|
In dieser Woche feiert das jüdische Volk Pessach, das Passahfest, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert. Es ist das erste der sieben jährlichen Feste (siehe 3. Mose 23,5ff) und ein Bild von der Errettung Gottes aus Gnade durch den Glauben an das Blut des Lammes. Gemäß der Bibel wird es vom 15. bis 21. Nissan (in diesem Jahr vom 5. bis 12. April) gefeiert, wobei der 1. und der 7. Tag ganze Feiertage und die dazwischen liegenden Tage Halbfeiertage sind. An den vollen Feiertagen sind in Israel alle jüdischen Geschäfte, Büros und Schulen geschlossen und der öffentliche Verkehr liegt still. Pessach ist eines der drei Pilgerfeste, an denen die Männer Israels nach der Tora (5 Bücher Mose) zur Wallfahrt im Tempel verpflichtet waren. Bei einem Besuch in der Altstadt war ich beeindruckt zu sehen, wie Tausende von jüdisch orthodoxen Familien das jüdische Viertel und den Bereich der Westmauer bevölkerten, um Pessach zu feiern. Und so wie Gott es in der Tora seinem Volk genau aufgetragen hat, Jahr für Jahr der großen Befreiungstat Gottes an Israel zu gedenken und das Fest der Ungesäuerten Brote zu feiern sowie die Geschichte des Exodus den nachfolgenden Generationen weiterzuerzählen, tun sie es bis heute in Israel und überall, wohin Juden in der Welt zerstreut worden sind. Du sollst das Fest der Ungesäuerten Brote halten. Im Monat Abib sollst du zur festgesetzten Zeit sieben Tage lang ungesäuertes Brot essen, wie ich es dir geboten habe. Denn im Monat Abib bist du aus Ägypten ausgezogen. (2. Mo. 34,18) Und es soll geschehen, wenn ihr in das Land kommt, das euch der HERR geben wird, wie er geredet hat, dann sollt ihr diesen Dienst ausüben ... Wenn euch eure Kinder fragen: Was bedeutet diese Feier, dann sagt: Es ist das Passah-Opfer zur Ehre des HERRN, der in Ägypten an den Häusern der Israeliten vorüberging (pessach = Vorübergehen), als er die Ägypter mit Unheil schlug, und unsere Häuser verschonte. (2. Mose 12) Die wichtigsten Symbole des Passahfestes sind das Lamm, die Mazzen (ungesäuerte Brote), das Bitterkraut (hebr.: Maror) sowie die Zeremonie der Pessach-Haggada (die Erzählung der Geschichte des Exodus am Sederabend).
Festvorbereitungen
Schon Wochen vor dem Fest beginnen die jüdischen Hausfrauen mit dem Pessachputz. Das ganze Haus wird gründlich gereinigt, denn während der Pessachzeit darf nichts Gesäuertes (Reste von Lebensmitteln, Brot, Gebäck, Hefe usw.) mehr im Haus gefunden werden. In den Supermärkten gibt es nur noch Lebensmittel mit dem Stempel Koscher le Pessach zu kaufen, d.h. dass sie bei ihrer Herstellung nicht mit Gesäuertem in Kontakt gekommen sind. Alles, was man für das Fest braucht, muss koscher für Pessach sein. Das tägliche Besteck wird abgekocht und für die Festwoche werden spezielles Porzellan und Küchengeräte benutzt. Die Halacha schreibt vor, dass man vor dem Fest das Haus nach Chometz (Gesäuertem) durchsuchen und alles Gefundene verbrennen muss. Dies soll an das Vertrauen erinnern, das ihre Väter beim Auszug aus Ägypten hatten, denn ohne Vorräte zog das Volk in die Wüste in dem festen Glauben, dass Gott es erhalten werde. Das Brot ist gemäß dem Gebot in 2. Mose 12,8 ungesäuert; Sauerteig ist ein Bild für das Wesen der Sünde (1. Kor. 5,6-8) Die Mazzen erinnern daran, dass beim Auszug aus Ägypten in der Eile keine Zeit zum Brotbacken war und der Teig im ungesäuerten Zustand mitgenommen wurde. Die bitteren Kräuter sollen an die bittere und schwere Zeit der Sklaverei unter Pharao in Ägypten erinnern. Die ganze Geschichte der Errettung Israels aus der Sklaverei Ägyptens und danach der Empfang von Gottes Gesetz in der Freiheit am Berg Sinai ist ein Bild für unsere Erlösung von der Gewalt der Sünde und Satans und für unsere anschließende freie Entscheidung, unter Gottes Herrschaft zu leben. Gott sagte zu Mose und Aaron im 12. Kapitel im 2. Mosebuch: Dieser Monat ... sei euch der erste von den Monaten des Jahres! Damit deutet er an, dass die Erlösung aus der Knechtschaft Ägyptens den Beginn eines neuen Lebens darstellt. Auch wir beginnen ein neues Leben, wenn wir das Opfer unseres Passah Lamms (1. Kor. 5,7) annehmen und eine neue Schöpfung im Messias werden (2. Kor. 5,17).
