Velberter Mission - Gottes Auftrag - Mission - uns anvertraut Velberter Mission

 

 

Partner in Mission

Siegfried Bongartz zum Thema "Miteinander Jesu Auftrag erfüllen"


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Das Prinzip der Partnerschaft in der Schöpfung und Gemeinde

Partnerschaft ist als ein wesentliches Element in der Schöpfung sichtbar. Der Makro- und Mikrokosmos besteht aus vielen Teilen, die sich alle auf wunderbare Weise ergänzen. Erst in der gegenseitigen Ergänzung sind die Existenz und der Fortbestand der Schöpfung sicher gestellt. Denken wir an Mann und Frau; an das weibliche und männliche Geschlecht in der Natur, so wird sofort klar, dass Partnerschaft ein notwendiges Element ist. Das Prinzip der Partnerschaft kommt von Gott selbst, dem Schöpfer und ohne es wäre das Leben auf dieser Erde unmöglich.

Die lokale Gemeinde ist ein Bild für funktionierende Partnerschaft. Die Gemeinde wird mit einem Leib und seinen Gliedern im 1. Kor 12,12-27 verglichen. Zu erkennen ist, dass in diesem Bild die einzelnen Glieder genau bezeichnet, lokalisiert und in ihrer Arbeit und Bestimmung wertgeschätzt werden. Jedes Glied hat seine zugewiesene Aufgabe und ohne Erfüllung dieses Auftrages wäre der Leib funktionsuntüchtig oder zumindest stark eingeschränkt. Am Leibe Christi gibt es unter den Gliedern keine Sonderstellung,

weder eine Überbewertung noch eine Unterbewertung. Es geht auch nicht um die Glieder, sondern um den Leib als Ganzen und die Erfüllung seiner von Gott gesetzten Bestimmung. Eph. 4,15-16.

In der Entstehung der Gemeinde in Korinth (1.Kor. 3, 5-8) erkennen wir deutlich das Prinzip der Partnerschaft. Weder Paulus noch Apollos beanspruchen ein Gründerrecht oder einen Sonderstatus. So wie es in Korinth war, so war es auch in Jerusalem, in Antiochia und vielen anderen Gemeinden.


Die Aufgaben einer BFP-Ortsgemeinde in der Partnerschaft

Die Gemeinde in Antiochia sehen wir als sendende, gebende und loslassende Gemeinde. Die Gemeinde in Philippi als begleitende, teilnehmende und auch teilhabende Gemeinde. Paulus und sein Missionsteam waren gesandt, begleitet und ausgerüstet durch die lokale Ortsgemeinde. Die Effektivität, die Qualität und der schnelle Erfolg der ersten Missionsjahre waren auch begründet in der segensreichen Partnerschaft aller Gemeinden mit dem Missionsteam des Paulus.

  1. Die Ortsgemeinde hat einen grundlegenden Beitrag und Auftrag zur Mission!
  2. Die Ortsgemeinde schafft den Vorbereitungs- und Bewährungsrahmen für den zukünftigen Missionar. Berufungen und natürliche Begabungen werden dort am ehesten erkannt und reifen im Dienst für die Gemeinde.
  3. Die Ortsgemeinde identifiziert sich mit seiner Berufung. Hier entwickelt sich die sehr wichtige Vertrauensbasis, sowie der Fürbeter- und Unterstützerkreis für den Missionar.
  4. Aus der Ortsgemeinde kommen potenzielle Mitarbeiter und Helfer. Durch die Ausstrahlung ihrer Mitglieder im unmittelbaren örtlichen und sozialen Umfeld rekrutieren sich viele wertvolle Helfer für die Missionsarbeit.
  5. Die Ortsgemeinde bildet die Basis für das begleitende Gebet.

Aus der Gemeinschaft heraus erhält die Fürbitte und Anteilnahme an der Missionsarbeit eine breitere und verbindlichere Basis.

