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Wenn man Kressesamen auf einen Wattebausch streut
und täglich gießt, kann man sich nach wenigen
Tagen auf ein leckeres Kressebrot freuen. Das sind
unsere Erfahrungen aus der Kindheit vom Wachsen. Aber
das sind die Ausnahmefälle in der Natur. Wachsen braucht
nämlich Zeit. Das wissen wir alle.
 In Moyo Mucuru streuen wir Samen aus, den guten Samen des Wortes Gottes. Wir streuen ihn in Kinderherzen,
denn die haben bekanntlich einen „guten Boden“. Aber da
Kinder nicht so schnell erwachsen werden, können wir heute noch nicht wissen, ob sie morgen Pastoren, Bürgermeister,
Krankenschwestern oder Elektriker sein werden und als
Christen ihre Umwelt prägen. Wir streuen auf Hoffnung hin
und brauchen dabei viel Geduld. Aber Gott ist gut: Er lässt
uns manchmal ein zartgrünes Pflänzchen aus dem weichen
Acker hervorlugen sehen.

Avocadoernte in Moyo Mucuru Vor kurzem kam es auf dem Weg zur Schule im Bus zu einem
kleinen Streit: Ein muslimisches Mädchen aus der dritten
Klasse provozierte einen Mitschüler, der ihr schließlich
eine Ohrfeige verpasste. Das Mädchen wurde leicht verletzt
und weinte. In der Schule angekommen, wurde der Fall
erörtert, und dann kam es in der Klasse zu einer
Versöhnungshandlung. Die Kinder baten gegenseitig um
Vergebung und sprachen Vergebung aus. Für uns ist dies etwas
Besonderes, da es eine sichtbare Frucht des Evangeliums ist,
das unsere Lehrer den Schulkindern Tag für Tag weitergeben.
Insbesondere freuen wir uns, dass wir auch auf muslimischem
„Ackerboden“ aussäen und schon Früchte sehen dürfen: Vor
drei Jahren hatten wir drei muslimische Kinder, heute sind
es bereits an die zwanzig! In der Gebetszeit, die wir drei (Nicoline,
Thomas und Ruth) als Missionsteam jeden Mittwochmorgen vor
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Mitarbeiterandacht haben, „begießen wir unseren
Missionsacker“. Als einer unserer Lehrer plötzlich Witwer wurde,
beteten wir oft für ihn, bis er den Verlust einigermaßen verarbeitet hatte. Beziehungsprobleme zwischen den Arbeitern,
technische Schwierigkeiten im Zentrum oder bevorstehende
Veranstaltungen (z.B. Aufführungen in der Stadt) bringen
wir ebenfalls vor Gott, nicht zuletzt unsere persönlichen
großen und kleinen Sorgen. Das stärkt die Verbindung im
Team, und wir können besser „den Acker bebauen“.

Unterricht in Elektrotechnik Missionsarbeit ist meistens kein „Kressebeet“. Jemand sagte einmal nachdenklich:
„Ob Thomas wohl noch seine Frucht sehen
wird?“ Damit war gemeint, ob die Zeit und
Mühe, die man jahrelang in andere investiert,
eines Tages sichtbar sein wird. Wenn wir Gott gehorchen
und die Saat ausstreuen, werden wir eines Tages die Frucht
ernten. Das verspricht uns Gottes Wort. Nur, wie lange es
dauert, das müssen wir schon Gott überlassen. Wenn wir
Frucht sehen, dürfen wir uns freuen und Ihm dafür danken,
wenn aber nicht, sollten wir uns nicht entmutigen lassen.
Vielleicht haben wir, ohne es zu wissen, „Petersilie“ gesät,
die lange auf sich warten lässt, bevor sie ihre grünen Spitzen
aus der Erde streckt.
Wir danken allen, die mit uns für ein gutes Wachstum
der geistlichen Samenkörner beten und wünschen Euch
Gottes Segen!
Für das Missionsteam in Mosambik
Ruth Halstenberg |