Der Sederabend
Der Sederabend ist das zentrale Ereignis des Pessachfestes. Seder bedeutet Ordnung. An diesem festlichen Abend wird die Pessach-Haggada gelesen und gesungen, eine poetisch formulierte und reich ausgeschmückte Erzählung von der Errettung Israels aus der Sklaverei. (Kontext ist 5. Mose 26,5-9) Die Haggada enthält Segenssprüche und Danksagungen an den Gott Israels für seine wunderbaren Heilstaten an seinem Volk. Indem die Familien Mazzen und bittere Kräuter essen, die Geschichte des Exodus weitererzählen und rabbinische Regeln, wie das Trinken der vier Becher Wein und das Beten (und Singen) des Hallel (Psalm 113 bis 118 und Ps. 136) beachten, halten sie die Toragebote (Mizwot ha-Tora) ein.
Für die Kinder ist die Sederfeier trotz der alten Haggada-Texte eine spannende Sache. Sie werden durch Fragen und Symbole sowie kleine Spiele in die Feier mit einbezogen.
Jesus – unser Passahlamm
Ich hatte das Vorrecht, an einer messianischen Sederfeier meiner Gemeinde, einer hebräisch-sprachigen Gemeinde in Jerusalem, teilzunehmen und das Festessen für den feierlichen Abend mit vorzubereiten, das nach der traditionellen Sederzeremonie folgt. Es ist erstaunlich, wie viele Symbole die Sederfeier enthält, die auf Jeschua, – Jesus hinweisen. – Die Kinder hatten außerdem ein Anspiel vorbereitet, in welchem die zehn Plagen Ägyptens anschaulich dargestellt wurden.
Wir verbanden die Feier mit dem Abendmahl und lasen die Schriftstellen aus Jesaja 52,13 bis 53,12 die auf Jesu Leiden hinweisen, und aus Lukas 22,7-20, denn Jesus ist unser Passahlamm, das für uns geschlachtet wurde und durch sein Blut unsere Sünde gesühnt hat: Siehe das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt. (Johannes 1,29)Das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, war eine Passah-Sederfeier. Er selbst war ohne Makel und Sünde wie das ungesäuerte Brot, das er nahm. Es ist interessant zu sehen, dass das heutige Mazzenbrot in einer Weise gebacken ist, dass es Rippen enthält und viele winzige Löcher. Wir werden daran erinnert, wie Jesus von den Römern geschlagen und ausgepeitscht wurde: Er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünde willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. (Jesaja 53,5). Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben ... (Sacharja 12,10)
Der Afikoman (Hebräisch: Tzafun = verborgen)
Jesus nahm, wie es Sitte war, die mittlere der drei Mazzen auf dem Sederteller und brach sie in zwei Hälften, ein Bild für seinen Tod, und sagte: Dies ist mein Leib, der für euch hingegeben wird Die Mazze (Afikoman) wird in ein Leinentuch gewickelt und versteckt. Auch Jeschua wurde nach seinem Tod am Kreuz in ein leinendes Totengewandt gehüllt und war für eine Zeitlang im Grab verborgen. Am Ende der Seder wird der Afikoman gefunden und das Leinen entfernt, ein Bild für Jesu Auferstehung. Das Brot wird miteinander geteilt in Erinnerung an das Passahlamm beim Abendmahl.
Bei der traditionellen Sederfeier dürfen die Kinder den Afikoman am Ende der Seder suchen. Oft geben sie ihn erst heraus, wenn ihnen von den Erwachsenen ein kleines Geschenk versprochen worden ist.
Der Kelch der Erlösung
Nach der jüdischen Tradition werden während der Seder-Zeremonie
vier Becher Wein getrunken. Beim dritten Becher Wein am Ende der Mahlzeit wird die Tür geöffnet in der Erwartung des Kommens Elijas, für den auf dem Tisch ein Becher mit Wein steht. So drückt man die Hoffnung auf die endgültige Erlösung in der messianischen Zeit aus.
Jesus nahm den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. (Lukas 22,20)Die Israeliten sollten das Blut des Passah Lammes auf die Türpfosten ihrer Häuser streichen und dann das Passahmahl halten. Im Glauben gehorchten die Kinder Israel Gottes Anweisungen, indem sie das Blut anwandten und dann unter dem Schutz Gottes weilten, bis Gott selbst seine und Israels Feinde zerstörte. Wenn auch wir das Blut des Passah Lammes Jesus anwenden, in ihm bleiben, an ihm teilhaben und somit unter seinem Schutz verweilen, erfahren wir die Rettung und den Schutz des HERRN. (2. Mo. 14,13)
Der Kelch des Reiches Gottes
Der vierte und letzte Becher Wein bei der traditionellen Sederfeier ist der Kelch des Königreiches Gottes. Wir sehnen uns nach einem neuen Passah, das dann kommen wird, wenn unser Gott, der Gott Israels, kommen wird, um in unserer Mitte zu wohnen, wenn ER alle Verheißungen erfüllen wird. (Offenbarung 21,2-5)Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da wird man nicht mehr sagen: So wahr der HERR lebt, der die Söhne Israel aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat! sondern: So wahr der HERR lebt, der die Söhne Israel aus dem Land des Nordens heraufgeführt hat und aus an den Ländern, wohin er sie vertrieben hatte! Und ich werde sie in ihr Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe. (Jeremia 16,14-15)Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein von an euren Unreinheiten und von an euren Götzen werde ich euch reinigen. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. Und ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich werde euch zum Gott sein. (Hesekiel 36,25-28)Lasst uns gemeinsam eintreten und beten, dass Gottes Verheißungen für die Wiederherstellung Israels und die Errettung seines geliebten Volkes bald in Erfüllung gehen und dass viele das wahre Passah Lamm, Jeschua Jesus, als ihren Messias, als ihren Retter und Erlöser erkennen und annehmen.
Bracha (B.W. aus Israel)
|