Velberter Mission e.V. - Gottes Auftrag - Mission - uns anvertraut Velberter Mission e.V.

 

 



Besonnenheit ist gefragt

Marschieren und Gas geben oder
den richtigen Zeitpunkt abwarten?

 

 

Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
2. Tim. 1,7

Liebe Leserin, lieber Leser!

 
 

Statt Abkühlung – Explosion

Mein Elternhaus befindet sich in der Flugschneise des Hamburger Flughafens. Oft beobachteten wir die startenden oder landenden Flugzeuge, die grässlich laut, aber eigentlich auch majestätisch, über uns hinwegschwebten. Wenn das Gespräch auf das Fliegen und seine Gefahren zu sprechen kam, erfuhren wir, dass bisher noch alle heruntergekommen seien – eigentlich lustig, aber unter Umständen auch tragisch. Unweit unseres Dorfes stürzte tatsächlich einmal eine Passagiermaschine ab. Etliche Tote waren zu beklagen. Die Ursache? In den Kühlwasserbehälter der Turbinen war irrtümlich Kerosin gepumpt worden. Da wo Abkühlung dran war, fanden nun Explosionen statt.

Wer hat die Leitung?

Und der Missionar, der endlich draußen ist? Gemeinde und Missionsgesellschaft stehen hinter ihm, Gottes Ruf treibt ihn an. Kann er soweit die Füße tragen marschieren und Gas geben? Nein, Besonnenheit ist gefragt, der richtige Zeitpunkt muss abgewartet werden. Ein deutlicher Prozentsatz unserer Missionare arbeitet in der islamischen Welt. Sie denken sicher an das Wort: Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht. Aber bestimmt lassen sie sich auch leiten vom dem Geist der Besonnenheit. Und damit denke ich nicht in erster Linie an die menschliche, aus dem Verstand gespeiste Besonnenheit. Ich denke

Braucht der Motor der Mission auch Abkühlung?

Ich glaube ja. Da ist jemand „heiß darauf“, in die Mission zu gehen. Schon bricht er seine Ausbildung ab, braucht den Rat seiner Gemeindeleitung nicht, verzichtet dankend auf die Erfahrung der Missionsgesellschaft und zieht los. Wird das gut gehen? Nein! Trotz unserer individualisierten Gesellschaft und phantastischen Mobilität hat Gott seine Prinzipien nicht geändert. Mission ist Sache der Gemeinde Jesu, nicht eines Einzelnen. Die erste Missionsreise des Paulus beginnt so und die letzte Missionsreise zu dem letzten unerreichten Stamm wird unter dem gleichen Auftrag stehen. Wir als Velberter Mission sind verlängerter Arm eben dieser Gemeinde Jesu. Wir haben das Vorrecht, die Kräfte zu bündeln und zu kanalisieren, die wir gemeinsam auf den Missionsbefehl richten. Kann man vielleicht hier auf „Kühlwasser“ verzichten? Die Gemüter erhitzen sich, der Auftrag steht vor Augen, atemberaubende Beschlüsse werden gefasst. Nein – der Heilige Geist ist nicht nur ein Geist der Kraft und der Liebe, er ist auch ein Geist der Besonnenheit. An der richtigen Stelle muss gebremst werden, die Sache zur Sicherheit aller langsamer laufen.

an die aus dem Geist gespeiste. Paulus will nach Bithynien, vielleicht nach Mysien, dann nach ... und das sofort und gleich (Apg. 16,7). Aber der Geist Jesu sagt: „Nein, nicht hier, nein, nicht jetzt“. Es mag schwer sein, das „Nein“ hinzunehmen, aber wie heilsam, wie bewahrend, wie segensreich. Bei Paulus führt das Innehalten, nach dem „Nein“ unseres Herrn, zu der Weitergabe des Evangeliums nach Europa. So, lieber Leser, ver- wechsle nicht das Kühlwasser mit dem Kerosin, lass dich beschenken, auch mit dem Geist der Besonnenheit.

In herzlicher Verbundenheit

Andreas Warwel

 

Andreas Warwel, verheiratet mit Marianne, 5 Kinder, Pastor der CG Velbert, Regionalleiter des BFP in NRW, Gastvorstandsmitglied der VM

 
 
   
 
     

 

 

 

 

 

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