| |
Zwischen Tieropfern
und Gebetskerzen
Ein schlechter Traum, ein Unfall, eine Krankheit.
Auf den Philippinen sind das nur einige von vielen
Situationen, in denen ein Opfer an die Geisterwelt
fällig wird. Zwar hat sich das Leben in den großen Metropolen des Landes sehr säkularisiert, doch oft spielt
das Spirituelle in den Provinzen noch eine große Rolle.
Zwischen Animismus (Geisterglaube) und katholischem
Glauben, zwischen Schamane und Priester, zwischen
Tieropfern und Gebetskerzen lebt der Filipino ein spirituelles Leben, welches fast alle Bereiche des Lebens
betrifft. So muss zum Beispiel sehr darauf geachtet
werden, dass die Ahnen und obdachlosen Geister nicht
verärgert werden, denn für viele bestimmen sie das
Schicksal der Menschen und können jederzeit in das
Alltagsleben eingreifen. Bei Unglücksfällen muss z. B.
jeweils herausgefunden werden, welcher Geist verärgert ist, dann kann man ihn durch verschiedene Opfer
besänftigen und so die Harmonie wieder herstellen.
Bei dem moderneren Filipino reichen auch schon mal
einige Kerzen und Gebete, die in der Kirche gesprochen
werden, im Gedenken an die Verstorbenen. Auch das
Weihwasser des Priesters wirkt Wunder, um Ahnen zu
besänftigen und böse Geister fernzuhalten! In der Bergwelt, da muss es aber schon oft ein Huhn oder Schwein
sein, das geopfert werden muss.
Die Spanier prägten durch ihre 300 Jahre Kolonialherrschaft den katholischen Glauben. Hier war es
selbstverständlich, dass man sich als guter Untertan
zum Katholizismus bekehrt. So wurde der katholische
Glaube einem animistisch geprägten Menschen übergestülpt, was bis heute zu sehen ist. Trotzdem –
mittlerweile selber tief katholisch – erhält sich der Filipino
ein unterschwelliges animistisches System. Für den
Filipino ist das Motto, je spiritueller, desto besser. Ob
Jesus, ob Maria, ob Ahnen oder Geister – ob Priester
oder Schamane – alle sind wichtig.
Diese Mischung jedoch hat jegliche Linie zwischen
richtig und falsch, zwischen göttlich und dämonisch
verwischt, was einen klaren christlichen Glauben (gegründet auf Gottes Wort), schwer macht.
Somit bleibt die Herausforderung für uns nicht das
Bringen eines Glaubens an Jesus Christus, sondern die
Trennung zwischen den Geistern. Ein synkretistischer
Glaube muss durch einen monoteistischen Glauben
eingetauscht werden. Es muss Jesus allein Herr werden,
der alle anderen Glaubensfundamente zerschlägt. Die
Worte Jesu müssen laut im Land erschallen: Niemand
kommt zum Vater, als denn durch mich!
Diese klare Linie ist eine Herausforderung, die es gilt
anzunehmen und mit Freiheit zu verkündigen. Christus
muss der Mittelpunkt werden, an dem alles andere zum
Stillstand kommt. Hier müssen sich alle Mächte beugen
und bekennen, dass Jesus der Herr ist.
Carsten und Mercy Aust mit Kevin-Stanley
|
Verwendungszweck-Angabe für Spenden
|
|
|
(Fokus Mission 02/2007)
|
|
| |