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Eintauchen
in eine andere Welt
Drei Wochen lang in Afrika unterwegs
Meine Frau Marianne und ich hatten in diesem Jahr das Vorrecht, Monika und
Siegfried Bongartz auf ihrer Reise zu den Missionsfeldern in Kenia, Malawi und
Mosambik zu begleiten. Vom 24. August bis 10. September tauchten wir in eine
ganz andere Welt ein, die wir bisher nur aus Büchern und Berichten flüchtig
kannten.
Erste Station:
Als wir in einer sechssitzigen Cessna der
Missionsgesellschaft „MAF“ die Dornbuschwüste
Nordostkenias überflogen, hatten wir Europa
endgültig hinter uns gelassen. Kleine vom
Flugzeug gut zu beobachtende Vegetationsinseln
geben dort weit verstreuten Nomadengruppen ihre
karge Lebensgrundlage. Am Zielort lebt
unsere Missionsfamilie, eigentlich auf kenianischem
Staatsgebiet, aber auf Stammesgebiet
der unerreichten Volksgruppe und das wiegt dort weitaus mehr.
Unsere Missionare haben
die Sprache der unerreichten Volksgruppe gelernt und geben sogar
Südkenianern Unterricht.
Offene Mission ist aufgrund des Islams nicht
möglich, aber sehr viel Beziehungsbau, unter
anderem durch Brunnenbauprojekte. Zu groß sind Kultur- und
Sprachbarrieren. Dort sehen unsere Missionare ihren
Auftrag und führen ihn mit Ausdauer und großer
Hingabe durch, was nur durch eine immer wieder
vom Herrn gestärkte Vision geschehen kann. Wir
konnten ganz hautnah erleben, in welchem Umfeld
sie arbeiten und sehen, wie der Herr sie
gebraucht.
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Die Kinder mit
ihren Schäfchen |
Zu schnell ging unsere Zeit zu Ende und wir
mussten weiterziehen. Was auf dem Hinweg im
Flugzeug zwei Stunden gedauert hatte,
kostete nun zwei Tage. Die ersten 300 km ging es
über Sandpiste und wir hatten eine nicht ganz
unproblematische Reifenpanne zu bewältigen.
Entschädigt
wurden wir durch Giraffen, Kamele, Wildkatzen,
Strauße, Esel, Erdhörnchen, Ziegen, Wildschweine
und Antilopen, die unseren Weg in der
Abenddämmerung kreuzten.
Zweite Station:
, Missionare Ulf und Kirsi Strohbehn
In Malawi trafen wir überall auf Spuren
unserer Velberter Missionare. Besonders für
Monika und Siegfried stellten sich schnell
Heimatgefühle ein. Nach 23 Jahren
Missionstätigkeit in Malawi sicherlich nicht
erstaunlich. Die jetzigen Missionare Strohbehn
arbeiten als Leiter der Bibelschule, Blantyre an
einer äußerst entscheidenden Stelle der
malawischen Pfingstbewegung (Apostolic Faith
Mission). Neben der Schultätigkeit, ist Ulf
ständig „auf Achse“ und zwar auf malawischen
Straßen, um die verschiedensten
Gemeinden in den entlegensten Orten mit seinen Bibelschülern zu
besuchen. Erfreulich zu vermerken: In den
letzten Jahren haben jeweils alle Absolventen in
den Dienst gefunden
und sind geblieben. Mit Ulf ein wenig unterwegs
konnten wir „life“ die afrikanische Mentalität
im Singen, Trommeln und Tanzen erleben.
Beeindruckend war auch der
Abschluss-Gottesdienst der
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Monika Bongartz (links) auf einer Konferenz in Malawi
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Jahreskonferenz in
Blantyre, zu dem ca. 1.200 Menschen zusammen
gekommen waren. Hier in Malawi hat mich das
Aidsproblem, wie später auch in Mosambik,
förmlich angesprungen. Ganze Bevölkerungsgruppen
sind bei einer Infektionsrate von 30 bis 50 %
eigentlich am wegsterben.
Dritte Station:
, Kinderdorf/Schule "Moyo
Mucuru" (deutsch: großes Herz)
In Mosambik, Chimoio, erwartete uns ein
wahrer Programmmarathon des Kennenlernens
der dortigen Arbeit. Die Gegensätze zwischen den
armen Menschen in den einfachen
Strohhütten und dem fantastischen Schulprojekt,
welches von Achim und Patricia Frenken
begonnen wurde, könnten nicht größer sein.
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Marianne und Andreas Warwel bei typisch afrikanischem Essen

Schulklasse in Chilinde, Malawi
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Ein
Grundschulbetrieb (125 Kinder) mit soviel Liebe
und Disziplin aufgebaut, dürfte in ganz Mosambik
und darüber hinaus nicht so leicht zu finden
sein. Wir, als deutsche Delegation wurden von
den Kindern, den Lehrern und den Mitarbeitern
mit Vorträgen, Liedern und Tänzen herzlich
begrüßt und beschenkt. Anschließend gab es ein
afrikanisches Festessen, zu dem ca. 60 Personen
eingeladen waren.
Das noch kleine Waisenhausprojekt und das
Krankenhausprojekt bedürfen der weiteren
Unterstützung, damit sie sich entwickeln können.
Unvergesslich war die Gemeinschaft mit den
Gemeinden, die in großer Armut den noch Ärmeren
hingebungsvoll dienen. Unvergesslich auch die
Gemeinschaft mit Achim und Patricia.
Diese Reise nach Afrika hat Herzensliebe zu
den Afrikanern und mehr Verständnis für die
Mission und die Missionare geweckt.
So hat sich die Reise vielfach gelohnt.
Andreas Warwel
(Bericht entnommen aus Missionsnachrichten 11/2003)
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