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                Zypern


Nicht nur ein Urlaubsland

Land der lächelnden Mädchen, Land der stattlichen Jungen, Land der Myrrhe, der Grüße, Zypern, Insel der Liebe und des Traums, goldgrünes Blatt ins Meer hineingeworfen.

Das ist die Übersetzung eines Gedichtes von Leonidas Malenis, in der die Schönheit der Insel zum Ausdruck gebracht wird.

Wir wollen hier jedoch keine Urlaubswerbung machen, sondern einen Blick hinter die Kulissen werfen. Unser Mitarbeiter hat sich mit der Geschichte, der Gegenwart und Zukunft der Insel befasst und die großen Möglichkeiten und Herausforderungen aufgezeigt, die uns bewegen sollte, für diese Insel zu beten.

Die interessante Geschichte der Insel

 Zypern ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer. Durch die Lage und unmittelbare Nähe zum Mittleren Osten, ist es nicht überraschend, dass Zypern eine sehr komplizierte Geschichte hat und Archäologen immer
wieder neue Entdeckungen über die Vergangenheit herausfanden.

Im Bronzezeitalter, als Land mit 2005dem größten Kupfervorkommen, hatte die Insel mit allen umliegenden Ländern Handel. Es ist wirklich so, die Bedeutung von „Zypern“ und „Kupfer“ ist analog.

An dieser Stelle wollen wir aber die frühgeschichtliche Zeit des Altertums verlassen und uns in das römische Zeitalter begeben. Der römische Prokonsul, Sergius Paulus, traf sich mit Barnabas und Paulus und bekehrte sich zum Christentum (Apg. 13,4-12). Mit anderen Worten, Zypern wurde erstes, beabsichtigtes Ziel der ersten Missionsreise in der Geschichte des Christentums und

blieb nicht ohne Frucht. Nach der römischen Periode gehörte Zypern zum Byzantinischen Reich, dem östlichen römischen Reich. Dann fiel es in die Hände der Kreuzfahrer, die es wiederum an Guy de Lusignan, den abgesetzten König von Jerusalem, verkauften. Es gibt viele bemerkenswerte Gebäude aus dieser Zeit.

Zypern wurde später an Venedig abgetreten und dann von den Osmanen im Jahr 1570 erobert. Für die nächsten 400 Jahre lebten Griechen und Türken Seite an Seite und teilten eine gemeinsame Kultur. 1878 übernahm England die Verwaltung der Insel bis zu ihrer Unabhängigkeit 1960. Aber die

Unabhängigkeit erwies sich als eine blutige Angelegenheit mit vielen Kämpfen zwischen Griechen und Türken. Persönliche Freunde von mir erinnern sich noch lebhaft an einen jungen Türken, der in Larnaca auf seinem Fahrrad mit einem Maschinengewehr niedergeschossen wurde. Die Kämpfe endeten 1974 mit der türkischen Invasion im Norden. Seitdem ist die Insel Zypern geteilt, in den türkischen Norden und den griechischen Süden. Erst seit Kurzem hat sich die Grenze wieder geöffnet, und es gibt wieder bessere Kommunikation zwischen beiden Seiten. Seit dem 1. Mai 2004 gehört der Süden der Insel zur EU. Der Norden würde auch gerne dazu gehören, wird aber beherrscht von der Türkei. Die Türkei hält eine Armee von ca. 30.000 Soldaten aufrecht. Die türkischen Truppen sind ein Hindernis für den Frieden und sind weder bei den Griechen noch bei den türkischen Zyprioten gewollt.

Das Tor zu vielen Teilen der Erde

Genug von Geschichte und Politik; diese Hintergrundinformationen helfen jedoch zu verstehen, dass uns dieses kleine Land enorme Möglichkeiten für Evangelisation in diesem kritischen Teil der Welt gibt. Zypern ist das Tor zu vielen strategischen und nicht evangelisierten Ländern dieser Erde: Israel, Syrien, Libanon,  
 

Ägypten, Griechenland und natürlich der Türkei. Einige Missionen haben die Herausforderung angenommen, aber die Möglichkeiten sind sicherlich nicht ausgeschöpft, und wir müssen beten, dass diese kleine Insel ein strategischer Punkt wird für den großen Auftrag, in alle Welt zu gehen und das Evangelium zu predigen, zu Taufen und zu Jüngern zu machen..

Religionsfreiheit im Süden

 Der Süden der Insel hat Religionsfreiheit, ist ein Partner und Mitglied in der EU und eine Basis für christliche Sendungen im Medienbereich in den mittleren Osten. Die Programme sind zum Teil selbst entwickelt und zum Teil übersetztes Material. Es ist sehr wichtig, dass sie in den lokalen Sprachen ausgestrahlt werden. Wir müssen diese wertvolle Arbeit durch Gebet und finanzielle Hilfe unterstützen. Es wird geeignetes Material benötigt und es braucht Mitarbeiter.

Der Norden der Insel hat sehr
gelitten durch Embargos und politische Isolation. Es wurde versucht, finanziell vorwärts zu kommen durch Tourismus und den Bau von Universitäten. Die

Studienkosten an den Universitäten werden gering gehalten und ziehen somit viele türkische Studenten an. Da sie nun weit weg sind von den Einschränkungen in der Türkei, sind sie offener für das Christentum. Es ist unsere Aufgabe, sie mit dem Evangelium zu erreichen. Möge der Herr Arbeiter für die Ernte senden. Es gibt eine internationale Schule mit christlichen Lehrern im Süden der Insel. Sie möchten die muslimische Bevölkerung erreichen. 20 türkische Kinder gehen in diese Schule und hören das Evangelium in den morgendlichen Andachten und werden so mit dem Christentum konfrontiert. Betet für die Lehrer und Schulkinder. Beide Seiten der Insel sind kosmopolitisch und international geprägt mit vielen verschiedenen Menschengruppen, die durchziehen – Studenten, Touristen, Geschäftsleute, Seefahrer und Prostituierte. Diese Dynamik zeigt, dass viele Menschen mit dem Evangelium erreicht werden können. Ein Freund, der zurzeit in der Türkei lebt, berichtet, dass sich in einem Jahr zwischen 30 und 40 burmesische Seefahrer bekehrt haben, während sie sich im Hafen von Limassol aufhielten. Ich habe selber erlebt, dass sich Türken und Prostituierte in derselben Stadt bekehrt haben. Gott hat wunderbar in ihr Leben eingegriffen.  

Der Auftrag ist noch nicht beendet

Es sind fast 2 000 Jahre vergangen, seitdem Barnabas und Paulus zum ersten Mal das Evangelium auf der Insel Zypern gepredigt haben, aber der Auftrag ist noch nicht beendet. Preis dem Herrn, heute ist immer noch der Tag der Errettung und Menschen haben die Chance die Botschaft der Vergebung durch Jesus Christus zu empfangen. Zypern spielt immer noch eine Rolle in der Verkündigung des Evangeliums und auch wir haben eine Verantwortung die Erfüllung dieses Auftrages für Gottes Herrlichkeit voranzutreiben. 

 

(Missionsnachrichten 08/2005)

 
 
   
 
     

 

 

 

 

 

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