Kürzlich las ich von einem aufschlussreichen Test eines englischen
Journalisten: Er kaufte ein großes
Brot und stellte sich damit an belebte
Straßen verschiedener Städte. Die
Vorübergehenden forderte er auf,
für dieses Brot eine Stunde lang zu
arbeiten. Hier seine Ergebnisse: In
Hamburg wurde er ausgelacht. In
New York von der Polizei festgenommen. Im afrikanischen Nigeria waren
mehrere Personen bereit, für dieses
Brot mehrere Stunden zu arbeiten.
Im indischen New Delhi hatten sich
rasch mehrere hundert Personen
angesammelt, die alle für dieses Brot
einen ganzen Tag arbeiten wollten.
Wenn ich jemals in meinem Leben
begriffen habe, was Armut in unserer Zeit ist, dann bei meinem Besuch in
Indien. Die Behausungen, die ich vom
fahrenden Zug aus sehen konnte,
sahen oft mehr nach Schutthaufen
aus als nach Wohnungen. |
unter der
Herrschaft des Geldes, das er nicht hat, steht. Bei dem Menschen in diesem Gleichnis
wird klar, unser Reden, Denken und
Handeln darf nicht so sein, als ob das
ganze Schicksal des Menschen sich
auf der Ebene des Erwerbs und Besitzes abspiele.
Der Mensch lebt nicht
vom Brot allein
Am Beispiel unserer Erntedanktische will ich das vertiefen: Früchte,
Blumen und Brote dürfen nicht
gleichberechtigt neben dem Kreuz
stehen oder es gar verdunkeln. Das
Kreuz und das Heil müssen immer wichtiger sein. Anders gesagt, wenn die
Aufforderung zum Dank genügt oder wir zufrieden sind, wenn Dank da ist für Brot,
Korn, Guthaben, |
Man muss dabei gewesen sein, um nachzuempfinden, wie uns die Kinder ständig
umringten, uns mit ihren eiskalten kleinen Fingern berührten und uns um einen
„Bakschisch“ anbettelten. Gleichzeitig sahen wir im gleichen Land, sozusagen
gleich nebenan, prachtvolle Hotels, in denen eine Nacht ein „Vermögen“ kostete,
was mich ebenso erschüttert hat. Dieses himmelschreiende soziale Elend auf der
einen und der Reichtum auf der anderen Seite sind natürlich auch in religiösen
Ursachen zu suchen. Deshalb muss der Kampf gegen Elend,
Unrecht und Gewalt vom Evangelium
her bestimmt und geordnet werden
und Missionsarbeit immer „an der
Bibel entlang“ geschehen. Die Bibel
kennt kein soziales Evangelium,
sondern ein ewiges Evangelium, das
mit sozialem Einsatz begleitet wird.
Weder das „süße Leben‘‘ noch das
„bittere Leben“ ist erstrebenswert,
sondern das ewige Leben – und das
zu verkündigen, ist der Kern der
himmlischen Botschaft und unser
Auftrag. Jesus packt uns an der
WurzelWas können wir tun und wo fange ich an als einzelner Christ? Wir
sind nicht alle Missionare und Pastoren, aber wir alle müssen bei der Wurzel
beginnen: „Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen. „Jesus
erzählt uns einmal in Lukas zwölf die Geschichte vom reichen Kornbauern. Den
Anlass zu dieser Geschichte geben uns die Verse 13 bis 15. Dort wird deutlich,
dass es um die Gefahr der Habsucht geht. Jesus packt uns an der Wurzel. Dabei
macht es keinen Unterschied, ob der Mensch unter der Herrschaft des Geldes, das
er hat oder
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Besitz, Möbel, Anzüge etc., dann verdirbt uns Jesus unser „Erntefest“ mit
zwei kleinen Worten ganz gründlich:
„Du Narr!“ Denn hier fehlt die Mitte,
hier fehlt der Kern. „Der Mensch
lebt nicht vom Brot allein“, wenn er
es aber doch tut, ist er ein Narr. Wer
nicht reich in Gott ist und nur die
guten Ergebnisse rühmt, denn nichts
anderes hat der Kornbauer getan, der
verdeckt das Kreuz und das Heil mit
Früchten, Blumen und Korn. Dabei
spielt es eigentlich auch keine Rolle,
ob man dankbar für den Wohlstand
ist oder nicht, dann ist man ein
dankbarer Narr oder eben ein un-
dankbarer, aber man bleibt ein Narr.
Mit dem Wort Narr ist alles gesagt,
was man sagen kann über die Habgier,
so unhöflich und rücksichtslos, wie
nur Jesus und das Evangelium uns das
sagen kann. Reich in Gott werden
Weiterhin wollen wir Gaben und
Geld in die Mission und in das Reich
Gottes investieren, aber immer dabei
dem eigentlichen Ziel unbeirrt zu-
steuern: Die Menschen müssen reich
in Gott werden! Und das muss von
uns Christen mit ungeteiltem Herzen
erstrebt und gewollt sein.
Heinz Krebs
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Heinz Krebs,
stellvertretender
Missionsdirektor der
Velberter Mission |
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