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Südostasien: Mylapore, 26. 12. 2004

 


Einen eindrucksvollen Bericht erhielten wir von unserem Missionar Stefan Winkler aus Indien. Die Stadt Mylapore liegt südlich von Madras in einer von der Flutkatastrophe stark betroffenen Region.
Der Strand ist breit in Mylapore, etwa einen Kilometer.
Viele Menschen befanden sich dort an jenem Sonntagmorgen. Einige flickten ihre Netze, Kinder spielten im Sand.
Die meisten Christen waren an diesem Sonntagmorgen in der Strandkirche im Gottesdienst – oder drei Kilometer weiter landeinwärts
in der AoG-Kirche.

Gegen 8:30 Uhr ging das Wasser ungewöhnlich weit zurück. Die Kinder rannten hinterher, um Muscheln zu sammeln. Nur 15 bis 20 Minuten später kam die erste und größte Welle mit ungeheurer Macht und zerstörte die Hütten. Menschen wurden getötet, indem sie gegen Hauswände geschleudert, gegen Bäume gedrückt oder durch Wege gewirbelt wurden, um dann schließlich in einer Wasseransammlung zu enden. 86 Leichen wurden aus einem Pool geborgen, andere lagen auf dem Weg und auch in den ebenerdigen Räumen der Häuser. Andere wiederum wurden mit den Wellen hinaus aufs Meer gezogen und wurden zwei bis drei Tage später wieder an Land geschwemmt.

Es waren etwa 60 Menschen, die am Gottesdienst in der Strandkirche
teilnahmen. In dem Moment, als die Welle kam, schloss die Kirchentür
sich von selbst. Das Wasser kam zwar in das Gebäude bis auf Brusthöhe, ging aber auch schnell wieder zurück. Kein einziger der Gottesdienstteilnehmer wurde verletzt oder gar getötet.

Verwüstungen an der südwestindischen Küste

Die AoG-Mitglieder besuchten ihre Kirche, die ja drei km landeinwärts
liegt; bis dort reichte die Welle nicht hin. Robert, ein Familienvater, rannte
nach Hause, als er die Nachricht hörte. Sein Haus lag nah an dem oben genannten Kirchengebäude. Seine Frau und seine zwei Teenagerkinder erschienen nicht zum Gottesdienst. Als er ins Haus eintrat, um nach ihnen zu suchen, kam die zweite Welle. Sie kam um 10:30 Uhr vormittags. Er konnte durch das Fenster entkommen, und die Welle trug ihn bis zu einem Baum, wo er sich an einem Ast festhalten konnte und auf diese Weise gerettet wurde. Er erlitt einen langen Schnitt am Oberschenkel, als er an einem Dach entlang schlitterte. Seine Nachbarn erzählten ihm später, dass seine Frau gegen den gleichen Baum geprallt war, schon bei der ersten Welle, und dabei getötet
wurde. Seine Kinder konnten entkommen und haben überlebt.

Eine Frau, die auch Christin war, musste feststellen, dass ihr stählerner Schrank weggeschwemmt wurde, in dem all ihre Dokumente und die Zertifikate ihrer Tochter waren, und die sie dringend benötigt, um eine Arbeit als Lehrerin zu finden.

Christen campen seither im Kirchengebäude.
Von der Regierung erhalten sie eine Mahlzeit pro Tag. Fast alle diese Menschen sind erfahrene Fischer. Die größte Not ist, dass sie ihre Boote und Netze verloren haben. „Mit einem Einkommen aus dem, was wir gut können, nämlich dem Fischen, schaffen wir es auch, unsere Existenz wieder aufzubauen.“

Über unsere Missionspartner in Indien werden wir uns am Wiederaufbau beteiligen.

 
 
   
 
     

 

 

 

 

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