Keine Hilfe wenn es brennt
Dies war Teil eines Gesprächs mit einem südafrikanischen weißen Farmer in unserer Gegend. Wir leben in Kwa Zulu Natal (östliches Südafrika) auf dem Land zwischen weißen Großgrundbesitzern (Farmern) und den Stammesgebieten der Zulus.
Landverteilung
Auch hier in Südafrika sollen einige Gebiete wieder an verschiedene Familien und Stämme der Zulus „zurückgeführt“ werden. Aus dem Nachbarland Zimbabwe hört man immer wieder schreckliche Geschichten über gewaltreiche übergriffe auf weiße Farmer. Oft werden Farmen überfallen und die Besitzer vertrieben oder sogar getötet. Hier in Südafrika haben die Farmer Angst vor einem zweiten Zimbabwe.
Dass den Zulus Land zurückgegeben werden muss, sehen viele sogar ein und haben auch schon großzügigerweise viel Land abgegeben. Doch man scheint nicht zufrieden zu sein mit dem eher unfruchtbaren Land, übersäht von Dornen und Disteln. Was kann man da tun?
Wem gehört das Land?
Die Bemühung der Regierung, den Farmern gutes Geld für ihren Besitz anzubieten, wird meistens mit der Bemerkung abgetan: „Da frisst die Steuer ja die Hälfte!“ Natürlich sind die meisten Farmer schon seit Generationen auf ihrem Besitz und tragen ihr Familienerbe weiter. Doch auch die Zulus machen ihr Recht an Grundbesitz geltend. Die Apartheid der Weißen war ja Schuld an ihrer Verschiebung, Entmündigung, Verarmung und deren Folgen. Wir wissen von unserer deutschen Vergangenheit, wie schwierig dieses Thema der Schuld und Wiedergutmachung ist.
Südafrika ist eine Regenbogennation!
Bis jetzt hat Südafrika einen einzigartigen Weg verfolgt, der in Afrika alleine steht. Die Botschaft des Freiheitskämpfers und späteren Präsidenten Nelson Mandelas war immer die der Versöhnung, der Wiederherstellung und die der rassischen Vielfalt. Er prägte den Satz: „Wir sind eine Regenbogennation, alle Farben und Rassen vereint!“ Doch hier steht der weiße Farmer – Südafrikaner, und dort der Zulu, auch Südafrikaner.
Gewalt und Entfremdung
Der Farmer, mit dem ich mein Gespräch führte meinte verbittert: „Jetzt hat sogar die lutherische Mission denen (Zulus) das riesige Stück Wald einfach geschenkt. Die sind so faul und lassen alles einfach ungeordnet wachsen. Pass auf, im trockenen Winter haben die das erste Feuer! Aber ich helfe ihnen nicht, die haben mir auch nie geholfen und sind nur daneben gestanden!“ Sein Bruder wurde vor ein paar Jahren auf seiner Farm von Zulus erschossen. Rache? Wir wissen es nicht. Seine Frau spricht von der Entfremdung in der Gegend: „Es ist schon viel zu schwarz geworden hier!“
Wir beten, dass Jesus diese Menschen anrührt, denn ohne Gottes Geist der Buße und Versöhnung wird es auch hier immer mehr Gewalt geben.
Katja Hoffmann
(Bericht entnommen aus Missionsnachrichten 01/2005)
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