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So habe ich es oft von meinen Eltern gehört… wenn ich über meinen Hausaufgaben „brütete“. Gerne hätte ich gewünscht, meine Eltern hätten bei schwierigen Aufgaben nachgeholfen, vorgesagt oder vorgemacht. Ich blieb allein sitzen und das oft für lange Zeit. Lieber wäre ich nach draußen gelaufen und hätte mit meinen Freunden gespielt.
Wer erinnert sich nicht mehr oder weniger an seine Schulzeit. Anstatt Spaß floss Schweiß. Heute bin ich dankbar für die scheinbar „harte und lieblose“ Behandlung. Wie schnell hätte ich den Weg zum Ergebnis vergessen, wie schlecht wäre ich auf die Herausforderungen des Lebens vorbereitet gewesen.
Alle unsere Missionare berichten von einem („ihrem“) Preis, der zu erbringen oder zu erringen war und alle berichten, wie unvorstellbar viel Gott zurück geschenkt hat. Ruth Halstenberg drückt es in ihrem Gedicht „Missionarsgefühle“ so aus: Was würde passieren, was würd` ich verlieren, wenn in meiner Heimat ich bliebe?
Heimat, das sind vertraute Landschaften, liebe Freunde, meine Herkunft und Wurzeln, meine Prägung, meine Sicherheit und meine Identität. Worin darf ich bleiben, was darf (muss) ich aufgeben? Mit dieser Ausgabe wollen wir nicht vordergründig danach fragen, wo unsere Heimat, sondern was unsere Heimat ist. Was ist uns lieber als Jesus? Sind wir bereit, den von uns verlangten Preis zu zahlen? Auf Wohlstand, Sicherheit und vertraute Rahmen- und Lebensbedingungen zu verzichten? Die Frage ist, steht Jesus an erster Stelle und im Mittelpunkt unseres Lebens? Vergessen dürfen wir nicht, dass jeder Atemzug ein gnadenreicher Vorschuss ist und am Ende wir nur „Geliehenes“ oder „Anvertrautes“ zurückgeben. Dennoch nimmt unser Herr unsere Gaben und Gebete gerne und freudig entgegen. Einen fröhlichen Geber (was immer das sein mag), hat Gott lieb.
Lass dich neu inspirieren!
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Euer
Siegfried Bongartz
Missionsdirektor
der Velberter Mission |
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Missionarsgefühle
Was soll ich sagen?
Mit Zittern und Zagen
zieh’ ich in die weite Welt.
Zum wievielten Male
durchbrech’ ich die Schale
der Heimat, die mich nicht mehr hält?
Verlass’ das Vertraute,
tu, wovor mir graute:
nehm’ Abschied von dem, was ich liebe.
Was würde passieren,
was würd’ ich verlieren,
wenn in meiner Heimat ich bliebe?
„Oh, Herr, du kennst meinen Schmerz!
Du weißt, wie zerrissen mein Herz!
Mein Wünschen, das lege ich vor dich hin.
Gib, dass ich in deinem Willen nur bin!“
Sein Diener zu sein,
das will ich allein,
gehorsam und treu auch im Leid.
Er hat mich gemacht
und führt mich ganz sacht,
wenn ich bin zu allem bereit.
Ich geb’ Ihm die Hand
und geh’ in das Land,
in dem Er Sein Reich bauen will.
Sein Eigen bin ich,
Sein Plan ist für mich
das Beste, und das macht mich still.
von Ruth Halstenberg, Juli 2009
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