Velberter Mission - Gottes Auftrag - Mission - uns anvertraut Velberter Mission

 

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Glaube + Werke = Glaubenswerke!


nicht nur den Namen, sondern ihr Hauptcharakteristikum. Nach diesem Prinzip sollten alle Missionare ihre materielle Versorgung im Gebet direkt von Gott erbitten. Betteln war verboten. Die Missionare verpflichten sich nicht nur zu einem einfachen Lebensstil, sondern mussten sich bereit erklären, auf ein gesichertes Einkommen zu verzichten. Schulden machen galt als ungehorsam. Stellte Gott die Gaben zur Verwirklichung eines Projektes nicht zur Verfügung, so wurde dies als ein Hinweis darauf gesehen, das Projekt nicht oder noch nicht zu verwirklichen“.
Hudson Taylor, der Vater vieler Glaubenswerke verwies mit Liebe auf zwei Schriftstellen: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen“ (Mt. 6,33) und „seid niemand etwas schuldig“ (Röm 13,8) Seine eigene Haltung wird sehr deutlich mit


Diese Formel ist sehr alt, schon Jesus hat sie in Matth. 7, 21 erwähnt: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen, Herr, Herr in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel“. Glaube und Werke gehören, ja bedingen, einander. Unser Bekenntnis wird erst glaubhaft, wenn es durch unsere Haltung und unser Handeln sichtbar wird. Ein bekannter und erfolgreicher Fondsmanager wurde nach der Präsentation seines Fonds und dessen Anlagestrategie gefragt, wo und wie er denn seine eigene Altersvorsorge regelt. Darauf seine klare Antwort: „Einzig und ausschließlich im präsentierten Fond“. Sein Vertrauen (Glaube) war identisch mit seiner Haltung und seinem Handeln und somit die beste Werbung. Es hat einmal jemand Glauben so definiert: „Glauben heißt nicht einfach vertrauen, trotz Mangel an Beweisen, sondern einfach gehorchen, trotz Konsequenzen“. Einfach gesagt, aber schwierig umgesetzt, mögen wir denken. Dennoch, die Bibel macht unseren Glauben in Gottes Liebe und Allmacht zur Bedingung für ein Gott gefälliges Leben und Arbeiten. Wir werden errettet durch Glauben. (Eph. 2, 8-9) Wir wandeln (leben) im Glauben. (2.Kor. 5, 7) Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. (Heb. 11, 6) Alles was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde. (Röm. 14, 23)
Wenn die Bibel in Hebräer 11, 1 sagt : „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht“, dann nimmt unser Glaube eine zentrale Stellung in unserem Leben ein und bestimmt alles in uns und um uns.
Gibt es noch diesen unerschütterlichen, felsenfesten Glauben? Die Berufungen und Berichte unserer Missionare, die Geschichte der Velberter Mission kann diese Frage eindeutig mit „Ja“ beantworten. Ganz bewusst ist die Velberter Mission ein Glaubenswerk und will es bleiben. Ich bin überzeugt davon, dass nur so auch ein Gott wohlgefälliger und glaubwürdiger Missionsdienst getan werden kann. Was müssen wir unter diesem, heute etwas altmodischen Begriff, „Glaubenswerk“ verstehen? Hans Ulrich Reifler beschreibt es in seinem Werk: Handbuch der Missiologie, auf Seite 207 ganz passend so:
„Das Glaubensprinzip gab den Glaubensmissionen


seiner Entscheidung, die er folgendermaßen wieder gibt: „Ich hielt Gott vor, dass Er alle Verantwortung für Erfolg und die Folgen zu übernehmen hätte; mir als seinem Knecht käme es zu, zu gehorchen und Ihm zu folgen; Er aber hätte zu leiten, zu versorgen und zu führen, mich und die, die mit mir Hand anlegen würden“.


