Nur ein treffender Werbeslogan für die vergangene
Fußballweltmeisterschaft? Nein bestimmt nicht,
Deutschland war mehr als nur ein guter Gastgeber.
Die logistische Versorgung von zusätzlich vielen Millionen Besuchern aus allen Teilen der Welt ist sicherlich
weltmeisterhaft. Vorbildliche Organisation hatte neue Rekorde aufgestellt. Das gute „Klima“ zeigte sich in lockerer
und ausgelassener Stimmung in Kneipen und Kaffees,
auf Straßen und in Fußgängerzonen. Die so genannte
Fanmeile in Berlin hat ein besonders buntes Bild geliefert.
Die Fanfaren, Pauken und Hymnen, die unterschiedlichsten Trachten, Fahnen und Farben, oft auf die nackte Haut
gepinselt – beeindruckend, aber sind die vielen Kulturen
tatsächlich so frei und froh beieinander? Hat König Fußball
die Welt verzaubert und zur besseren Völkerverständigung
beigetragen?
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Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Begegnungen in Malawi. Ich war
damals der „Alendo“, Besucher, Fremder oder auch Durchreisender. Tatsächlich,
meine Hautfarbe, meine Sprache, meine Kleidung, mein Verhalten, einfach alles an
mir, war anders. Ich war eben ein echter „Alendo“. Sehr interessant anzuschauen,
zu berühren (besonders für die Kinder) und zuzuhören. Manchmal fühlte ich mich
wie eine exotische Pflanze im temperierten Glashaus, bewundert und bestaunt.
Ich war aber nicht in Afrika, um nur Menschen zu gefallen, ich war da, weil
ich Gottes Ruf gefolgt bin. Diese feste Gewissheit und Gottes Liebe für diese
Menschen, ausgegossen in unsere Herzen lies mich und meine Familie nicht nur
durchhalten, sondern glücklich und dankbar sein für 23 kostbare Jahre. Fremde
Kulturen kennen und achten ist eine Sache, andere Völker und Rassen mit Liebe
begegnen und dienen, eine |
Freunde zu Gast in der Welt
Unseren Globus teilen wir mit zwölftausend anderen Völkern mit den
unterschiedlichsten Kulturen. Jedoch wie weit sind wir gegangen von der
bewussten Wahrnehmung bis hin zur Wertschätzung anderer Kulturen? Wertschätzung
bedeutet mehr als nur Anerkennung und Kompromissbereitschaft. Wertschätzung eines anderen Volkes bedeutet
für unsere Missionare nicht nur, sich verständigen zu
können, sondern sich in einer anderen Lebenswirklichkeit
wohl zu fühlen und zwar so, dass man selber nicht mehr
als Fremdkörper, sondern als gern gesehener Dauergast
geschätzt und willkommen ist. Nicht alle von uns stehen in der direkten
Konfrontation mit einer anderen Kultur, auch wenn wir viele Millionen
ausländische Nachbarn in Deutschland haben. Unsere Missionare mit ihren Familien
sind dagegen täglich herausgefordert, über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, die
Herzen zu gewinnen.
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andere.
War es nicht Gottes Liebe zu uns Menschen, die Jesus auf diese Welt gebracht
hatte? Es war sicherlich nicht in erster Linie unsere Verlorenheit, die ihn hat
Fleisch werden, leiden und sterben lassen, sondern doch zu aller erst sein
liebendes Erbarmen. Wie wichtig es auch für unsere Missionare ist, andere
Kulturen richtig zu verstehen und neue Sprachen zu lernen, der Schlüssel zur An-
und Aufnahme ist die sichtbare Liebe Gottes in ihrem Dienst. Ich bin wohl immer
noch ein „Alendo“, meine Hautfarbe
und meine Biographie kann ich nicht verleugnen, ich bin
immer noch anders, jedoch, wenn zu Besuch in Malawi, dann bin ich „ku Mudzi“
zuhause. Wie schön, wenn man das aus malawischem Mund hören darf. Möge diese
Entwicklung allen unseren Missionaren
zuteil werden. Hier ist das Geheimnis eines fruchtbaren
missionarischen Dienstes.
Siegfried Bongartz
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Siegfried
Bongartz,
Missionsdirektor
der
Velberter
Mission |
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