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Aufbruch zu neuen Horizonten

Jetzt sah ich eine Menschenmenge, so unübersehbar groß, dass niemand sie zählen konnte. Die Menschen kamen aus allen Nationen, Stämmen und Völkern; alle Sprachen der Welt waren zu hören. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm. Als Zeichen ihres Sieges hatten sie weiße Gewänder an und trugen Palmenzweige in ihren Händen. Mit lauter Stimme riefen sie: «Heil und Rettung kommen allein von unserem Gott, der alle Macht in seinen Händen hält, und von Christus, dem Lamm!»  Offenbarung 7,9-10

Sind diese Verse nicht eine wundervolle Ermutigung für die weltweite Evangelisation?! Und wir dürfen teilhaben an der Erfüllung dieser Vision. Gott gibt uns den Auftrag, Menschen aus den unterschiedlichsten Völkern und Kulturen zu erreichen, über alle kulturellen und sprachlichen Grenzen und Vorurteile hinweg! Ein großartiges Ziel – welche Schritte sind wir bisher gegangen und welche liegen noch vor uns?

Einen großen Teil unseres Lebens haben wir innerhalb einer streng islamischen Kultur verbracht, wo Evangelisation nur sehr eingeschränkt möglich war. Wir standen in ständiger Gefahr von Verfolgung und Angriffen religiöser Fanatiker. Nachdem ich 18 Jahre lang sehr vorsichtig sein musste, erlebte ich es wie einen Traum, über die Straßen von Nicosia/ Zypern zu gehen, Menschen aus den unterschiedlichsten Völkern zu begegnen – und ganz offen mit ihnen über Jesus reden zu können. Einfach unglaublich! Doch – warum traf ich keinen Menschen, der diese Chance nutzte und evangelisierte? Ich stellte mir vor, welche unermesslichen Möglichkeiten hier ein Team von Christen hätte, wenn innerhalb dieses Teams verschiedene Sprachen gesprochen würden und man zusätzlich noch freie Literatur zum Verteilen hätte. Das war unsere Vision – unsere Vision für Nicosia!

Eine Vision ist gut und wichtig, aber der Weg zu deren Erfüllung ist mitunter weit und mit Schwierigkeiten und Problemen gepflastert. Wir wollen Euch Anteil nehmen lassen an den Schritten, die wir bisher gegangen sind. Bei allem Engagement wollen wir jedoch nie vergessen, dass das Gebet die wichtigste Grundlage aller Handlungen bildet.

1. Schritt: Umzug nach Zypern. Nach so vielen Jahren in einem islamischen Land, wurde uns bewusst, dass der Druck für unsere Familie immer unerträglicher wurde. Gesundheitliche Aspekte, Sicherheitsrisiken und die Ausbildung unserer Kinder veranlassten uns, nach einem anderen Einsatzort zu suchen. Zypern war nicht nur geographisch sehr nahe liegend. Diese geteilte Insel beherbergt viele verschiedene Völker und Kulturen, auch einen großen Teil aus unserem bisherigen Einsatzland, so dass wir unsere Erfahrungen gut einbringen könnten. Unser Umzug nach Zypern war mit großen finanziellen Unsicherheiten verbunden, doch der Herr hat uns mit einer günstigen Wohnung versorgt, Iain hat eine Anstellung an einer christlichen Schule erhalten (auch ein Missionsfeld an sich) und unsere Mädchen haben sich sehr gut an der Schule eingelebt.

2. Schritt: Mitstreiter gewinnen, die unsere Vision teilen.
Unser Umzug nach Zypern kurz vor Weihnachten ergab eine gute Gelegenheit, um in die Einkaufspassagen zu gehen, Weihnachtslieder

zu singen und den Menschen von der guten Nachricht zu erzählen. Nach und nach wuchs diese Arbeit, wir gewannen Mitarbeiter aus den verschiedenen Gemeinden hinzu, ein Büchertisch mit Schriften in vielen verschiedenen Sprachen wurde zur festen Einrichtung. Jeden Freitag Abend stehen wir nun in der City und bieten Literatur und Gespräche an. Wir haben ein Team zusammen gestellt, in dem englisch, griechisch, deutsch, arabisch, türkisch, russisch, spanisch, tagalog, französisch und verschiedene chinesische Dialekte gesprochen werden. Auch unsere Kinder bringen sich ein: oft gehen Passanten vorbei, die niemals einen Flyer von uns Erwachsenen annehmen würden oder irgendetwas mit Jesus zu tun haben wollen, doch aus den Händen der Kinder nehmen sie gerne etwas an und lesen es.

3. Schritt: Ressourcen finden. Wir waren davon ausgegangen, dass christliche Literatur in verschiedenen Sprachen frei verfügbar sei und nur auf Menschen wartet, die sie verteilen. Doch wir wurden eines Anderen belehrt. Es gibt zwar vereinzelte Organisationen, die uns Schriften angeboten haben, aber wir sind dringend auf der Suche nach einer zuverlässigen Quelle, worüber wir freie Literatur zum Verteilen beziehen können.

4. Schritt: Entwicklung einer Strategie. Das Verteilen von christlicher Literatur ist sicherlich eine gute Sache, gleicht aber auch dem Ausstreuen von Saatgut – wer weiß wo die Saat hinfällt und ob sie jemals aufgeht? Es ist uns ein Anliegen, immer mehr mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Eine große Hilfe ist uns ein Freund, der durch einfache Pantomime die Aufmerksamkeit der Passanten anzieht. So können wir auf die Leute zugehen, mit ihnen reden und ihnen Gebet anbieten. Auch ist es uns wichtig, suchende Menschen an Gemeinden vor Ort zu vermitteln.

Durch unsere evangelistische Arbeit sind wir vielen Hunderten von Menschen begegnet, dabei haben wir mit einem Ex-Terroristen gebetet, chinesischen Prostituierten neue Hoffnung gegeben, mit einsamen bengalischen Studenten gesprochen, Westafrikaner ermutigt, eine Gemeinde zu besuchen, iranischen und afghanischen Flüchtlingen Zeugnis von Jesus gegeben, mit türkischen Lehrern über das Evangelium diskutiert, mit griechischen Soldaten über Jesus geredet – nicht zu vergessen die Algerier, Libyer, Syrier, Ägypter, Libanesen, Serben, Rumänen, Polen, Pakistaner, Inder und Russen! Mögen sie alle einmal unter denen sein, die rufen: «Heil und Rettung kommen allein von unserem Gott, der alle Macht in seinen Händen hält, und von Christus, dem Lamm!»


Iain & Susanne Mitchell

 

 

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