DARF EIN GLAUBENSWERK UM SPENDEN BITTEN?
Ist es nun einem Glaubenswerk untersagt, für seine Bedürfnisse und Versorgung seiner Missionare zu werben? Nein, bestimmt nicht, denn auch nach allen Spendenaufrufen bleibt die freiwillige Spende, das Beten und Hoffen auf Beter und Geber. Es gibt keine Sicherheit auf ein regelmäßiges Einkommen für unsere Missionare. Die Velberter Mission ist keine Firma, die Handel treibt, kein Hersteller, der etwas produziert und vermarktet, hat keine gesicherten Einkünfte noch Zinsgewinne und was es sonst noch geben mag. Hier dürfen wir alle Vertrauen praktizieren und darin wachsen, aber auch herrliche Erfahrungen machen. Wie oft hat der Herr uns in großer Not und Zwängen reichlich beschenkt, ohne Werbung und ohne feurige Spendenappelle, aus Quellen, die wir nicht kannten. Ich bin gewiss, dass dies auch in Zukunft so sein wird, denn hinter jeder Zuwendung und hinter jedem Gebet steht das Wirken, der Impuls, ja das klare Drängen des Heiligen Geistes. Die Berichte, Präsentationen, Dankesbriefe, Dienste unserer Missionare usw. sind ein Zeichen für glaubensvolles Handeln. Die Velberter Mission betrachtet sich nach wie vor als Glaubenswerk, denn auch regelmäßig eingehende Spenden sind keine Absicherung. Diese liegt allein bei unserem Herrn, dem wir für alle Hilfe an erster und an letzter Stelle vertrauen.

PAULUS SELBST WAR EIN MANN DES GLAUBENS
Er bat jedoch immer wieder um Unterstützung. Hier sah er keinen Widerspruch. Wenn es einen geben würde, dann müssten wir zunächst das 8. und 9.
 

 
 


Kapitel aus dem 2. Korintherbrief ganz streichen und viele andere Stellen ebenfalls. Paulus spricht die Bedürfnisse der Heiligen in Jerusalem deutlich an. Er macht dabei die Gebefreudigkeit der Gemeinden in Mazedonien zum Vorbild und zur motivierenden Ermutigung. Er bezeichnete das Geben oder Opfern als eine Gnadengabe Gottes selbst. Im 8. Kapitel, Vers 5 erwähnt er, wie sie und wem sie gaben: „…sondern sie gaben sich selbst, zuerst dem Herrn und danach uns, durch den Willen Gottes“. Mit diesem vorbildlichen Handeln wirbt Paulus bei den Korinthern und verweist in Vers 9 auf unser aller großes Vorbild, unseren Herrn: „Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um unseretwillen arm wurde, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet“. Liest man weiter aufmerksam durch die beiden Kapitel, dann wird deutlich, dass hier eine Spendensammlung bis ins Letzte durchorganisiert war. Hier wird die Not beschrieben, Vorbilder erwähnt, auf Jesu Beispiel hingewiesen, die Herzenshaltung gegenüber dem Spenden, das wie viel, das wann und das wozu, sowie die ganze Verwaltung und Nutzung ihrer Gaben erklärt. Paulus bat um „Segensgaben“ und nicht um „Gaben des Geizes“ (9, 5) Wer von uns könnte noch massiver werben als Paulus? Hatte Paulus keinen Glauben für die Heiligen in Jerusalem? Nein, gerade weil er ein Mann voller Glauben war, konnte er so freizügig um Unterstützung werben. Auch für sich selbst fand er es ganz legitim und richtig, unterstützt zu werden. In 2. Kor. 11, 8 benutzt er ganz starke Worte. Von den Techniken für erfolgreiches (trickreiches) „Fundraising“ war damals noch nicht die Rede: „Andere Gemeinden habe ich „beraubt“ und „Sold“ von ihnen genommen für den Dienst an euch“. Von den Korinthern hatte er aus Gründen, die er später erklärt, nichts genommen, aber er schreibt weiter in Vers 9: „Denn meinen Mangel erstatteten die Brüder, die aus Mazedonien kamen“. Erzwungen hatte Paulus keine Unterstützung, jedoch seinen Bedarf, ja das Recht auf Unterstützung, wie im 1. Kor. 9, hatte er auch nicht verborgen. Er war ein Mann, der mit Mangel

und Überfluss zurecht kam, der satt und hungrig sein konnte, ein Mann des Glaubens.