  1. Die Ortsgemeinde sorgt für die geistliche Betreuung und Zurüstung. Sie ist sozusagen die geistliche Geburtsstätte ihres Missionars und somit tragendes Fundament in der geistlichen Unterstützung und Ausrichtung.
  2. Die Ortsgemeinde garantiert für Kontinuität in der materiellen Unterstützung. Sie ist in wirtschaftlichen Engpässen als Kollektiv unabhängiger und widerstandsfähiger als der Einzelspender.
  3. Die Ortsgemeinde ist eine Säule der Wahrheit und garantiert Stabilität in der Lehre. Sie erfährt durch ihre Mitglieder und durch die Einbindung in eine Gemeindebewegung Ergänzung, Korrektur und Ausrichtung und stärkt damit das lehrmäßige Fundament ihres Missionars.


Die Aufgaben der Velberter Mission in der Partnerschaft

Wo wären die Gemeinden Kleinasiens, hätte es nicht einen Paulus und mit ihm ein Missionsteam gegeben, das total auf Mission fokussiert war? Die strategische und konzeptionelle Ausrichtung seiner Arbeit konnte nur von ihm und in der praktischen Mission entwickelt werden. Was wäre gewesen, wenn Paulus nicht alle Freiheit gehabt hätte, spontan und aus der Notwendigkeit heraus zu agieren? Mit Paulus und dem Missionsteam war den Gemeinden ein idealer und wohl auch von Gott gesetzter Partner geschenkt.

Die so genannte "Sendung" in Apg. 13,1-3 muss eher so verstanden werden, wie auch Schlachter es recht treffend in Vers 2 übersetzt. Er schreibt: Sondert mir aus Barnabas und Paulus zu dem Werk zu welchem ich sie berufen habe. Es geht hier nicht um Sendung als solche mit all der Verantwortung eines Arbeitgebers, sondern um eine Bereitstellung oder um ein zur Verfügung stellen. Die Gemeinde sonderte die aus, die der Herr durch den Heiligen Geist schon lange vorher berufen hatte. Die Gemeinde brachte ein großes Opfer, die ihnen lieb gewonnenen Brüder und besten Kräfte zur Verfügung zu stellen, oder besser, loszulassen. Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. Apg. 13, 3. Kontrolle und Verantwortung waren hier keine Kriterien. Die Gemeinde verstand sich nicht als Arbeitgeber und Paulus und Barnabas nicht als Arbeitnehmer.

Im weiteren Verlauf der Missionsgeschichte von Apg. 13 ab und durch das ganze Neue Testament bis in unsere Zeit hinein, zeichnet sich deutlich die segensreiche und ergänzende Partnerschaft zwischen einer Ortsgemeinde und einem Missionsteam(werk) ab.

Die Velberter Mission in der Partnerschaft mit der Ortsgemeinde hat:

  1. einen, auf die Aufgabe, entsprechenden Fokus. (und ließen sie ziehen) Paulus und sein Team war weder ortsgebunden noch ortsbezogen. Ihr Horizont war überregional und erfasste andere Völker und Kulturen.
  2. Erfahrung, Langzeitperspektive und Personal, dass nur dieser Aufgabe gewidmet ist. In der Begegnung und Konfrontation mit vielen anderen Völkern und Situationen entwickelt sich Erfahrungsgut.
  3. es leichter, Mitarbeiter zu selektieren und kann ganz frei ihr Missionsteam zusammenstellen. Die Ortsgemeinde ist in der Wahl auf die Zahl und Talente ihrer Mitglieder begrenzter als es die Velberter Mission ist.
  4. es einfacher schneller und effektiver zu entscheiden. Nur in Kenntnis der aktuellen Situation lassen sich sinnvolle Entscheidungen treffen. (denken wir an Paulus und sein Team, der nicht auf Stellungnahmen aus Antiochia warten konnte)

Für die Ortsgemeinde bedeutet dies:

