Aufgrund des Wortes Jesu, der zu
seinen Jüngern in Johannes 21,6
gesagt hatte: „Werft das Netz auf
der rechten Seite des Bootes aus
...“, wurde ich als Pastor tätig.
Ich stellte mir das Gemeindehaus
als ein Boot vor, und wenn ich
aus der Haustür kam, lag zu meiner
Rechten ein großes Wohngebiet.
Wir starteten eine Kampagne, die
über ein Jahr die Nachbarn rechts
von uns auf die Gemeinde aufmerksam
machen sollte.
Monatlich, immer zur gleichen
Zeit, mit dem gleichen Logo und
den gleichen Farben fanden sie
einen modernen Brief mit den aktuellsten
Aktionen der Gemeinde
in ihren Briefkästen. Bis auf ein
Ehepaar, das mal reingeschaut hat,
war es, menschlich gesehen, kein
Erfolg, jedoch mit extrem viel Arbeit und Kosten verbunden.
Später begannen wir mit dem
Alpha-Kurs, der wurde ein „Selbstgänger“ und brachte viel Frucht für
Jesus und seine Gemeinde. |
braucht zwei bis drei Jahre, vielleicht auch länger, für einen Missionar, um die
Menschen, Denk- und Arbeitsweisen, Sitten, Moral, Klima, ungeschriebenen Gesetze
und vieles mehr zu verstehen und nicht mehr als fremd zu empfinden.
Mission ist keine Eintagsfliege
Das zeigt schon, dass Mission keine „Eintagsfliege“ sein kann, wenn sie
bleibende Frucht hervor bringen will. Unsere Missionare säen in großer Treue den
Samen des Wortes Gottes aus, morgens und abends, nicht wissend, was aufgeht. Wie
gerne hören wir als Beter und Spender große Erfolgsmeldungen, doch Gott ist mehr
an der Treue seiner Dienerinnen und Diener interessiert; sie bringen Frucht in
Geduld (Lukas 8,15). Und doch sehen wir in jeder Missionsausgabe, was gewachsen
ist. Bibelteile werden übersetzt – ein
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Einige Jahre später versuchte
ich es mit dem Alpha-Kurs in einer
anderen Gemeinde, in der Überzeugung, das wird auch hier ein
„Selbstgänger“. Nach zwei Kursen
mit viel Arbeit und wenig Erfolg
mussten wir ihn „begraben“.
Zurzeit arbeiten wir mit
Brunch-Gottesdiensten, und der
Zuspruch ist enorm, doch von
bleibender Frucht kann ich noch
nicht sprechen. Manch einer von
meinen Leserinnen und Lesern
mag jetzt ganz mitleidig über
mich lächeln und mir Bücher,
Videos, CDs, DVDs, Kassetten, Seminare, Konferenzen,
Kongresse ... empfehlen, die
erfolgreichen Gemeindebau
vermitteln.
Gewiss gibt
es da viel
Gutes, doch
schlussendlich
muss jeder selbst vor Ort
herausfinden, was zu tun ist und wie es gehen soll. Das Eingangswort fordert uns
auf, flexibel zu arbeiten, um zu einer guten Ernte zu kommen. Wenn schon bei uns
in Deutschland eine Flexibilität gefordert wird, um sich der örtlichen Situation
anzupassen, wie viel mehr werden da unsere Missionare herausgefordert. Es |
Volk bekommt Gottes Wort in der eigenen Sprache. In Bibelschulen wird Gottes
Wort gelehrt, damit dieses Wort das Volk und den Stamm erreicht. Kinder bekommen
ein Zuhause und Kranke werden von der Liebe Gottes durch unsere Missionare
berührt. Schulen werden ins Leben gerufen und Gemeinde Jesu gebaut, manchmal
unter Lebensgefahr. Man wird unwillkürlich an das Wort aus Lukas 4,18 erinnert.
An uns in der Heimat liegt es, zu beten, zu opfern und unsere Missionare
persönlich zu ermutigen, damit sie ihrer Situation angepasst arbeiten können –
„ob dieses oder jenes oder ob beides zugleich gut werden wird.“
Bernd Ewert
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Bernd Ewert,
Pastor der FCG Leer und Mitglied der Velberter Mission e.V.,
Missionsvertreter
der Region Weser-Ems |
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