Statt Abkühlung – Explosion
Mein Elternhaus befindet sich in der Flugschneise des Hamburger Flughafens.
Oft beobachteten wir die startenden oder landenden Flugzeuge, die grässlich
laut, aber eigentlich auch majestätisch, über uns hinwegschwebten. Wenn das
Gespräch auf das Fliegen und seine Gefahren zu sprechen kam, erfuhren wir, dass
bisher noch alle heruntergekommen seien – eigentlich lustig, aber unter
Umständen auch tragisch. Unweit unseres Dorfes stürzte tatsächlich einmal eine
Passagiermaschine ab. Etliche Tote waren zu beklagen. Die Ursache? In den
Kühlwasserbehälter der Turbinen war irrtümlich Kerosin gepumpt worden. Da wo
Abkühlung dran war, fanden nun Explosionen statt. |
Wer hat die Leitung?
Und der Missionar, der endlich
draußen ist? Gemeinde und Missionsgesellschaft
stehen hinter ihm,
Gottes Ruf treibt ihn an. Kann er
soweit die Füße tragen marschieren
und Gas geben? Nein, Besonnenheit
ist gefragt, der richtige Zeitpunkt
muss abgewartet werden.
Ein deutlicher Prozentsatz unserer Missionare arbeitet in der islamischen Welt.
Sie denken sicher an das Wort: Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der
Furcht. Aber bestimmt lassen sie sich auch leiten vom dem Geist der
Besonnenheit. Und damit denke ich nicht in erster Linie an die menschliche, aus
dem Verstand gespeiste Besonnenheit. Ich denke |
Braucht der Motor der Mission auch Abkühlung?
Ich glaube ja. Da ist jemand „heiß darauf“, in die Mission zu gehen. Schon
bricht er seine Ausbildung ab, braucht den Rat seiner Gemeindeleitung nicht,
verzichtet dankend auf die Erfahrung der Missionsgesellschaft und zieht los.
Wird das gut gehen? Nein! Trotz unserer individualisierten Gesellschaft und
phantastischen Mobilität hat Gott seine Prinzipien nicht geändert. Mission ist Sache
der Gemeinde Jesu, nicht eines
Einzelnen. Die erste Missionsreise
des Paulus beginnt so und die
letzte Missionsreise zu dem letzten
unerreichten Stamm
wird unter dem
gleichen Auftrag
stehen. Wir als
Velberter Mission
sind verlängerter
Arm eben dieser
Gemeinde Jesu.
Wir haben das Vorrecht, die Kräfte zu bündeln
und zu kanalisieren, die wir gemeinsam auf den Missionsbefehl richten. Kann man
vielleicht hier auf „Kühlwasser“ verzichten? Die Gemüter erhitzen sich, der
Auftrag steht vor Augen, atemberaubende Beschlüsse werden gefasst. Nein – der
Heilige Geist ist nicht nur ein Geist der Kraft und der Liebe, er ist auch ein
Geist der Besonnenheit. An der richtigen Stelle muss gebremst werden, die Sache
zur Sicherheit aller langsamer laufen.
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an die aus dem Geist gespeiste. Paulus will nach Bithynien, vielleicht nach Mysien, dann nach ... und das sofort und gleich (Apg. 16,7). Aber der Geist Jesu sagt: „Nein, nicht hier, nein, nicht jetzt“. Es mag schwer sein, das „Nein“ hinzunehmen, aber wie heilsam, wie bewahrend, wie segensreich. Bei Paulus führt das Innehalten, nach dem „Nein“ unseres Herrn, zu der Weitergabe des Evangeliums nach Europa. So, lieber Leser, ver- wechsle nicht das Kühlwasser mit dem Kerosin, lass dich beschenken, auch mit dem Geist der Besonnenheit.
In herzlicher Verbundenheit
Andreas Warwel
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Andreas Warwel, verheiratet mit Marianne, 5 Kinder, Pastor der CG
Velbert, Regionalleiter des BFP in NRW, Gastvorstandsmitglied der VM |
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