  1. Erledigung von administrativen Aufgaben. In einer Zeit komplizierter Gesetze für Bearbeitung von Devisen, Überweisungen, Visa, Versicherungen, Kindergeld, Steuern, Renten usw.
  2. Verbindungsstelle für Inland und Ausland. Die Velberter Mission hat als Missionswerk bei Behörden im In-und Ausland eine größere Akzeptanz, weil sie Mitglied und Vereinbarungspartner verschiedener Missionsdachorganisationen in Deutschland ist und außerdem seit vielen Jahren internationale Verbindungen zu Gemeindebewegungen und Missionswerken entwickelt hat.
  3. Eine größere Plattform. Die Velberter Mission kann dem Missionar eine größere Plattform bieten. Auf BFP-Konferenzen auf Regionaltagungen und durch ihre Publikationen. Der Freundeskreis von Betern und Spendern kann dadurch wachsen.
  4. Hilfe bei finanziellen Engpässen. Bei finanziellen Engpässen in der Ortsgemeinde kann vorübergehend die Velberter Mission helfen.
  5. Verantwortung in schwierigen Fällen. Als Missionswerk kann die Velberter Mission bei plötzlicher Abberufung eines Missionars (Tod, Krankheit, sonstige Gründe) eher eine Vertretung oder einen neuen Missionar an dessen Stelle entsenden.

Sichtbar wird, wie gut sich Ortsgemeinde und Missionswerk ergänzen können. Gott erwartet weder von Missionswerken noch von Gemeinden, den Missionsauftrag allein ausführen zu müssen.

Ralf Winter machte zu diesem Thema auf der "All Asia Mission Consultation 1973" in Seoul folgende Bemerkungen:
Gott erwartet von der lokalen Gemeinde nicht den Missionsauftrag allein auszuführen. Die Gemeinde hat nicht die strukturelle Zusammensetzung und Fähigkeit, die sie dafür bräuchte. Die lokale Gemeinde ist nur zum Teil fähig, diesen Auftrag der Weltmission auszufüllen, was auch das überwältigende Zeugnis der Schrift und der Missionsgeschichte deutlich belegt.
Wenn Gemeinde- und Missionsleitungen die gegenseitige Bereicherung in ihrer Ergänzung erkennen, kommt es zur fruchtbaren Partnerschaft in der Weltmission. Partnerschaft setzt voraus, dass gegenseitige Unterschiede und Begabungen erkannt und bejaht werden. Es geht darum, dem jeweiligen Partner so zu helfen, dass der gemeinsame Auftrag erfüllt wird.

Paulus ist sich dieser wertvollen Partnerschaft voll bewusst wenn er an die Philipper schreibt: "Ich danke meinem Gott bei jeder Erinnerung an euch wegen eurer Teilnahme am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt." (Phil. 1,3-5)


Die Aufgaben der Velberter Mission in Partnerschaft mit einheimischen Gemeindebewegungen

Die Velberter Mission hat in der ersten Phase ihrer Missionsarbeit das Ziel der Gemeindegründung, deren Festigung und Selbstständigkeit. In der zweiten Phase bemüht sie sich um den Aufbau einer Gemeindebewegung mit der Ausbildung von einheimischen Mitarbeitern. Wie im BFP die einzelne Gemeinde eigenverantwortlich arbeitet, so wird sie doch ergänzt, gestärkt, geführt durch die Zugehörigkeit zu einer großen Gemeindefamilie. Damit stehen der Ortsgemeinde viele Gaben und Talente aus einer großen Bewegung zur Verfügung.

Auch Paulus hat in seiner Arbeit die Gemeinden geistlich verbunden. Er hat bewusst daran gearbeitet, dass jede neu entstandene Gemeinde sich als Teil einer großen Gemeinschaft empfand. Seine wiederholten Besuche, seine Briefe mit dem Hinweis sie weiter zu reichen, die vielen Grüße und vieles mehr sind klare Indikatoren, dass Paulus an einer großen Gemeindefamilie baute.

Deshalb versucht die Velberter Mission durch ihre Missionare das biblische Muster und das Selbstverständnis des BFP in ihre Missionsarbeit umzusetzen. Es werden keine "unabhängigen" Gemeinden gebaut und es wird keine eigene Bewegung im Einsatzgebiet angestrebt. Überall dort wo sich "Gemeindefamilien" befinden, die der Lehre und Praxis unseres BFP entsprechen, werden Partnerschaften entwickelt.

