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Einen eindrucksvollen Bericht erhielten wir von unserem Missionar Stefan
Winkler aus Indien. Die Stadt Mylapore liegt südlich von Madras in einer von der
Flutkatastrophe stark betroffenen Region.
Der Strand ist breit in Mylapore,
etwa einen Kilometer.
Viele Menschen befanden sich dort an jenem Sonntagmorgen.
Einige flickten ihre Netze, Kinder spielten im Sand.
Die meisten Christen waren
an diesem Sonntagmorgen in der Strandkirche
im Gottesdienst – oder drei Kilometer weiter landeinwärts
in der AoG-Kirche.
Gegen 8:30 Uhr ging das Wasser ungewöhnlich weit zurück. Die Kinder rannten
hinterher, um Muscheln zu sammeln. Nur 15 bis 20 Minuten später kam die erste
und größte Welle mit ungeheurer Macht und zerstörte die Hütten. Menschen wurden
getötet, indem sie gegen Hauswände geschleudert, gegen Bäume gedrückt oder durch
Wege gewirbelt wurden, um dann schließlich in einer Wasseransammlung zu enden.
86 Leichen wurden aus einem Pool geborgen, andere lagen auf dem Weg und auch in
den ebenerdigen Räumen der Häuser. Andere wiederum wurden mit den Wellen hinaus
aufs Meer gezogen und wurden zwei bis drei Tage später wieder an Land
geschwemmt.
Es waren etwa 60 Menschen, die am Gottesdienst in der Strandkirche
teilnahmen. In dem Moment, als die Welle kam, schloss die Kirchentür
sich von selbst. Das Wasser kam zwar in das Gebäude bis auf Brusthöhe, ging aber
auch schnell wieder zurück. Kein einziger der Gottesdienstteilnehmer wurde
verletzt oder gar getötet.
Die AoG-Mitglieder besuchten ihre Kirche, die ja drei km landeinwärts
liegt; bis dort reichte die Welle nicht hin. Robert, ein Familienvater, rannte
nach Hause, als er die Nachricht hörte. Sein Haus lag nah an dem oben genannten
Kirchengebäude. Seine Frau und seine zwei Teenagerkinder erschienen nicht zum
Gottesdienst. Als er ins Haus eintrat, um nach ihnen zu suchen, kam die zweite
Welle. Sie kam um 10:30 Uhr vormittags. Er konnte durch das Fenster entkommen,
und die Welle trug ihn bis zu einem Baum, wo er sich an einem Ast festhalten
konnte und auf diese Weise gerettet wurde. Er erlitt einen langen Schnitt am
Oberschenkel, als er an einem Dach entlang schlitterte. Seine Nachbarn erzählten
ihm später, dass seine Frau gegen den gleichen Baum geprallt war, schon bei der
ersten Welle, und dabei getötet
wurde. Seine Kinder konnten entkommen und haben überlebt.
Eine Frau, die auch Christin war, musste feststellen, dass ihr stählerner
Schrank weggeschwemmt wurde, in dem all ihre Dokumente und die Zertifikate ihrer
Tochter waren, und die sie dringend benötigt, um eine Arbeit als Lehrerin zu
finden.
Christen campen seither im Kirchengebäude.
Von der Regierung erhalten sie eine Mahlzeit pro Tag. Fast alle diese Menschen
sind erfahrene Fischer. Die größte Not ist, dass sie ihre Boote und Netze
verloren haben. „Mit einem Einkommen aus dem, was wir gut können, nämlich dem
Fischen, schaffen wir es auch, unsere Existenz wieder aufzubauen.“
Über unsere Missionspartner in Indien werden wir uns am Wiederaufbau
beteiligen.
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