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Südafrika - Rundbrief Nr. 9

Zeltevangelisation in Dambusa

Bei uns ist jetzt der Winter eingekehrt, und damit auch ruhigere Zeiten. Die letzten beiden Monate waren jedoch sehr ereignisreich, und wir berichten gerne über das, was wir in dieser Zeit erlebt haben. Wie schon angekündigt, hatten wir eine Zeltevangelisation in Dambusa, einem berüchtigten Township bei Pietermaritzburg. Berüchtigt als Unterschlupf für Kriminelle und als "Auffangsstation" für die, die vom Land kommen und Arbeit suchen. Neben den abendlichen, evangelistischen Gottesdiensten hielten wir auch an drei verschiedenen Orten Straßengottesdienste ab, die zum Teil soviel Andrang verursachten, dass wir aufpassen mussten, den Verkehr nicht zu sehr zu beeinträchtigen.

Dennoch war die Besucherzahl abends nicht so, wie wir es eigentlich erwartet hatten. Einer der Gründe dafür war sicherlich die Apathie, die uns bei den Menschen in diesem Ort aufgefallen ist. So fühlte ich mich auch gedrängt, an einem der Abende über die Heilung des Gelähmten (Lk.5:18-26) zu predigen.
Diesmal legte ich auch besonderen Wert darauf, das Team, mit dem ich arbeite, vermehrt in den geistlichen Dienst miteinzubeziehen, insbesondere beim Gebet für die Menschen. Eine Frau, für die gebetet wurde, fiel zu Boden, wo sie bis zum Ende des Gottesdienstes liegen blieb. Sie nahm zunehmend eine verkrampfte Haltung ein, und stöhnte leise. Unsere Versuche, sie zum Aufstehen zu bewegen, scheiterten. Nach viel und eindringlichem Gebet konnte sie zumindest mit Hilfe freundlicher Nachbarn nach Hause gehen. Sie kam bis zum Ende der Evangelisation jeden Abend. Als sie Jesus annahm und das Team für sie betete, wurde sie völlig frei.

Eine andere Frau sprang mit einem Satz in die Luft in dem Moment als Hände aufgelegt wurden, schrie und fiel ebenso zu Boden, wo sie allerdings wild um sich schlug und festgehalten werden musste. Auch sie ging ruhig und geordnet nach Hause und besuchte weiterhin die Evangelisation. Wenn wir auch nur einen kleinen Teil der Menschen in Dambusa erreichen konnten, so gab es trotzdem einige überzeugende Bekehrungen.

Hier ein Beispiel:
Nkululeko D. ist dankbar, dass er Jesus kennen gelernt hat, denn sein Leben war eine Katastrophe. Er wusste nicht, wie er aus seinen Problemen rauskommen sollte. Nach seinen eigenen Worten lebte er wie ein Schwein. Er hatte neun Kinder von verschiedenen Frauen. Als eine von ihnen zu ihm kam und ihm mitteilte, dass sie im siebten Monat schwanger ist, jagte er sie weg und leugnete, dass das Kind von ihm sei. Daraufhin beging sie Selbstmord. Zwei andere Frauen verloren ihre Kinder während der Schwangerschaft. Als ihm bewusst wurde, dass er die Ursache all dieser Katastrophen ist, fing er an, Alkohol zu trinken, um all das zu vergessen. Bald trank er von morgens bis abends und versuchte sich Alkohol zu beschaffen, selbst wenn er kein Geld hatte. Als er zum Zelt kam, hörte er eine Predigt zu dem Thema "Warum wollt ihr sterben?". Die Ordner sahen ihn weinend hinausgehen. Als sie ihm Hilfe anboten, sagte er, dass Gott sein Herz berührt hat, dass er aber Angst hat wieder hineinzugehen. Schließlich kam er wieder ins Zelt und gab Jesus sein Leben. Er geht nun zum Hauskreis, zum Gemeindegottesdienst vor Ort und jeden Morgen um 9:00 zu einem Taufkurs für Neubekehrte.

