 Zu Mark Twain kam ein
Siebzehnjähriger und beklagte sich:
Ich verstehe mich mit meinem Vater nicht
mehr.
Jeden Tag Streit. Er ist so rückständig,
hat keinen Sinn für moderne Ideen. Was
soll ich machen? Ich laufe aus dem Haus.
Mark Twain antwortete: Junger Freund,
ich kann dich gut verstehen. Als ich
siebzehn Jahre alt war, war mein Vater
genauso ungebildet. Es war nicht
auszuhalten. Aber habe
Geduld mit so alten Leuten. Sie entwickeln sich langsamer.
Nach zehn Jahren, als ich siebenundzwanzig war, hatte er
soviel dazu gelernt, dass man sich schon ganz vernünftig
mit ihm unterhalten konnte. Und was soll ich dir sagen?
Heute bin ich siebenunddreißig Jahre jung. Und wenn ich
keinen Rat weiß – ob du es glaubst oder nicht – dann frage
ich meinen alten Vater. So können die sich ändern. Soweit
die kleine Geschichte von Mark Twain.
Wenn ich an Mission früherer Zeiten
denke, dann fallen mir wochenlange
Schiffsreisen ein, ellenlange
Fußmärsche, Abschied nehmen oft für ein
ganzes Jahrzehnt, Reisen zu völlig
unbekannten Kulturen. Wenn ich über
Mission heute nachdenke, dann weiß ich,
dass man jedes Ziel auf der Erde binnen
weniger Stunden mit dem Flugzeug
erreichen kann.
Es ist wahr, die Umstände und die äußeren Rahmenbedingungen
haben sich gewaltig geändert. Der Kern der
Mission, der eigentliche
Sinn und Zweck, warum
wir Mission betreiben, ist
der gleiche geblieben. |
Menschen sehnen
sich zu jeder Zeit nach
Liebe und Geborgenheit,
nach Schönem und nach Idealen. Sie sind begeistert von Reichtum, sozialem Engagement,
Askese oder Aufopferung.
Menschen kämpfen mit ihrer eigenen (unerlösten) Natur.
Neid, Hass, Mord, Lüge und Zerstörung gibt es schon auf
den ersten Seiten der Bibel zu beklagen.

Menschen leben in Abhängigkeiten, werden beeinflusst
von Erziehung, Kultur und dem jeweiligen Zeitgeist. Die
Tatsache, dass Menschen ohne Jesus auf ewig verloren
gehen, ist auch heute noch Fakt. Die Botschaft der Bibel ist
zu jeder Zeit eine Botschaft, die Menschen nicht in ihrem
Zustand belässt, sondern Veränderungen schafft.
Menschen dürfen Jesus Christus kennen lernen. Jesus
vergibt Sünden. Jesus macht frei.
Gott hat immer noch Interesse am Menschen. Sein Ziel ist
geblieben: er will nicht den Tod des Sünders. Es geht immer
noch um die alles entscheidende Frage: Himmel oder Hölle,
ein Leben mit Gott oder ohne Gott.
Zeiten, Methoden ändern sich. Der Kern ist geblieben.
Unsere Missionare lassen sich heute immer noch rufen,
geben Beruf und Karriere auf – genauso wie Missionare es
vor Jahrhunderten taten. Und manchmal bezahlen sie dafür
mit dem eigenen Leben – auch heute.
Uns geht es da übrigens auch nicht anders. Wir entscheiden
uns auch jeden Tag neu, Jünger von unserem Herrn zu
sein. Jeden Tag neu kann ich die gute Botschaft weitersagen
oder sie für mich behalten. Die Herausforderung ist geblieben,
dem Ruf und dem Auftrag zu folgen.
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Helmut Dengel |
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