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Veränderung wagen -
Angst vor Veränderung?

In jedem Leben gibt es irgendwann einmal Veränderungen. Durch Umzug, Arbeitsplatzwechsel, Heirat, Missionsdienst etc. können sich Bereiche oder auch ganze Lebensumstände ändern. Manche Veränderungen sind geplant und gewollt, während andere lieber gar nicht in Erwägung gezogen werden wollen.

Auch die Bibel berichtet uns von Menschen, die Veränderung erlebten. Da ist der Mann, den Jesus noch vor seinen eigenen Jüngern aussendet, um das weiter zu sagen, was Gott Großes in seinem Leben getan hat (Markus 5,1-20). Dieser erste Missionar hat Veränderung „pur“ erlebt. Die Bibel spricht davon, dass er auf einem Friedhof lebte, schrie und sich selbst mit Steinen schlug. Er war bekannt als cholerisch und unbändig. Der Grund war eine Legion Dämonen, die ihn beherrschten. Jesus befreite ihn. Er erlebte die totale Veränderung seines Lebens! Vorher verbreitete er Angst und Schrecken, und nach der Befreiung saß er ruhig und ordentlich gekleidet bei Jesus und dessen Jüngern.

Die Schweinehirten, die diese Begebenheit von weitem miterlebten, reagierten völlig anders. Erschrocken durch den Verlust ihrer Lebensgrundlage (die in die Schweine gefahrenen Dämonen jagten die Schweine ins Wasser, so dass diese ertranken), liefen sie in die Stadt und erzählten, was geschehen war. So kam die schaulustige Bevölkerung herbei und überzeugte sich von dem Wirken Gottes, das einen Menschen völlig zum Positiven verändert hatte. Und dann geschieht etwas, was man kaum für möglich hält: Die Menschen, die das Wunder Gottes sehen, bitten Jesus, das Land zu verlassen. Warum schicken Menschen Jesus fort? Warum möchten sie lieber einen Verrückten und Schweine in ihrer Nähe haben, als den Sohn Gottes?

Man könnte auch anders fragen: Warum will ein Alkoholiker in seiner Sucht bleiben, anstatt den Weg der Befreiung zu gehen? Warum zieht eine Gemeinde den Schlaf vor, anstatt eine Erweckung erleben zu wollen? Warum suchen oftmals

Berufene zum Missionsdienst so viele Gründe, um nicht in ein fremdes Land gehen zu müssen? Der Bibeltext sagt: „Und sie fürchteten sich!“ (Vers 15). Sie hatten Angst vor Veränderung! Dieser Jesus war anders. Er hatte mit einem Schlag ihre ganze (nicht besonders heile) Welt durcheinander gebracht. Sicherlich wäre er imstande, noch vieles mehr zu verändern.

Jeder, der schon einmal eine tief greifende Veränderung erlebt hat, weiß, dass das Unsicherheit mit sich bringt. Als wir als Familie im Januar 2005 in einem kleinen Flugzeug über Mosambik flogen, um von unserem alten Missionsfeld im Süden Brasiliens zu unserem neuen Platz in Mosambik zu wechseln, überkam mich Angst: „Wo bringst du deine Familie hin?“ Vor Augen stand mir die schlechte Gesundheitsversorgung, das neue Umfeld für unsere Kinder und die neue Kultur.

Viele scheuen sich auch vor Veränderung, weil es Arbeit kostet. Alles soll so bleiben, wie es ist, dann hat man weniger Arbeit. Altes loslassen, Neues wagen – „Nein danke! Ohne mich! Jesus, du störst!“ - Jesus blieb nicht. Er respektierte den Wunsch der Furchtsamen. Jesus zwingt sich nicht auf. In der Geschichte ging Jesus wieder weg, aber er ließ einen kleinen, unausgebildeten und jung bekehrten Missionar zurück. „Gehe zu den Deinen und erzähle, was Gott Großes in Deinem Leben getan hat!“ Ein klarer Auftrag, der auch ausgeführt wurde. Als Jesus wieder in dasselbe Gebiet kommt, sehen wir die Veränderung (Mk 7,31-37): Die Bevölkerung nimmt Jesus positiv auf und erwartet Heilung von ihm. Die Angst der Veränderung weicht dem Wunsch, die Gegenwart Gottes unter sich zu haben und wirken zu sehen. Ihr erstauntes Fazit: „Er hat alles wohl gemacht!“ (Vers 37). Jede Veränderung, die von Gott kommt, ist gut! Warum? Weil Gott gut ist.

Mit dieser Zuversicht können wir Veränderung wagen, damit der Missionsbefehl Jesu Realität wird.

Thomas Halstenberg

Missionar in Mosambik

 

 
   

 

 

 
 
   
 
     

 

 

 

 

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