Evangelisation in Inchanga

Nun möchte ich aber über die Evangelisation in Inchanga berichten, die für uns alle eine Überraschung war. Die Gemeinde vor Ort ist sehr klein, aber dafür umso lebendiger, wie ich schon beim ersten Besuch feststellen konnte. Es war etwas schwierig einen geeigneten Zeltplatz zu finden und wir mussten jeden Zentimeter ausnutzen, Büsche schneiden und den Platz mit Schaufel und Hacke begradigen.

Aber vom ersten Abend an war das Zelt voll und die Atmosphäre erwartungsvoll und positiv. Der Strom von neuen Gottesdienstbesuchern riss fast bis zum Schluss der drei Wochen nicht ab. Jeden Abend kamen viele Menschen beim evangelistischen Aufruf nach vorne und wurden dann von Seelsorgern der Gemeinde betreut. Am Ende der ersten Woche "beklagte" sich Pastor Shezi, dass das Gemeindehaus jetzt schon zu klein geworden ist wegen der vielen Neubekehrten. Auch das Team funktionierte diesmal sehr gut und das erste mal war ich rundum zufrieden mit der Zusammenstellung des Teams. Ein Mann kam zu mir am Ende der Evangelisation und sagte: "Ich habe Dich und Dein Team die letzten Wochen beobachtet und ich habe gesehen, dass Euer Jesus wirklich lebt!"

Ein anderer junger Mann im Rasta-Look sagte zu mir: "Sogar da, wo man sich mit seinen Freunden trifft, und wo man immer über Politik und Sport geredet hat, reden wir jetzt nur noch über das, was hier im Zelt in diesen Tagen gepredigt wurde." Noxolo G., die zusammen mit ihrer Mutter während dieser Evangelisation gläubig wurde, berichtete uns: "Es kamen schon andere Zelte nach Inchanga, aber ich wollte nie dort hingehen. Doch diesmal war es anders. Ich weiß nicht was passierte. Es war wie ein Magnet, ich musste einfach hingehen. Eigentlich war ich überhaupt nicht an Kirche oder Zeltmission interessiert. Aber ich bin so dankbar, dass Gott meine Augen und meinen Verstand geöffnet hat und mich aus der Dunkelheit ins Licht geführt hat." Sie und ihre Mutter luden uns als Team zu sich nach Hause zum Mittagessen ein. Es war eine wunderbare Zeit und eine große Ermutigung für uns.

Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass ich persönlich ziemlich massive Angriffe hinnehmen musste. Bei einer Evangelisation ist es mir immer sehr wichtig, dass wir nicht von unserem Ziel, die Unbekehrten zu erreichen, abkommen. Dies kann schnell passieren, wenn man den Erwartungen von Menschen nachgibt, auch denen der wohlmeinenden aber manchmal selbstbezogenen Christen. Deshalb bin ich ein Vertreter von klarer Leiterschaft, um auch störende Einflüsse (wie exzessive, nie endende Einzelgebete etc.) höflich aber entschlossen zu unterbinden. 

In den letzten Tagen kamen immer wieder Leute zu uns, die kleine Geschenke für das Team mitbrachten und am letzten Tag weinten einige. Eine Frau aus der Gemeinde brachte uns einen Brief: "…Es war wunderbar, Euch in unserer Gegend zu haben. Ihr wart ein Segen für uns alle in Inchanga. Wir danken Gott für Euch und die Evangelisation, die wirklich einen Unterschied bewirkt hat…Das Team war so demütig und diszipliniert. Mein Rat ist, dass Ihr Euer Verhalten nicht ändert, wo auch immer Ihr hingeht, sondern vielmehr, dass Ihr Gott bittet, noch mehr hinzuzutun…Möge Gott Euch helfen durch alle Situationen, denen Ihr begegnet, wenn Ihr das Wort Gottes predigt. Denkt daran: Stolz ist eine ernsthafte Krankheit…seid sicher, nicht darin verwickelt zu werden. Wir werden Euch sehr vermissen. Gott segne Euch. Wir lieben Euch."

Wir sind dankbar, dass Gott uns gebrauchen kann, wissen aber, dass wir nur Verwalter sind und abhängig sind von Gebet aus Deutschland. Bitte betet für die Neubekehrten in Dambusa und Inchanga.

Eure Familie Hoffmann (Bodo, Katja, Simon und Maria)

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