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Verstehst du auch, was du liest?

Mitarbeiterschulung nach Apostelgeschichte 8,26-40

 
 


Philippus aber lief hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen und sprach: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie könnte ich denn, wenn nicht jemand mich anleitet? Erst kürzlich hielt ich den Entwurf eines Rundbriefes in den Händen. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich der Text in lateinischer Sprache. Die Buchstaben konnte ich lesen, jedoch ihre Reihenfolge machten keinen Sinn. Der Brief war grafisch ansprechend, jedoch für mich nichts sagend. Offen gestanden, nicht immer verstehe ich wirklich, was ich lese, auch wenn es in meiner Muttersprache geschrieben ist. Auch beim Nachlesen muss ich aufgeben, einfach weil mir die Materie nicht bekannt ist. „Geschichten“ aus einer anderen „Welt“ brauchen eben Übersetzung und Auslegung, sonst bleiben sie nutzlos. Wer von uns hat sich nicht schon selber gefragt, ob er tatsächlich versteht, was er liest? Es ist eine chaotische und manchmal deprimierende Erfahrung, die zum Glück aber oft ohne nennenswerte Folgen bleibt.

Lese ich allerdings von Jesus Christus, Gottes Sohn, und seinem Opfer für unsere Sünden und weiß nicht, was das für mich bedeutet, dann ist dies mehr als tragisch. Genauso hat es unser Herr gesehen, der seinem Engel befahl, Philippus nach Gaza zu dirigieren. Und nicht anders ist es heute, wenn Missionare unterwegs sind. Gottes Wort muss verkündigt, aber erst recht auch verstanden werden. Deshalb engagiert sich die Velberter Mission mit ihren Missionaren in Bibelübersetzung und Sprachforschung, in Bibelschulen für die Ausbildung von Pastoren und Evangelisten, in Mitarbeiterschulungen für Gemeinden, in der Entwicklung von Studienmaterial, in Seminaren und Bibelgesprächen. Angeleitet und begleitet werden müssen die, die tüchtig sind, wiederum andere zu lehren. So hatte es Paulus dem Timotheus geschrieben. Es geht um Mitarbeiter,


es geht um Multiplikation und es geht um schnelle und gründliche Verbreitung des Evangeliums. Wenn Gründlichkeit und Schnelligkeit zusammen kommen, dann ergibt dies optimale Leistung.
Philippus macht es vor:

  • Er versteht die Sprache des Engels und des Heiligen Geistes. Das ist Vorbedingung für jeden missionarischen Dienst und wesentliches Element jeglicher Mitarbeiterschulung auf dem Missionsfeld.
  • Philippus lässt sich „versetzen“ in Richtung „Wüste“. Er zeigt Glauben und Gehorsam und überaus große Mobilität und Flexibilität.
  • Philippus besitzt eine große Portion Demut, als er die Stätte des sichtbaren und übernatürlichen Wirkens der Kraft Gottes verlässt.
  • Philippus hatte ein „Ohr“ für das, was gelesen wurde und Einsicht in die Bedürfnisse eines fremden Mannes.
  • Er hatte das beste Schulungsmaterial, die „Predigt von Jesus“. Das Ergebnis drückt der Äthiopier so aus: „Siehe, da ist Wasser; was hindert es, dass ich mich taufen lasse?“ Die „Schriftauslegung“ hatte einen Menschen total erneuert und zum Nachfolger Jesu gemacht.

Fokus Mission berichtet diesmal von Erfahrungen und Erlebnissen unserer Missionare in der Mitarbeiterschulung. Die Frage: „Verstehst Du auch, was du liest?“, wird noch heute hundertfach oder gar tausendfach gestellt. Der Bedarf muss auch heute erkannt werden und unsere Missionare müssen in unserer Zeit darauf vorbereitet sein. Jeder Einzelne soll und muss ein Philippus sein, dafür lasst uns beten.

 

Euer
Siegfried Bongartz

Missionsdirektor
der Velberter Mission

 

 

 
 
   
 
     

 

 

 

 

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