|
William Booth, der zusammen mit seiner Frau Catharine die weltbekannte Heilsarmee gründete, sagte einmal: „Einige meiner besten Männer sind Frauen!“
Mit dieser Einsicht war William Booth mit seiner Frau seiner Zeit weit voraus. Heute ist es schon selbstverständlich, wenn Frauen in Chefetagen sitzen, auf der Politikbühne stehen, oder sogar im Weltraum unterwegs sind. Das moderne und so genannte Antidiskriminierungsgesetz sensibilisiert dahingehend, dass niemand wegen seines Geschlechtes bevorzugt oder benachteiligt wird. Bei Verletzung sind drastische Strafen fällig.
 Was in unseren Tagen aber als Aufklärung und Fortschritt gepriesen wird, ist schon so alt wie die Schöpfung selbst. Gott erschuf den Menschen – männlich und weiblich – in sein Ebenbild. Das Ebenbild Gottes an Mann und Frau reflektiert weder die Überordnung des Mannes über die Frau noch die Unterwerfung der Frau unter dem Mann. Beide, Mann und Frau (Adam und Eva), sind von Gott beauftragt, sich die Schöpfung untertan zu machen, das heißt ordnen, pflegen und verwalten. Ihre Beziehung zueinander wurde erst durch die Sünde gestört. Der Konflikt über Herrschaft und Unterordnung war ein Ergebnis des Sündenfalls und entgegengesetzt zu Gottes ursprünglichem Plan und Absicht.
Jesus als Vorbild: Jesus selbst macht
diese Haltung im Umgang mit Frauen
deutlich. Entgegen jüdischer Tradition
(jüdische Männer dankten Gott in ihren
Gebeten, dass sie nicht als Frauen
geschaffen wurden), respektierte er
Frauen
|
genauso wie Männer. Es werden in
seiner Haltung und Stellung keine
Unterschiede gegenüber den Geschlechtern
sichtbar. Jesus lehrte nicht nur Frauen,
er bezog sie in den erweiterten Kreis
seiner Jünger mit ein. Er erwählte
Frauen als Verkündiger seiner
Auferstehung. Zu Pfingsten fiel der
Heilige Geist auf Männer und Frauen
gleichermaßen. Beide Geschlechter waren
ausgerüstet, um seine Zeugen zu sein.
Paulus erinnert an seine weiblichen
Mitarbeiterinnen am Evangelium. Er
erinnert an Priscillia, die zusammen mit ihrem Mann Aquilla in der Gemeinde lehrte, darunter auch ein Appollos, der später ein ausgezeichneter Lehrer wurde. Paulus schreibt an die Galater Kap. 3, 28: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau, denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“ Jesus kam, um gebrochene und verdrehte Beziehungen, verursacht durch die Sünde, wieder zu heilen und zu ordnen.
Nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in der Mission, soll Gottes ursprüngliche Absicht in dem Sinne sichtbar werden, dass beide Geschlechter gleichermaßen sein Reich, seine Gemeinde bauen.
Heute sind weltweit zwei Drittel aller Missionare Frauen. Auf den Bewerbungslisten der Missionsgesellschaften befinden sich weit mehr Frauen als Männer. Auch in unseren eigenen Reihen zählen wir mehr Missionarinnen als Missionare. In dieser Ausgabe kommen sie zu Wort und wer in ihre Berichte hineinliest, der wird sehr bald verstehen, wie intensiv und tragend ihr Dienst ist. Die Spannbreite ihrer Arbeiten geht von Seelsorge, Unterweisung und Verkündigung über die Fürsorge für die eigene Familie und Kindererziehung bis hin zu Organisation, Planung, Noteinsätzen und sogar Abschleppdiensten.
McKiney Lois sagte einmal, frei übersetzt: „Es ist eine schreckliche Sache, das Talent einer Frau nicht zu schätzen“. William Booth hatte wohl Recht und der Erfolg und die Segensspuren, die die Heilsarmee hinterlassen hat, gehen auf viele Frauen in allen ihren Dienstgraden zurück. Unter ihnen viele Offiziere, aber zu allererst anerkannte und geschätzte Dienerinnen am Evangelium. Diese Wertschätzung wünsche ich mir auch unseren Missionarinnen gegenüber. Sie sind nicht „nur“ die Frauen von Missionaren, die Mütter ihrer Kinder, sie sind Missionare mit eigenem Namen und ihrer eigenen Dienstidentität.
|
Euer
Siegfried Bongartz
Missionsdirektor
der Velberter Mission |
|