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In Idea Spektrum war kürzlich von wachsender Resignation unter den evangelischen Pfarrern zu lesen. Die Stimmungsphase wurde auf tief sitzende innere Enttäuschung und zunehmende Belastung zurückgeführt.
Nun, da können wir ja froh sein, dass wir in unseren Freikirchen eine solche Studie nicht durchgeführt haben. Wie wäre sie in unseren Reihen wohl ausgefallen? Die Grenzlinie der Resignation bezüglich des geistlichen Dienstes verläuft nicht sichtbar an den verschiedenen Kirchen und Freikirchen entlang, sondern unsichtbar in unseren Herzen über solche Grenzen hinweg. Es muss uns nicht sonderlich wundern, dass das geschieht. Wir haben feine Missionare, Pastoren und Mitarbeiter, die sich in eine hohe Verantwortung des Verkündigungs- und Zeugendienstes stellen ließen. Und gerade diese Männer und Frauen sind oft größeren Versuchungen und Anfechtungen ausgesetzt. Im Schachspiel z. B. bedeutet der König oder der Turm immer mehr als der Bau- er. Für den Teufel ist es immer wirkungsvoller, eine Persönlichkeit, die an der „Spitze“ steht zu Fall zu bringen, als nur einen „Mitläufer“.
Manchmal bewundern wir die Glaubensväter der Bibel und manchmal wundern wir uns auch über ihr Versagen. Von Martin Luther stammt der Satz: „Die Patriarchen der Bibel sind auch patriarchalischen Versuchungen ausgesetzt gewesen.“ Da ist was dran. Die Aktiven im Reich Gottes kennen das. Viele schaffen es und widerstehen den Anfechtungen, andere schaffen es nicht und werfen enttäuscht das Handtuch.
Was nun?
Aus dem Bereich des Sportes las ich einmal folgenden Satz: „Als der Läufer zusammenbrach, standen die Trainer ratlos da, sie hatten alles trainiert – nur die Niederlage nicht.“ Der Apostel Paulus hat offenbar um solch innere Vorgänge der Mutlosigkeit gewusst und gibt uns für alle Zeiten und Generationen einen entscheidenden Rat: „Darum, meine Brüder, seid fest und unerschütterlich, allezeit über- reich in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist.“ (1. Korinther 15,58)
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Worin liegt nun die Ermutigung? Das kleine Wörtchen „darum“ ist der Schlüssel: Oberflächlich betrachtet könnte man sagen, der 58. Vers ist eine schöne erbauliche Schlusswendung nach einem langen Auferstehungs-Kapitel. Wer es so sieht, hat diesen Vers vom Vorausgegangenen isoliert und sich selber der Kraftquelle zum Dienst im Reich Gottes beraubt. Der Vers will nicht erbaulicher Schluss eines Briefes sein, sondern aufbauendes Ziel, auf das sich das gesamte fünfzehnte Kapitel zubewegt. Das großartige Seminar über die Auferstehung der Toten und über den Sieg des Todes und der Hölle dient allein dem seelsorgerlichen Bemühen des Paulus, „fest und unerschütterlich im Werk des Herrn“ zu werden. Bei einer solchen Belehrung bleibt kein Raum mehr für lähmende Müdigkeit einer vergeblichen Mühe oder für das Gespenst einer Sinnlosigkeit im Werk des Herrn. Die resignierten Herzen dürfen trotz Enttäuschung und zunehmendem Druck wissen: Es ist nichts umsonst! Das große Kapitel im Reich Gottes ist das Kapitel eines großen Sieges über Tod und Hölle. Darum ist es uns geschrieben, damit wir der manchmal auftretenden Kümmerlichkeit unseres Dienstes eine unerschütterliche Festigkeit und Klarheit im Herrn entgegenzusetzen haben.
Und das Ende?
Das Ende eines treuen Dienstes versickert nicht bedeutungslos im Sand dieser Erde, sondern wird gewürdigt bis in den Himmel hinein. Als man der Mutter Napoleons zu den Erfolgen ihres Sohnes gratulierte, sagte sie nur: „Er hat das Ende noch nicht gesehen!“ Wie dieses Ende auch immer aussah, das Ende eines treuen Missionars und Mitarbeiters im Werk des Herrn ist jedenfalls kein Ende mit Schrecken, sondern der Anfang einer großen Belohnung.
In diesem Sinne möge Gott das Werk unserer Mission weiterhin segnen.
Heinz Krebs
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Heinz Krebs ist Pastor
der FCG München
und stellvertretender
Missionsdirektor der
Velberter Mission
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