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Menschen wie du und ich

Die einen reden eine unverständliche, fremde Sprache, andere sprechen die Sprache unseres Herzens. Die einen kleiden sich mit langen bunten Gewändern, andere fast überhaupt nicht. Die einen essen mit den Fingern, andere mit Stäbchen und wiederum andere mit Messer und Gabel. Viele schlafen auf Matten und kalten Fußböden, andere in bequemen Betten in warmen Häusern. Einige wenige wohnen in großen Palästen und Millionen anderer in einfachen Lehmhütten. So seltsam uns manche Sitten und Gebräuche auch vorkommen, so fremd und merkwürdig sie uns erscheinen, alle sind Menschen wie du und ich, Menschen einzigartig, wertvoll und von Gott geliebt. Alle sind sie ein und dieselben Weltbürger, wohnhaft in einem globalen Dorf.

Die Vielfalt ist kontrastvoll und bereichernd wie ein Bild mit vielen kräftigen Farben.

Aber registrieren wir tatsächlich noch unsere Nachbarn in unserem weltweiten Dorf? Ich meine nicht nur eine faktische Wahrnehmung ihrer Existenz, sondern eine Barmherzigkeit, und Leidenschaft in unseren Herzen, die helfende Hände ausstreckt.

Genau das haben die vier namenlosen Männer getan, die einen Lahmen auf seinem Bett zu Jesus brachten (Markus 2, 1-12). Der erbärmliche Zustand ihres Freundes hatte sie fast selber gelähmt. Die Nachricht allerdings, dass Jesus in ihrem Dorf, ganz in der Nähe erreichbar war, jedoch stark aktiviert. Schlagartig wird ihnen klar: „Wenn überhaupt noch einer helfen kann, dann ist es Jesus Christus“.

Hingebungsvolle Liebe zum Nächsten und grenzenloser Glaube an Jesus wird hier sichtbar. Anpacken und (durch)tragen, an vielen Menschen vorbei, durch Hindernisse hindurch bis vor die Füße Jesu. Sie werden zu selbstlosen und mutigen „Trägern“ für einen hilflosen, kranken Menschen.
 

Eine effektive Zusammenarbeit stellt sich ein, was am Ende darin gipfelt, dass ein geheilter Mensch, dem seine Sünden vergeben wurden, sein Bett unter den Arm nimmt und Jesus Christus als Gottes Sohn angebetet wird.

Wie tief gehen unsere Beobachtungen? Überall begegnen wir Menschen mit Träumen und Sehnsüchten, mit Freuden und Leiden. So verschieden die Bedürfnisse sein mögen, der Hunger nach Frieden und Gerechtigkeit, nach Liebe und Schutz, ist überall gegenwärtig. Wegsehen und einfach ignorieren? Nein, das wollen wir nicht, denn wir selbst gehören zu denen, die gesehen, angenommen und gerettet wurden.

Weihnachten erinnert uns daran, dass Jesus im (Welt)Dorf angekommen ist. Er wurde Mensch, so wie du und ich, sichtbar, hörbar, nahbar, greifbar und erfahrbar. Wir gehören zu denen, die mehr als reich beschenkt wurden.

Gehören wir auch zu denen, die davon weitergeben? An Hindernissen und (Finanz)Krisen vorbei wollen wir unsere Hände ausstrecken, mittragen, und austeilen.

Mit dieser weiten Perspektive wünsche ich euch mit allen Mitarbeitern und Missionaren ein reich gesegnetes Weihnachten, das uns alle neu inspiriert und mobilisiert, mit offenen Augen auch im Jahr 2009, missionarisch unterwegs zu sein.

 

Euer
Siegfried Bongartz

Missionsdirektor
der Velberter Mission

 

 
   

 

 

 
 
   
 
     

 

 

 

 

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