Diese Arbeitsweise hat zur Folge:

  1. dass sich der Missionar in bestehende Strukturen einbindet; er wird damit verantwortlich und transparent;
  2. dass sich schnell eine Vertrauensgrundlage im Einsatzgebiet entwickeln wird; der Missionar ist Gast und ordnet sich in bestehende Richtlinien und Vorgaben, er ist ein Mitarbeiter und nicht Chef;
  3. dass der Missionar Führung und Schutz in einer fremden Kultur erhält; verhält er sich als Gast werden ihm auch der Respekt und die Freundlichkeit eines Gastgebers zuteil;
  4. dass die Arbeitsweise und Ziele, das Projekt, die Aktionen des Missionars abgeklärt und mit der einheimischen Leiterschaft abgestimmt werden. Die nationale Bewegung identifiziert sich mit der Arbeit und dem Anliegen des Missionars. Bei Abreise oder Abzug des Missionars aus dem Einsatzgebiet übernimmt die Gemeindebewegung das Projekt oder die Arbeit des Missionars als ihr eigenes


Wie wird die Ortsgemeinde zum Missionspartner?

Durch ihren Gemeindeleiter

a. Er selber ist inspiriert und motiviert durch Gottes Geist und sein Wort. Er ergreift Gottes Vision für diese Welt (1.Mose 12,3; Gal. 3,8; Ps. 67; Offb. 5,9-10; Offb. 7,9-10 u. Rö.10, 12-15.
b. Er liest Jesu Worte und versteht sie als persönlichen Auftrag. Matth. 28,19-20; Joh. 20, 21; Apg. 1,8

Durch ein Missionsteam

  1. Es schlägt die Brücke zwischen Gemeinde, Missionar und Missionswerk. Kommuniziert mit Missionar und Missionswerk regelmäßig, erhält Infos, Berichte Gebetsanliegen, Präsentationen über Land, Kultur und Volk. Der Missionar nimmt am Gemeindeleben teil durch ihm zugesandte Gemeindebriefe und Infos u. a. m.
  2. Es motiviert und inspiriert innerhalb der Gemeinde für Mission. Durch regelmäßige Missionsberichte, Infos und Hinweise in Gottesdiensten, Gebetsstunden, Jugendtreffen Sonntagsschulen und Hauskreisen. Berichte vom Missionsfeld oder das Gebet für Missionare sollten im Gottesdienst immer einen markanten Platz haben. Die Pinwand und der Infotisch fallen unter die Bekanntmachungen, die schnell als Anhang und Nebensache erscheinen. Zwangsläufig wird damit auch Mission zur Nebensache.

Durch Missionsgottesdienste

Fest integriert im Jahresprogramm einer Gemeinde. Das Missionsteam übernimmt die gestalterische Organisation. Missionare werden eingeladen, Präsentationen, Berichte vorgetragen, Gemeindesaal entsprechend dekoriert, Bilder, Poster, Ausstellung aus dem Missionsland arrangiert etc.

Durch Adoption eines Missionars oder eines unerreichten Volkes

  1. Geistliche und materielle Verantwortung übernehmen. Das bedeutet Identifikation mit dem Missionsgebiet, dem Missionar und der Vision.
  2. Besuche und Einsätze auf dem Missionsfeld. Das heißt mithelfen in Wort und Tat, wenigstens für eine Zeit auf dem Missionsfeld.

Wenn das Licht des Evangeliums und der Liebe Jesu durch die Ortsgemeinde in der Ferne aufleuchtet, wird es auch an seiner Quelle, in der Heimat selber, nicht zu übersehen sein!

Zusammen mit der Ortsgemeinde will die Velberter Mission für Weltmission motivieren, Langzeitmissionare entsenden und unterstützen,

  • damit unerreichte Menschen und Volksgruppen evangelisiert werden,
  • damit einheimische und selbstständige Gemeinden entstehen,
  • damit nationale Leiter gelehrt und ausgebildet werden,
  • damit leidenden Menschen durch Barmherzigkeitsdienste geholfen wird.
 

 

 

 

 

 

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