GLAUBEN HEISST DRANBLEIBEN
Das Glaubensprinzip jedoch geht weit über die finanziellen Bedürfnisse hinaus. Ein Werk, wie die Velberter Mission, kann nicht berufen, begaben, bewahren. Das kann nur unser Herr. Er ist der, der seine „Leute“ einsetzt, ihnen die Türen öffnet, und vor Unfall und Gefahren bewahrt. Gesicherte, zukunftsorientierte Anstellungen können wir nicht garantieren. Es ist der Herr, der in Botschaften und Ministerien für nötige Arbeits- oder Aufenthaltsgenehmigungen sorgt, der Türen öffnet zu verschlossenen Ländern und zu voreingenommenen Herzen. Anträge kann man stellen, wertvolle Beziehungen nutzen, Erfahrungen anwenden, aber am Ende steht das Hoffen, das Glauben, aber auch die Zuversicht, dass unser Herr die „Schlüssel Davids“ in seiner Hand hält.

Verbindliche Treue und Gehorsam in der Berufung ist ein markantes Zeichen eines Glaubenswerkes. Auch hier dürfen wir Gottes Hand deutlich sehen, die es schaffte, dass unsere Missionare teilweise über viele Jahrzehnte treu ihren Dienst tun durften. Im Glauben drückt sich Zielstrebigkeit, Verbindlichkeit und Ausdauer aus. Dies haben viele Missionare über die Jahre gelebt. Glauben heißt, „dran bleiben“. In der Geschichte der ersten Glaubenswerke war die Zahl der toten Missionare oft höher als die der noch Lebenden. Bezeichnend war damals ihr innerer Antrieb. Vorwiegend war es die Gewissheit einer ewigen Verdammnis ohne Jesus Christus. Es ging um die Errettung vor „Höllenfeuer“ und „Schwefel“. Jim Elliot, der Vater der Indianer-Mission sagte: „Mögen wir, die Christus kennen, den Schrei der Verlorenen hören, die von Christus los in die Nacht stolpern, ohne je eine Möglichkeit … Mögen wir Tränen der Reue vergießen für jene, die nicht aus der Dunkelheit gerettet wurden“. Wenn man die Opfer damaliger Pioniere und unserer heutigen Missionare sieht, die zwar nicht ganz so dramatisch, aber dennoch Opfer sind, dann wollen wir Glaubenswerk sein und bleiben. Dem Auftrag und unserer Berufung treu, gemäß dem Wort Gottes, in der Heiligung lebend, getrieben mit Leidenschaft und Passion, flexibel, innovativ und unerschütterlich! Paulus konnte am Ende seines Dienstes sagen: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe Glauben gehalten.“ Hat hier Paulus nicht an die vielen Angriffe auf sein Leben und seinen Dienst gedacht? Die Schläge auf seinen Rücken, die Steine, die ihn zu Boden streckten, die Seenot und Schiffsbrüche, an Verrat und Verleugnung, an die dunklen Stunden, Tage, ja Jahre in Gefangenschaft? Paulus beschreibt sein Leben als Kampf, in dem es darum ging, treu zu bleiben und Glauben zu bewahren.

Unser Glaube ist keine himmlische Versicherung, auf der wir uns friedlich ausruhen dürfen, sondern Ansporn und Triebkraft alles zu wagen, alles zu geben, alles zu hoffen. Wir bleiben Glaubenswerk, Glaubensmissionare, Glaubenspartner, und Glaubensgeber!

Siegfried Bongartz

 
 

(Fokus Mission  06/2007) 

 

 

 

 

 

 

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