Die Aufgabe der
Weltmission ist so unüberschaubar und
groß, dass kein Mensch, keine
Organisation und keine Strategie sie
bewältigen könnte. Es ist ein Auftrag,
der nur in vielen kleinen Puzzleteilen
unter der Leitung des Heiligen Geistes
zur Vollendung kommen kann und wird. Die
Schlüsselfunktion dazu, die der Heilige
Geist benutzt, ist gewiss die Gemeinde
Jesu. Ohne sie würde aus dem inneren Ruf
des Missionars keine konkrete Aussendung
erwachsen. Die Gemeinde ist aber nicht
nur an der Aussendung beteiligt. Sie ist
sichtbarer Ankerpunkt des Missionars auf
der Wegstrecke des Dienstes und nicht
zuletzt Anlaufstelle, bei der irgendwann
anvisierten Rückkehr.
Ist auch die Mission so etwas wie ein
Schlüssel für die Gemeinde? Ganz sicher:
„Ja!“ Das beginnt schon mit der
Entstehung von Gemeinde. Ohne einen
Botschafter des
Evangeliums entsteht Gemeinde nicht.
Dieser Botschafter ist mit anderen
Worten gesagt eigentlich ein Missionar –
vielleicht ein „Innenmissionar“ – aber
eben ein Missionar. Und die Wahrheit,
die man leicht aus den Augen verlieren
könnte ist die: Wenn Gemeinde sich
entscheidet, das Evangelium anzunehmen,
aber nicht weiterzugeben, stirbt sie.
Der Rahmen für das Weitergeben ist die
Welt; „… Jerusalem, Samaria, Judäa und
bis an das Ende der Erde“ gilt jeder
Gemeinde. Ihr eigenes Leben und Wachsen
hängt davon ab. Entscheidend bleibt die
persönliche Leitung des Heiligen
Geistes.
Kleine Gaben mit großer Wirkung:
Doch angesichts der unüberschaubar
großen Aufgabe der Weltmission stellt
sich manchmal die Frage: „Was bringt
unser Einsatz denn schon?“ Viele
Fokus-Leser kennen sicherlich die
Geschichte des kleinen Jungen, der
gestrandete Seesterne ins Meer
zurückwirft, um sie so vor der
Austrocknung zu retten. Da aber der
Strand von diesen Seesternen übersät
ist, kann er sie |
unmöglich alle ins Meer
zurückwerfen. Auf die Frage, inwieweit
sein Tun denn dann überhaupt einen
Unterschied mache, nimmt er einen
weiteren Seestern, wirft ihn ins Meer
und sagt: „Für diesen macht es einen
Unterschied.“
Hier ist ein Junge, der
nicht gleich die Verantwortung für das
Ganze an sich zieht, sondern seinen
kleinen Teil tut. Er schöpft seine
Möglichkeiten voll aus, ohne beim
Anblick des Ganzen von vornherein zu
verzweifeln. Das erinnert mich an die
Geschichte mit den fünf Broten und zwei
Fischen. Das Johannesevangelium
berichtet darüber so: „Einer von seinen
Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon
Petrus, spricht zu ihm: Es ist ein
kleiner Junge hier, der fünf
Gerstenbrote und zwei Fische hat. Aber
was ist dies unter so vielen? Jesus aber
nahm die Brote, und als er gedankt
hatte, teilte er sie denen aus, die da
lagerten; ebenso auch von den Fischen,
so viel sie wollten.“ (Joh.6,8-9+11) Das
Ergebnis war, dass weit mehr als 5.000
Menschen satt wurden. Kleine Gaben mit
großer Wirkung!
Betrachte ich einen
Schlüssel, so ist er im Verhältnis zur
Tür verschwindend klein. Und doch liegen
in ihm ungeahnte Möglichkeiten, neue
Räume und oder gar Horizonte zu
erschließen.
Ein Schlüssel ist dafür da,
angewendet zu werden und Türen –
vielleicht Tresore – zu öffnen. Das ist
unsere Aufgabe und wir dürfen daran
teilhaben, dass Gottes großer Auftrag
einmal erfüllt sein wird.
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Andreas Warwel,
Pastor der Christlichen
Gemeinschaft
Velbert |
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