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Haben wir es heute wieder nötig, dieses uns von Jesus vorgegebene Gebet ernsthaft vor Gott, unserem Vater im Himmel, auszubreiten? Kannst du, lieber Leser, dich noch daran erinnern, wie du diesen Text aus Matthäus 6 zum letzten Male gesprochen, gebetet, inbrünstig
vor den allmächtigen Gott gebracht
hast?
Natürlich, so sorglos, wie noch vor wenigen Jahren, sind wir heute nicht mehr, wenn wir unsere wirtschaftliche
und politische Situation betrachten! Die Arbeitslosigkeit hängt auch wie ein drohendes Damokles-Schwert über manchem von uns. Aber müssen wir Gott tatsächlich
um Brot für den nächsten Tag anflehen, oder sprechen wir den Text traditionell, weil man ihn eben so gelernt hat?
Wenige Monate sind es doch nur her, dass ein entsetzter Aufschrei
der Menschheit, durch die Medien vervielfacht, um den Erdball
lief: „Tsunami!“
Für Deutschland konnte innerhalb
weniger Tage festgestellt werden, dass die bisher größte Spendenaktion aller Zeiten im Gange war. Bilder des Chaos aus betroffenen Gebieten in Asien – zum Glück natürlich nicht bei uns – und Spendenerfolgsmeldungen in vielen Fernsehsendungen – natürlich
bei uns – bestimmten für einige Tage die Presse und waren Inhalt der Tagesgespräche.
Doch sehr schnell wurde die Frage nach der Verantwortung laut. Wie konnte Gott, wenn er denn existierte, so ein Unheil über all die unschuldigen Menschen kommen lassen? Hier schieden sich die Geister!
Viele Moslems sahen in der Flutkatastrophe ein Gericht Allahs über die sündige Menschheit. Im Westen sah man vielfach darin einen Beweis für die Nichtexistenz Gottes.
Nur vereinzelt hörte man Stimmen,
die vorsichtig von der Souveränität
Gottes sprachen, die keinem Menschen, einem Geschöpf Gottes, Rechenschaft schuldig sei. Auch die Christen, bis ins Innerste
aufgewühlt, hatten keine plausible Erklärung parat. Unberührt
blieb wohl kaum jemand, der mit den einander übertreffenden negativen Informationen konfrontiert
wurde.
| Wie immer man auch versuchte, das Unvorstellbare zu verarbeiten, die Spendenbereitschaft war sehr groß! Mancher mag vielleicht an den Wahlspruch von Robinson Crusoe in Daniel Defoes Roman aus dem 18. Jahrhundert gedacht haben: „Mensch, hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!“ In der Tat lesen wir in vielen Textstellen der Bibel davon, dass Gottes Handeln und das Handeln der Menschen seit jeher miteinander verbunden sind, wie die Fortsetzung des Gebetes
von Jesus selbst in Vers 14 kommentiert wird.
Auch der Spendenaufruf der VM im Januar dieses Jahres und die überlegte Reaktion vieler Christen darauf zeigen, dass wir Nichtbetroffene uns doch getroffen wissen. Sehr drastisch wurde der Menschheit vor Augen geführt, wie schnell unsere Sicherheit im Leben Vergangenheit sein kann, wie trügerisch unser im Frieden gemehrter Wohlstand doch sein kann! Die große, noch andauernde Spendenbereitschaft vieler Christen könnte ein Indiz dafür sein, dass wir unser Leben ganz bewusst wieder
neu unter die Herrschaft Gottes gestellt haben und so das „Vater unser...“ eine neue Gewichtung für uns erfahren hat. Was Gott auch durch unsere Spenden unter den Überlebenden der Katastrophe tun wird, wissen wir nicht. Wir beten für diese Menschen und die Mitarbeiter
vor Ort. Wir beten und spenden
für Menschen und Missionare in den anderen Teilen der Erde, wo ebenso Hungersnöte, Krankheiten, extreme Armut und politische Wirren
den Menschen ihr Leben mehr als erschwert.
Lieber Leser, wenn du Gott in deinem Leben erlebt hast und um den Wert des Gebetes zu ihm weißt, wird unser Herr dich brauchen,
sein Reich zu bauen. Gott lässt uns nicht alleine an unserem Werk basteln! Er ist der Herr, wir nur die Mitarbeiter! Dieses alte, neue Wissen sollte uns bei unserer weiteren Arbeit, in unserem weiteren
Leben leiten. „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen..
“In Jesu Liebe verbunden
Euer Bruder
Heiko Klemm
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Heiko Klemm,
Lehrer in Velbert und
Vorstandsmitglied der Velberter Mission |
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