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Südafrika - Rundbrief Nr. 7

Viele Grüße aus Südafrika! Wir hoffen, jeder von Euch hatte gesegnete und geruhsame Feiertage. Für uns war es diesmal das vierte Mal, dass wir Weihnachten in Südafrika gefeiert haben. Wie schnell die Zeit rennt!

Wir hatten allerdings noch eine recht aufregende und stressige Zeit im November, wo wir eine einmonatige Evangelisation in Richmond-Indaleni hatten. Diese Gegend im südlichen Kwa Zulu-Natal ist bekannt dafür, besonders unterentwickelt und Apartheidts-geschädigt zu sein. Tatsächlich merkten wir einen großen Unterschied. Die Menschen auf der Straße wirkten lange nicht so fröhlich sondern bedrückt, und selbst die weiße Bevölkerung erschien merkwürdig verwahrlost.

Pastor Zuma, der Pastor der Pfingstgemeinde im Township Indaleni, erzählte uns, dass eine ganze Familie seiner Gemeinde vor ein paar Jahren im Zuge der immer wieder aufbrechenden Unruhen zuhause erschossen wurde. Dass diese Geschichten nicht nur alte Kamellen waren, merkten wir am zweiten Tag der Evangelisation, als nachts ein Haus im angrenzenden Ortsteil Magoda angezündet wurde. Glücklicherweise konnten die Bewohner entkommen und niemand wurde verletzt.

Die Evangelisation verlief einerseits mehr als zufrieden stellend, was Besucherzahl und Reaktion der Zuhörer betrifft, aber andererseits haben wir auch noch nie so viele Angriffe und Schwierigkeiten bei einer Evangelisation erlebt. Einmal kamen kurz nach der Abendveranstaltung eine Gruppe Männer ins Zelt, die einen Mann beim Ausrauben von Gottesdienstbesuchern erwischt hatten. Nach einem kurzen Handgemenge, bei dem einige Stühle durch die Gegend flogen, Messer und auch eine Pistole gezückt wurden, war die Situation einigermaßen unter Kontrolle und wir konnten die Polizei rufen, die den Mann dann auch mitnahmen. Schwieriger waren allerdings die Probleme innerhalb des Zeltteams zu handhaben. Mangelndes Vertrauen mir gegenüber und Neid zwischen den Team-Mitgliedern konnte erst gegen Ende der Evangelisation ausgeräumt werden. Eine der Mitarbeiterinnen musste ich wegen Lungenentzündung behandeln lassen, und jeder von uns wurde irgendwann krank.

Die zwei Frauen im Team waren in einem Haus von ortsansässigen Christen untergebracht. Sie wurden dann aber mehr und mehr unter Druck gesetzt, an der Hausarbeit teilzunehmen (Wasser holen, etc.), so dass ich sie mitten in der Evangelisation in unseren Wohnwagen umquartieren musste, während ich in das Zelt umzog. Am Tag des Abbaus hatten wir immerhin das Glück, das Zelt zwischen heftigen Regenfällen trocken abbauen zu können. Nachdem ich den Anhänger mit dem Zelt zurückgefahren hatte, holte ich den Wohnwagen ab und fuhr die beiden Frauen nach Hause in ihr Township bei Pietermaritzburg. Als wir ankamen, tobte ein Unwetter mit grünem Himmel und Hagel. Deutlich wurde mir da die Gefahr der Bewohner dieser unbefestigten Siedlungen bewusst, als ich sah, wie sich die umliegenden Hügel und Wege talwärts in Bewegung setzten. Zu allem Überfluss hatte ich dann auch noch meinen zweiten Platten in dieser Evangelisation, nachdem ich die zwei Frauen abgeliefert hatte. Als letzte Amtshandlung dieser Evangelisation musste ich also auch noch im strömenden Regen, nachts im Schlamm knieend mit Wohnwagen hinten dran einen Reifen wechseln. Wir hoffen, dass bei all diesen Kämpfen auch bleibende Frucht für die Ewigkeit entstanden ist.

An Weihnachten haben wir die Christen in Entembisweni besucht und uns gefreut, einige Neubekehrte aus früheren Evangelisationen bei der Sache vorzufinden. Für die Zukunft hoffen wir auf mehr Teamfähigkeit und Unterstützung durch die Einheimischen. Allein im November habe ich sieben Kilo abgenommen und war eine Woche lang nach der Evangelisation zu nichts zu gebrauchen.

Liebe Grüße von Familie Hoffmann: Bodo, Katja Maria und Simon.

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