In einem Nachschlagewerk war zum Thema Religion
folgende Erklärung zu lesen: Religion ist immer
eine Antwort des Menschen auf eine transzendente
Erfahrung, die im Ritus, im Kult und in der Ethik in
einer Gemeinschaft Gestalt annimmt. Diese Beschreibung
ist eine von vielen unzähligen guten Versuchen,
Religion zu erklären. Denn sie spricht vom Versuch
des Menschen, durch eigene Anstrengung sein Heil zu
erarbeiten. Auch die christliche Religion kennt diese
Entgleisungen, denken wir nur an die mittelalterlichen
Ablasszahlungen.
Wenn nur noch menschliche Anstrengungen zählen, dann wird
Religion, auch unsere christliche, in Wahrheit zur Opposition gegen Gott selbst.
Fürchterliche Auswüchse sind die Folge. Erinnern wir uns an die leidvollen
Kreuzzüge, grausigen Hexenverbrennungen oder jüngst an die Mohamed Karikaturen
aus Dänemark und die Papstäußerung in Regensburg mit ihren schrecklichen Folgen.
Diese Exzesse wurden Extremisten zugeschrieben, doch von wo kamen die |
„Warum?“ fragte der Junge, „Ich tue doch schon, was
ich kann. Die Kiste ist einfach zu schwer!“ „Hättest Du
mich um Hilfe gebeten, wäre es viel leichter für dich
gewesen“, antwortete der Vater etwas verschmitzt.
Der religiöse Mensch plagt sich genauso wie der
zehnjährige Junge in unserer Illustration. Leider fragt
er nicht um Hilfe, sondern versucht es allein. Deshalb
ist es unser Auftrag, das Evangelium, Gottes großes
Hilfsangebot und die Rettung in Jesus Christus zu
verkünden. Deshalb sind unsere Missionare keine Religionsstifter.
Nur freiwillig und gläubig kann Jesus von
uns angenommen werden. Alles ist Gnade. Deshalb ist
Mission keine Konkurrenz zu den vielen Religionen in
dieser Welt, noch irgendein bösartiger Angriff, sondern
die Antwort darauf. Jesus hat selbst ganz deutlich gesagt: „Ich bin der
Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt
zum Vater, als nur durch mich.“ Joh. 14,6. Und Petrus
bekennt Jesus Christus vor dem Hohen Rat in Jerusalem:
„Und es ist in keinem anderen das Heil; es ist auch kein |
Motivationen und
der Anspruch, so zu handeln? Aus ihrer Religion!
Ich spreche nicht gern von der christlichen Religion,
sondern lieber vom Christentum. Denn Religion ist voll
von Kult, Ritual, Opfer und Praktiken zur Selbstverwirklichung
des Menschen. Die Leistung des Menschen
steht im Vordergrund.
Eine kleine Illustration mag uns den Unterschied
zwischen Religion und Christentum aufzeigen: Ein
Vater beobachtete, wie sein 10-jähriger Sohn mit angespannten
Muskeln, rotem Kopf und völlig außer Atem
seinen schweren Spielkasten herumschleppte. Der Vater
fragte: „Mein Junge, gebrauchst du auch wirklich alle
deine Kraft?“ „Natürlich, ich bin doch stark“, erwiderte
dieser. „Gerade was ich beobachte zeigt mir, dass du
eben nicht all deine Kraft gebrauchst, du könntest
es viel einfacher haben“, kam es vom Vater zurück. |
anderer Name unter dem Himmel den Menschen
gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.“ Apg.
4,12. Die Welt muss von der Gott geschaffenen Lösung
und dem großartigen Angebot der
ewigen Errettung hören. Sie braucht
das unverfälschte und unverkürzte
Evangelium. Deshalb sind wir dankbar
für unsere Missionare, beten für sie
und unterstützen sie nach besten Kräften
und mit allen uns zur Verfügung
stehenden Mitteln.
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Euer
Siegfried Bongartz
Missionsdirektor
der Velberter Mission |
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