache ich jetzt, dachte ich? Ich kann doch jetzt schlecht über den
Dienst der Frau in der Gemeinde sprechen. Da habe ich mich schnell
für meine "Eselpredigt" entschlossen, d.h. über den Einzug Jesu in
Jerusalem. Da sie eine Tafel da hatten, habe ich nach
Kinderstundenmanier einen Esel an die Tafel gemalt und u.a. über den
wunderbaren Auftrag des Eselchens und seiner Mutter gesprochen. Das
ist das Gute hier in Afrika, dass man auf einfache Weise predigen
kann. Wenn man dann noch Geschichten oder Bilder hat, kommt es umso
besser an.
So, nun wisst Ihr wieder einige Neuigkeiten.
Abschließend möchten wir uns noch ganz, ganz herzlich bei allen
Spendern bedanken, die uns in diesem und auch im letzten Jahr
regelmäßig oder einmalig unterstützt haben. Aus Zeitgründen kamen
wir erst jetzt dazu, die Adressenlisten der vergangenen anderthalb
Jahre zu überarbeiten und stellten dabei fest, dass manche noch gar
keine Rückmeldung von uns erhalten haben. Das möchten wir hiermit
schnellstens nachholen. Der Herr segne Euch für Eure Liebe! Mit
einer ermutigenden Notiz, die Annika für uns auf einen Zettel
geschrieben hat, verabschieden wir uns und wünschen Euch Gottes
Segen:
"Alles Gute
kommt von GOTT!!!
Gott liebt uns alle!!!
Er gibt
uns alles, was wir brauchen.
Sogar noch viel mehr!"
Mit diesem kindlichen Wissen dürfen wir getrost vorwärts gehen.
Herzlichst, Eure
Thomas, Ruth, Benjamin und Annika Halstenberg

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Verwendungszweck-Angabe für Spenden
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