|
Diese Worte kommen uns bekannt vor. Sie wurden von Jesus selbst gesagt. Im Missionsbefehl nach Matthäus 28,20 sind sie zu lesen. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass sich hier eine gewaltige Aufgabe und Verantwortung auftut. Jede gute Firma investiert in die Förderung und Ausbildung ihres Nachwuchses.
Über Jahre werden hohe Summen dafür ausgegeben. Ein gutes Missionswerk
investiert ebenfalls erheblich in die Förderung und Ausbildung von zukünftigen
Pastoren und Leitern. Es geht um Nachhaltigkeit und Multiplikation. Paulus sagt
Timotheus ausdrücklich: „Und was du von mir gehört hast durch viele Zeugen, das
befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren“, 2. Tim. 2,2.
Deshalb berichten wir in dieser Ausgabe vornehmlich von unseren Bibelschulen
und Ausbildungsprojekten zum geistlichen Dienst. Eine fundamentale Aufgabe,
die im Zentrum des Missionsbefehls steht, darf nicht unpräsentiert bleiben und
muss ganz neu umworben werden. Die Velberter Mission investiert und engagiert
sich mit ihren Missionaren gerade auf diesem Gebiet. In Malawi und Peru werden
Bibelschulen unterhalten und geführt. Auch in Mosambik helfen wir in der Bibelschularbeit
mit. Wenn man genauer hinschaut, sind alle Missionare dabei, mit
viel Einsatz Mitarbeiter zu fördern. Ein Heer von Pastoren und Evangelisten ist
inzwischen unterwegs, jedoch der Bedarf an guten Leitern ist nach wie vor groß.
Erst kürzlich las ich von Paul Donders
eine interessante Geschichte. Es gab
einmal einen durchschnittlich begabten
jungen Mann, der eine Ausbildung in
einer Bibelschule absolvierte. Jeden
Nachmittag ging er in die benachbarten
Moorlandschaften und predigte den
Vögeln, Bäumen, Eidechsen und Fröschen.
Eines Tages ging der Direktor der
Bibelschule dort spazieren und hörte
diesen jungen Mann laut reden. Nachdem
er ihm eine Weile zugehört hatte, bot er
ihm an, mit ihm auf eine Vortragsreise
zu gehen. |
Der junge Mann war natürlich hellauf
begeistert. Nach dieser ersten
Vortragsreise durfte er mit auf eine
zweite und dritte und vierte. Jedes Mal
gab der Direktor ihm Schritt für Schritt
mehr Möglichkeiten, das zu tun, was er
wirklich gut konnte: Alles zu sagen, was
ihm unter den Nägeln brannte. Dieser
junge Mann ist heute ein Predigtveteran.
Sein Name ist Billy Graham. Wer kennt
den Namen des Bibelschuldirektors? Ich
glaube, eher niemand. Ist auch nicht so
wichtig, dennoch ohne ihn wäre aus Billy
Graham wohl nicht der Evangelist
geworden, der er später einmal war.
„Und lehret sie halten“, wie
Jesus es gemeint hat, geht nicht nur von
der Tafel aus, nicht von Rednerpulten
noch aus den Hörsälen der Universitäten,
sondern auch aus der Begleitung durch
praktisches Beispiel und Vorbild.
Ein guter
Lehrer lebt vor, was er lehrt, wie Jesus
Christus es tat. Wie gut,
dass der unbekannte Bibelschuldirektor
seinen Schüler an seine Seite nahm.
Der Lehrling an
der Seite seines Meisters ist heute noch
das Konzept, was die besten Früchte
trägt, wie schon zu Jesu Zeiten.
Ausbildung in diesem Sinne hat weiterhin
höchste Priorität in der Missionsarbeit.
|
Euer
Siegfried Bongartz
Missionsdirektor
der Velberter Mission |
|