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Als mein Vater nach vielen
Jahren Kriegsgefangenschaft
aus Sibirien nach
Hause kam, wog er nur noch 40
Kilo, er war nur noch Haut und Knochen. Als er an
die Tür seines Elternhauses anklopfte und ihm seine
Mutter öffnete, erkannte sie ihn nicht wieder. Er kam
nach Hause und nicht einmal seine Mutter realisierte,
dass es ihr eigener Sohn war. Wie traurig und tragisch
muss das gewesen sein. Doch es dauerte nicht lange,
bis sich an eindeutigen Merkmalen bestätigen ließ,
dass es wirklich ihr Clemens war und die Freude war
überwältigend.
Diese Geschichte hat mich als Kind sehr
beeindruckt.
In diesen Tagen denken wir besonders an die Geburt
Jesu. Von ihm schreibt der Evangelist Johannes im
ersten Kapitel, Verse 10-12 (Hoffnung für alle):
„…obwohl er unter ihnen lebte, und die Welt durch
ihn geschaffen wurde, erkannten die Menschen nicht, wer
er wirklich war. Er kam in seine Welt, aber die Menschen
nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen und an ihn
glaubten, denen gab er das Recht, Gottes Kinder zu sein.“
Im Gegensatz zu damals, wird heute die Geburt
Jesu gefeiert. Aber wird Jesus
wirklich aufgenommen? Er
kam nicht aus der Kriegsgefangenschaft
in ein gemütliches
Zuhause, sondern aus
der Herrlichkeit beim Vater
im Himmel auf diese Erde,
ins Feindesland. „Die Vögel
haben Nester und die Füchse
ihre Höhlen, aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo
er sich hinlegen kann“, so sagte
Jesus über sich selbst.
Wie gut, dass Jesus trotz Ablehnung
geblieben ist, bis zum
bitteren Ende am Kreuz, aber
auch bis zur triumphalen Auferstehung.
Was für ein Geschenk,
welche große Gnade ist uns
zuteil geworden. Darüber bin ich
dankbar und freue mich in dieser
Weihnachtszeit.
Auch unsere Missionare leben
oft im Spannungsfeld:
- Bei der Ausreise in das Land,
in das Gott sie berufen hat, liegt
vor ihnen eine fremde und immer häufiger auch eine feindlich
gesinnte Welt.
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- Nach 35, 25, 10 oder auch
nur nach 3 Jahren kommen sie
in ihre alte Heimat zurück, aber
sind sie tatsächlich zu Hause?
- Das Entwicklungstempo zu
Hause ist um ein vielfaches höher,
man steht unter Zeitdruck.
- Der Gottesdienststil und die Lieder sind anders. Die
Heimkehrer fragen sich: Ist unsere Wortwahl, unser
Auftreten, sind unsere Berichte noch zeitgemäß?
- Sie werden unsicher, es wird ihnen ungemütlich, sie
sehnen sich in ihre gewohnte Umgebung zurück.
- Oder sollen sie doch lieber wieder in der Heimat
bleiben?
- Vernünftige Straßen, perfekte Dienstleistungen, Ordnung
und Sauberkeit, keine Korruption, keine Bettler,
keine Betrüger und Diebe, es scheint wenigsten so.
- Erstklassige medizinische Versorgung, große Supermärkte
und unvorstellbare Sonderangebote verlocken.
Wären dies nicht vernünftige Alternativen?
- Wo gehöre ich eigentlich hin, wo ist mein Zuhause, was
ist Heimat? Sehr viele Fragen. Wo liegt die Antwort?
Wo finden sie Frieden in der Spannung zwischen
Heimatland und Einsatzland? Nicht in besseren Situationen,
hier oder dort, sondern in der Berufung, denn
diese kommt von Gott und schenkt Erfüllung und Frieden.
Nur mit der Gewissheit von Gott an den richtigen
Platz gestellt zu sein, können diese Spannungen und
Zerreißproben ausgehalten werden.
Aber auch, und dies ist keinesfalls unwesentlich,
finden sie ein „Zuhause“ durch uns, indem wir senden,
begleiten, gestalten, beten und geben. Echtes und
praktisches Anteilnehmen lässt jeden Ort zu einem
„Zuhause“ werden.
Mit diesen Gedanken wünsche ich allen unseren
Lesern frohe und gesegnete Weihnachten!
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Euer
Siegfried Bongartz
Missionsdirektor
der Velberter Mission |
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